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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 62 (1934)

Richter, J.: Die Eisverhältnisse des Weißen Meeres, 
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Onega, Archangelsk, und in ganz besonders großem Ausmaße in der Mesenbucht. 
Sie erstrecken sich an der Ostküste nordwärts bis zum Kap Kanin, Gegenüber, 
an der Murman— Terschenküste, reicht eine über 50 m tiefe Rinne bis dicht vor 
Kap Orlow. Die 50 m-Tiefenlinie verläuft in recht großen Windungen in nord- 
Sstlicher Richtung gegen Kap Kanin, Die größten Tiefen treten in einer großen 
Mulde, dem „Bassin“, auf, die etwa bei Kowda im Golf von Kandalakscha beginnt 
und sich bis weit in den Golf von Archangelsk hineinerstreckt. Den größten Raum 
dieser Mulde nehmen Tiefen von 100 bis 200 m ein. Zwischen Kusomen und 
Gridino senkt sie sich bis zu 300 m, vereinzelt noch tiefer hinab (siehe Tabelle 6), 
am Südost-Ende biegt sie in einem rechten Winkel um und sendet einen über 
50 m tiefen Ausläufer weit in den Gorlo hinein, 
Wie in der Ostsee unterscheiden wir auch im Weißen Meere zwei Wasser- 
arten verschiedenen Ursprungs: 
1. Die aus dem Atlantischen Ozean stammende Murmanströmung. Sie setzt 
an der Murmanküste entlang und fließt, der ablenkenden Kraft der Erd- 
rotation folgend, mit südlicher Richtung bei Swiatoi Noss in die Woronka ein. 
Das den Flüssen entstammende nordwärts zum Barentsmeer fließende 
Wasser. 
Da die Murmanströmung sehr salzreich, der auslaufende Strom aber salzarm 
ist, entsteht sowohl in der Woronka (Tabelle 4), als auch im Gorlo (Tabelle 5) 
ein von West nach Ost gerichtetes Salzgehaltsgefälle. Dem Salzgehalt entsprechend, 
aber dem jahreszeitlichen Wechsel unterworfen, verhalten sich die Temperaturen. 
Tabelle 4. Temperaturen und Salzgehalte in der Woronka?). 
Datum 
Position 
Nord-Breite | Ost-Länge 
4°C | 8% 
an der Oberfläche 
Bemerkungen 
1926 
31. August | 538° 20 
31. 58° 45 
1. September 58° 20 
31. August 68° 48 
31. 68° 20 
Sl: 67° 53 
40° 0 5.77 
419° 45 5.49 
41° 48 5.67 
42° 50 6.54 
42° 55 6.24 | 
420 45 6.79 
33.14 
33.84 
33.53 
zei Swiatoi Noss 
\ Westseite 
j Ostseite 
| 
32.48 
32.27 
31495 
Infolge der Erwärmung des Kontinents ist das Flußwasser im Sommer warm, 
das Meerwasser dagegen kühl. Daraus folgt eine Zunahme der Temperatur von 
West nach Ost. Im Winter aber, wenn das Flußwasser infolge der kontinentalen 
Ausstrahlung kälter ist als das Meerwasser, nimmt die Temperatur von Westen 
nach Osten ab. Tabellen 4 und 5,a zeigen die sommerliche, Tabelle 5,b die 
winterliche Ausbildung. 
Tabelle 5. NW—SO-Schnitt durch den Südeingang des Gorlo?). 
Position e°C | 8% 
Nord-Breite | Ost-Länge an der Oberfläche 
a) Sommerlicher Typ. 
38° 29 9.8 
38° 46 10.3 | 
39° 4 11.1 
39° 31’ 10.7 
1926 
25. Juni 65° 57 
25. 65° 50 
5. 659° 43 
25. 65° 35 
1925 
28, Oktober 
28, 
28. 
BB. 
») Winterlicher Typ, 
55° 58 38° 25 4.4 
55° 49 38° 49 3.7 
65° 41 89° 12 3.7 
65° 35 39° 28 2.9 
27.97 Station 1, bei Tetrino 
26.44 „2 
25.88 „3 
24.20 „4, bei Simnegorski 
1) Ber. d. Dtsch. Wissensch, Komm. f. Meeresforschung 1927, Bd. 3, H. 8, S. 219. 
%) Administr, d’Hydrogr., Sect. Hydr.-Met, Obs. Hydr.-Met. des. Exped. Hydrogr. Fasc, 5, 
Leningrad 1927, S. 42. — Fasc. 6, ebd. 1928, 8. 7.
	        
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