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Full text: 62, 1934

Wörner, H.: Die Brauchbarkeit der funkentelegraphischen Seeobsmeldungen usw. 107 
schon an sich so verschieden, daß der mittlere Fehler auch bei mehr als 20 Beob- 
achtungen oft noch weit über + 1° liegt, was aber in diesem Falle für die 
Genauigkeit des Endwertes nichts besagt, 
Wir sehen, daß etwa von Zp=5 an der mittlere Fehler ständig unter -+ 0.6° 
bleibt, Gleichzeitig ist auch deutlich zu erkennen, daß bei mehr als fünf Beob- 
achtungen der mittlere Fehler nur noch sehr 
langsam mit steigender Anzahl der Beobach- 
tungen absinkt, der Wert von + 0.3° wird nur 
noch ganz vereinzelt unterschritten, 
Zu dem hier abgeleiteten Resultat sind auch 
schon frühere Autoren (z. B. Petersen a,a. O0.) "” 
gekommen, indem sie einfach feststellten, daß *20. 
das Mittel aus fünf beliebigen Beobachtungen 
praktisch mit dem Mittel aus allen Beobachtungen 
übereinstimmte. In den genannten Arbeiten wur- 
den jedoch Einzelmessungen erheblich größerer 
Genauigkeit benutzt und es ist interessant, daß 
man auch bei den hier vorliegenden viel un- 
genaueren Werten dasselbe Resultat erhält, Man 
kann also zusammenfassend sagen, daß es bei der Bestimmung der Wasser- 
temperatur für 2}3°-Felder aus den Seeobsmeldungen genügt, für jedes Feld 
wenigstens fünf (im obigen Sinne) vollwertige Messungen zu besitzen, um diese 
Temperatur auf mindestens -+0.6° genau angeben zu können. 
Zum Schluß seien nun noch gewissermaßen als Beweis für die Brauchbar- 
keit der Seeobsmeldungen die auf dem geschilderten Wege gewonnenen Werte 
der Wassertemperaturen in Tabellenform wiedergegeben, Sollen diese Werte nun 
im Sinne der Sandströmschen Untersuchungen verwendet &verden, so sind noch 
die entsprechenden „Normalwerte“ nötig, Für die vier Monate: Februar, Mai, 
August und November liegen diese in Form von Isothermenkarten der Temperatur 
des Oberflächenwassers im Nordatlantischen Ozean vor, die vom dänischen- 
meteorologischen Institut herausgegeben worden sind. Aus diesen können die 
Normaltemperaturen der 2}3°-Felder graphisch interpoliert werden. Außer diesen 
Karten ist in den letzten Jahren ein größeres holländisches Kartenwerk über 
den Atlantischen Ozean erschienen (4), das auch Wassertemperaturen enthält, und 
zwar diskrete Werte für 2°-Felder für jeden Monat des Jahres, Die Werte 
beruhen auf einer sehr großen Zahl von Beobachtungen aus den Jahren 1870 
bis etwa 1920 (das Endjahr ist bei den einzelnen Monaten etwas verschieden). 
Leider reichen aber diese Karten nördlich nur bis zum 50, Breitengrad, so daß 
nur der westliche Teil des nordatlantischen Golfstromzweiges erfaßt wird. 
Beide angeführten Unterlagen wurden zur Bestimmung der Abweichung der 
Wassertemperatur vom Normalwert herangezogen, und die sich ergebenden 
Abweichungen sind in der Tabellentafel 12 mit aufgeführt. Zwischen den 
holländischen und dänischen Karten bestehen in den gemeinsam überdeckten 
Gebieten z. T. systematische Abweichungen, Man erhält für die drei hier unter- 
suchten Monate folgende Differenzen: 
August November Februar 
Abweichung: Holland—Dänemark + 0.5° — 0,6° + 0,3°, 
Da die dänischen Werte nur in graphischer Form vorliegen (Isothermen von 
1° zu 1°), ist anzunehmen, daß die hieraus berechneten Abweichungen die geringere 
Zuverlässigkeit '’besitzen, Daher wurden in den Gebieten, welche von beiden 
Kartenwerken überdeckt waren, ausschließlich die holländischen Werte zum Ver- 
gleich herangezogen, d. h, also bis zu 50° N-Br. beruhen die mitgeteilten Ab- 
weichungen von den Normalwerten auf den holländischen Angaben, bei allen 
anderen Feldern auf den dänischen Karten. 
Die mitgeteilten Werte der Abweichungen zeigen, daß diese häufig oberhalb 
der oben angegebenen Unsicherheitsgrenzen liegen, Auch beweist der gleich- 
mäßige Gang der Vorzeichen, daB diesen Zahlen reelle Bedeutung beizumessen 
ist, Wir erkennen zunächst deutlich die allgemeine starke Erwärmung des
	        
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