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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1934,
der Freundlichkeit des Herrn Direktor Fleming vom „Carnegie“-Institut in
Washington. Die in den Bereich der Textfigur fallenden Lotergebnisse mögen
auch Platz finden.
Endlich sind, außer den Tiefenzahlen der Seekarten, noch die Echolotungen
des deutschen Keuzers „Karlsruhe“ !) eingetragen, der von Callao her in NNW/SSO-
Richtung nach der Küstengegend bei Coquimbo steuerte; sie kommen, wie man
sieht, für den Fernandez-Ambrosio-Rücken nicht in Betracht, sondern nur all-
gemein, für die Tiefsee westlich von der Atacama-Rinne.
Wenn wir die 2000 m-Isobathe als umschließende Tiefenlinie annehmen, so
kommt dem unterseeischen Rücken bei einer mittleren Breite von 60—80 Sm
oder rund 100—150 km eine Mindestlänge von 700 Sm oder 1300 km zu; wir
kennen aber bisher weder das Ende im Süden noch das im Norden. Schon in
seiner jetzt bekannten Ausdehnung reicht er der Länge nach ziemlich an den
viel erörterten Walfisch-Rücken im südöstlichen Atlantischen Ozean heran;
da ein bedeutender Teil Tiefen von «<< 700 m aufweist, bildet er auch einen ähn-
lich mächtigen Gebirgswall von mehr als 3000 m Erhebung über den Boden der
benachbarten Tiefsee wie der Walfisch-Rücken, Zweckmäßiger noch wird er wohl
mit dem Kerguelen—Gaußberg-Rücken im südlichen Indischen Ozean verglichen,
der ebenfalls S—N-Richtung einhält. Das Wichtigste aber scheint mir die im
nördlichen Teile einsetzende Umbiegung des Fernandez— Ambrosio-Rückens aus
S—N-Richtung in eine solche von SO nach NW zu sein. G. W. Littlehales?)
gibt an, daß von der „Carnegie“ die in rund 25° S-Br. 82° W-Lg. gefundene Erhebung
Merriam-Ridge getauft worden sei, also als ein Sonderdasein betrachtet worden
ist. Sicher liegt die Berechtigung vor, die drei Lotergebnisse der „Carnegie“
von < 1500 m mit dem Fernandez — Ambrosio- Rücken znsammenzubringen,
Dann haben wir nicht nur Parallelität zu den chilenischen Anden, sondern wir
finden auch das für die Grenze von Chile und Peru bei Arica so cha-
rakteristische „Knie“ des Küstenverlaufes weit draußen im Ozean,
sozusagen als Vorposten, in der unterseeischen Bodengestalt noch
einmal wieder. G. Schott.
2. Hydrographische Untersuchungsfahrten in die Nord- und Ostsee mit
dem R. P. D. „Poseidon“ 1931 bis 1933. (Hierzu Tafel 13.)
Während der letzten Jahre wurden von der Deutschen Wissenschaftlichen
Kommission für Meeresforschung mehrere Fahrten des R.F.D. „Poseidon“ ver-
anstaltet, bei denen es möglich war, neben den die Hauptaufgabe bildenden
fischereibiologischen Arbeiten auch ein hydrographisches Programm durch-
zuführen. Bei den beiden Nordseefahrten 1932 und 1933 handelte es sich darum,
durch ein tunlichst dichtes Beobachtungsnetz besonders für die Deutsche Bucht
Bilder der Wasserbewegung zur Beobachtungszeit zu gewinnen und dadurch
die aus den bisherigen Beobachtungen gewonnenen Anschauungen über die Rest-
ströme und deren Abhängigkeit von der Wetterlage zu vertiefen (vgl. ds.
Zeitschr. 1930, 360 ff, 1932, 38 f.). Bei den Ostseefahrten 1931 und 1933 sollte
im Anschluß an die früheren Fahrten (zuletzt im April 1929, vgl.‘ ds. Zeitschr.
1929, 303 ff.) die hydrographische Lage in der Beltsee, im Arkona-Becken, im
Bornholm-Becken sowie in der südlichen Gotland-Mulde und im Danziger Tief
festgestellt werden. 1933 war vor allem Wert auf eine möglichst vollständige
hydrographische Aufnahme des Bornholm-Beckens gelegt worden. Im folgenden
wird kurz der äußere Verlauf dieser vier Fahrten mitgeteilt, über die gewonnenen
Ergehnisse wird später berichtet werden,
a) Die Nordseefahrt des R. F. D. „Poseidon“ vom 15, April bis 2. Mai 1932
(vgl. hierzu den Fahrtweg auf Tafel 13), Das Arbeitsprogramm war das gleiche
wie dasjenige der Fahrt vom 2. bis 14. Mai 1931 (vgl. ds. Zeitschr. 1932, 38 f.).
Die hydrographischen Untersuchungen bestanden in Wasserprobenentnahmen für
Temperatur- und Salzgehaltsmessungen. Die 1931 begonnenen Phosphatgehalts-
1) Beiheft zu „Nachrichten für Seefahrer‘, Nr. 51/1932, Berlin, 8. 34 und 35. — 7) Bullet, Nat,
Research Counc, Nr. 85, Washington 1932, S, 43. Vgl.auch ©, Vallaux in Annal. Instit. Ocdanogr.
N. 5. Tome XIII, Fasc. 3, 8. 99, Dar 1933,