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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 62 (1934)

108 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1934, 
gesamten Gebietes in dem warmen Sommer 1982 in den fast durchweg positiven 
Abweichungen auf der Augusttabelle. Im Gebiet des Golfstromes erhält sich im 
allgemeinen dieser Wärmeüberschuß auch weiter bis in den Februar hinein, wenn 
auch ein allmähliches Abklingen unverkennbar ist. Die negativen Abweichungen 
machen sich im Winter in zunehmendem Maße bemerkbar. Hierbei muß noch 
auf einen Fehler eingegangen werden, der bei der angewendeten Vergleichs- 
methode unvermeidlich ist, und der die Differenzen gegen die Normalwerte oft 
erheblich verfälschen kann. Besonders in den KRandfeldern der mitgeteilten 
Tabellen kommt es häufig vor, daß die in das betreffende Feld fallenden Beob- 
achtungen sich nicht gleichmäßig über die ganze Fläche verteilen, sondern z. B, 
alle im nordwestlichen Teil dieses Feldes liegen. Die zum Vergleich heran- 
gezogene Temperatur gilt aber naturgemäß für die Mitte des Feldes. Abgesehen 
von den äußersten Randfeldern unserer Tabellen ist aber sonst die Verteilung 
der Beobachtungen auf die Felder besonders bei größerer Beobachtungsdichte 
so gleichmäßig, daß dieser Fehler wohl vernachlässigt werden kann. 
Aus den beiden aufeinanderfolgenden Monaten Oktober und November 1932 
]äßt sich auch die geschlossene West-Ostbewegung einer Anomalie im Laufe dieser 
Zeit feststellen. Im Oktober zeigt das Feld 4735 eine stärkere negative Ab- 
weichung der Wassertemperatur, während die Novembertabelle bei den Feldern 
5030 und 5027 und noch stärker bei 5230 und 5227 ein Minimum in den Abweichungen 
zeigt. Identifiziert man die durch die angegebenen Felder festgelegten Wassermassen, 
so kommt man zu einer Geschwindigkeit von 5 bis 6 Sm pro Tag, mit der Wasser 
von Südwest nach Nordost geströmt wäre. Eine derartige Geschwindigkeit ist 
durchaus mit den gemessenen Geschwindigkeiten des Golfstromes in jener Gegend 
vereinbar. Daß die Anomalie auf der Oktobertabelle wesentlich stärker ist als 
im November, braucht keine tatsächliche Änderung der Temperaturabweichung 
zu sein, sondern kafin aus dem systematischen Unterschied der für die beiden 
betrachteten Punkte verschiedenen Vergleichskarten erklärt werden. Im Oktober 
standen nur die holländischen Werte zur Verfügung und der Ort der Anomalie 
im November liegt bereits nördlich von 50° Br., so daß hier nur die dänische 
Karte zum Vergleich herangezogen werden konnte, Im Februar müßte die Ano- 
malie bei der nach Osten zu verlangsamten Stromgeschwindigkeit in der Gegend 
nordwestlich Irlands liegen. Die nur bis zum 15. bzw. 17. Längengrad reichende 
Februartabelle zeigt hier auch tatsächlich eine gewisse negative Abweichung. 
Es muß allerdings betont werden, daß nach dem oben Gesagten die Größe 
der hier angegebenen Anomalie wohl schon die äußerste Grenze dessen darstellt, 
was bei der Ungenauigkeit des Beobachtungsmaterials noch verbürgt werden 
kann. Abweichungen von den Größenordnungen mehrerer Grade, wie sie nach 
Sandström im Sommer und Herbst 1928 vorgekommen sind, würden sich jedoch 
zweifellos klar aus diesen Beobachtungen ableiten lassen, Der Verfasser hat 
selbst mit den damals allerdings noch weniger zahlreichen Meldungen einen dies- 
bezüglichen Versuch unternommen und dabei mit Hilfe der anfangs besprochenen 
graphischen Methode gut die Lage der Anomalie im Februar 1929 festiegen können (5). 
Allerdings wäre es dringend erwünscht, daß ähnlich den holländischen Karten- 
werken auch für die weiter nördlich gelegenen Teile des Atlantik Normal- 
temperaturen für jeden Monat veröffentlicht würden, da ein Zwischenraum von 
drei Monaten für die Verfolgung und Identifizierung bestimmter Anomalien im 
Golfstrom, wenigstens in seinem westlichen und mittleren Teil, zu groß ist. Es 
würde dann auch möglich sein, die Zusammenhänge zwischen diesen Abweichungen 
der Wassertemperatur und den jetzt wieder laufend monatlich veröffentlichten 
Karten der Luftdruckverteilung über dem nördlichen Atlantik (e) genauer zu ver- 
folgen. Die hier ermittelten Anomalien dürften zu gering sein, um eine Gegen- 
überstellung mit den entsprechenden Luftdruckkarten zu lohnen. 
Schrifttum. 
1. I. W. Sandström, Der Golfstrom und das Wetter. Gerlands Beitr, z, Geophys., Bd. 32, S. 254 ff. 
und Beitr, z. Phys, d. fr. Atmosph., Bd, 19. 
2. H. P. ae jun., Über die Verbreitung der dreijährigen Luftdruckschwankung usw. Meteor. 
Zechr. 1933, S. 41 ff. Dort noch weitere Literaturangaben.
	        
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