Kalle, K.: Meereskundl, chemische Untersuch, mit Hilfe des Zeißschen Pulfrich-Photometers. 97
Tabelle 11, Abhängigkeit der Phosphatreaktion von dem Alter des Zinnchlorür-Reagenzes bzw. von
dem Verhältnis 397.
Grundversuch 40 mg P/m? -L 0.15 ccm Zinnchlorür-Reagenz, nach 15 Minuten kolorimetriert.
Destilliertes Wasser " Künstliches Meerwasser
Gehalt an Sn‘ in% | K
50
25
12,5
6,25
3.13
1,56
0,78
;
599
676
658
648
590
233
131
51
Gehalt an Sn" in %
UA)
50
25
12,5
6.25
K
358
637
599
582
352
b) Oxydation des Zinnchlorür-Reagenzes beim Stehen an der Luft.
Der obigen Erscheinung der Beeinflussung der Phosphatreaktion je nach dem
Wirkungsgrad des Zinnchlorür - Rea- Tabelle 12. Oxydation des Zinnchlorür-
genzes kommt noch gine andere Bedon- Reagenzes beim Stehen an der Luft,
tung in praktischer Beziehung zu, Das | 4
frisch hergestellte Zinnchlorür-Reagenz F } com Beagenz verbraucht
unterliegt nämlich bereits von sich aus 100 7 ccm
beim Stehen an der Luft einer Oxydation,
Es ist daher für die Einhaltung der Ge-
nauigkeit der Phosphatreaktion von Be-
deutung, die Größe dieser Oxydation zu
bestimmen, Zu diesem Zwecke wurden
einige Titrationsreihen an Zinnchlorür-
lösungen, die unter den üblichen Bedin-
gungen aufbewahrt wurden*), über
mehrere Tage durchgeführt. Tabelle 12 u
(Fig. 8) gibt eine Titrationsreihe wieder, die von mehreren, naturgemäß etwas
streuenden Versuchen einen ungefähren Mittelwert darstellt.
Der Wirkungsgrad des Zinnchlorür-Reagenzes fällt demnach im Laufe von
24 Stunden auf etwa 50%. Der 75%-Wert wird in etwas weniger als der halben
Zeit erreicht, wie aus der Kurve (Fig. 8) hervorgeht, bereits in etwa 10 Stunden.
Da gemäß Fig. 7 ein 75% iges Zinnchlorür-Reagenz bei einem Maximalgehalt
von 40 mg P/m* bereits eine Fehlergröße von 10 K, die der kolorimetrischen
Fehlergrenze des Pulfrich-Photometers entspricht, verursacht, empfiehlt es sich
nach 10 Stunden das Zinnchlorür-Reagenz zu erneuern.
Ergebnis der Untersuchung am Zinnchlorür-Reagenz,
Die Untersuchungen haben folgendes ergeben. Es empfiehlt sich zweimal
je 0.15 ccm Zinnchlorür-Reagenz im Abstand von 10 Minuten zur Unter-
suchungslösung hinzuzusetzen und 5 Minuten nach der zweiten Zugabe zu kolo-
rimetrieren. Das Ergebnis ist einmal eine geringe Steigerung der Empfindlichkeit,
Zum andern und vor allem jedoch hat diese zweimalige Zugabe sich als zweck-
mäßig erwiesen bei Untersuchungen an natürlichem Meerwasser, vor allem in
Küstennähe, wo leicht störende Einflüsse die Phosphatreaktion abschwächen können.
Eingehendere Untersuchungen hierüber sind noch im Gange.
Als weiterer Punkt ist zu beachten, daß das Zinnchlorür-Reagenz nicht
älter als 10 Stunden ist. Andernfalls wird infolge der zu weit vorgeschrittenen
Oxydation bei älteren Reagenzien bei einem Maximalgehalt von 40 mg P/m? be-
reits die kolorimetrische Fehlergrenze von + 10 K überschritten.
*) Das Zinnchlorür- Reagenz wurde in Mengen von 25 ccm in kleinen, 30 ccm fassenden Glas-
stönselflaschen aufbewahrt.