Kleinere Mitteilungen,
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bestimmungen wurden fortgesetzt und ausgebaut; störend war dabei die teil-
weise bis 50 sm Entfernung von der Küste bemerkbare starke Trübung des
Wassers, deren große Verbreitung im Zusammenhang stand mit dem Oststurm
vor und bei Beginn der Reise, Im Rahmen einer größeren Untersuchung über
die Alkalinität des Wassers der Deutschen Bucht und besonders über dessen
Beeinflussung durch das Elbwasser wurden in großem Umfange Wasserproben
für Alkalinitätsbestimmungen entnommen. Die im Vergleich zu 1931 etwas
jJängere Fahrtdauer ermöglichte außer der Wiederholung der damals gewonnenen
sechs Schnitte noch die Durchführung je ‚eines weiteren Profiles im Norden
(Ringköbing-Schnitt) und im Westen des Untersuchungsgebietes (Ameland-Schnitt).
Hierzu kamen noch einige Stationen in der Ems- und Elbmündung sowie im
Lister Tief,
Die Fahrtleitung lag bei Prof. Dr. Mielck-Helgoland, als Hydrographen
waren Dr. K. Kalle und Kapt, R. Hatje von der Deutschen Seewarte an Bord,
Die Abfahrt von Wesermünde erfolgte am 15. April, 18 Uhr, von Helgoland am
16. April, 16 Uhr. Zur Abgabe des biologischen Materials wurde Helgoland im
Verlauf der Reise mehrmals angelaufen, Die Wasser- und Kohlenvorräte wurden
am 27, April in Esbjerg ergänzt. Gegen Mitternacht vom 2. zum 3. Mai lief
„Poseidon“ wieder in Wesermünde ein,
Insgesamt wurden 65 hydrographische Stationen gewonnen mit je 259 Tem-
peratur- und Salzgehaltsbestimmungen und 66 Probeentnahmen für Alkalinitäts-
bestimmungen, außerdem wurden je 210 Oberflächenbeobachtungen von Temperatur
und Salzgehalt durchgeführt,
b) Die Nordseefahrt des R, F. D. „Poseidon“ vom 12. bis 23, Mai 1933 (s. Tafel 13),
Die Leitung der Fahrt lag bei Prof. Dr. Hagmeier-Helgoland, für Ausführung
der hydrographischen Arbeiten waren Kapt, R. Hatje und Laborant ©, Hatje
von der Deutschen Seewarte an Bord sowie cand. rer. nat. Goedecke, Hamburg.
„Poseidon“ verließ Wesermünde am 12. Mai. Wie im Mai 1931 wurde der Weg
von der Wester-Till-Heultonne nach F.-Sch, Elbe 1 und von da über die Süder-
Piep-Tonne nach Helgoland genommen. Danach wurde zunächst in der Deutschen
Bucht gearbeitet. Nach vorübergehend schlechtem Wetter, das nötigte in der
Hever Schutz zu suchen, wurden die beabsichtigten Schnitte ohne Störung
erledigt. Von der westlichsten Station des Graa-Tief-Schnittes führte der Weg
südlich bis zur Höhe der Hever, um den wegen schlechten Wetters abgebrochenen
Hever-Schnitt zu vollenden, dann nach der Oster-Ems. Nach Erledigung von
Bonitierungsarbeiten in Nähe von Norderney wurde der Eider-Schnitt durch-
geführt. Am 22. Mai kehrte „Poseidon“ nach Helgoland und am 23. Mai nach
Wesermünde zurück.
insgesamt wurden 74 hydrographische Stationen gewonnen, zusammen
wurden 262 Temperatur-, 262 Salzgehalts-, 119 Sauerstoff- und. 150 Alkalinitäts-
beobachtungen ausgeführt. Auf 2 Punkten, wo während der Nacht geankert
wurde, wurden stündliche Oberflächentemperaturen- und Salzgehaltsbeobach-
tungen, zusammen je 21, angestellt. Außer den regelmäßig beobachtenden Feuer-
schiffen führten die F.-Sch. Elbe 2 und 3 Sonderbeobachtungen aus.
c) Die Ostseefahrt des R. F, D. „Poseidon“ vom 15, Mai bis 8, Juni 1981 (vgl.
Figur 1), An ihr nahmen als Hydrographen Dr. K. Kalle und Kapt. R. Hatje
von der Deutschen Seewarte teil, auf der Rückfahrt von Danzig auch der Be-
richterstatter, Die Fahrtleitung lag bei Studiendirektor Dr. Strodtmann-
Wilhemsburg. Die Fahrt führte von Wesermünde-Cuxhaven über Kiel nach der
Oderbank, dem Bornholm-Becken, in die südliche Gotland-Mulde, nach dem
Danziger Becken und Neufahrwasser, von dort ging es über das Bornholm-
Becken und die Oder-Bank wieder zurück nach Kiel, — Von Neufahrwasser
aus wurden auf Wunsch des in Danzig tagenden Deutschen Geographen-Tages
am 29, und 30. Mai zwei je etwa zwölfstündige Exkursionen in die Danziger
Bucht bis zur 100 m-Linie unternommen mit je 60 Teilnehmern des Geographen-
Tages. Die Demonstrationen bzw. Vorträge hatten Dr. Strodtmann und der
Berichterstatter übernommen, — Die Hauptaufgabe der Fahrt war, fischerei-