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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 61 (1933)

58 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1933. 
8 = 0.391, also doch immerhin von Null recht verschieden. Mit diesem Wert 
von ß läßt sich für beide Wasserarten angenähert die Größe OS berechnen; 
man findet +2.02 und — 1.70 und daraus für das Verhältnis die Werte 
4 1.098 und 0.926. Die Perioden der Seiches im rotierenden System sind dem- 
nach 5,47 und 6.49 Stunden, 
Man erkennt deutlich, daß der Einfluß der Erdrotation recht bedeutend ist: für 
die eine Wellenart wird die Periode gegenüber dem Wert ohne Rotation um fast 
1/„, Stunde erhöht, für die andere erniedrigt. Das sind aber gerade die Beträge, 
die Endrös im Falle des Schwarzen Meeres gefunden hat, wo Seiches von 5.5 
und 6.4 Stunden in Erscheinung treten. Daß diese Seiches nur mit kleinen 
Amplituden und überhaupt nur in wenigen aufeinanderfolgenden Wellen auf- 
treten, läßt sich wohl verstehen aus der Tatsache, daß, wenn durch die Erdrotation 
sich beide Wellengattungen ausbilden, beide sich gegenseitig stören müssen, 
vielleicht sogar Schwebungen mit langen Ruhepausen dazwischen auftreten, was 
dem ganzen Schwingungsvorgang einen unstabilen Charakter gibt; gerade dies 
charakterisiert aber die Seiches wie die Gezeiten des Schwarzen Meeres. Ich 
will nicht behaupten, daß in diesen Ausführungen die richtige Erklärung für das 
Auftreten verschieden langer Schwingungsdauer der Seiches im Schwarzen Meer 
liegt; die Erklärung, die Endrös gegeben hat, ist genau so plausibel und an- 
nehmbar. Der Zweck dieser Zeilen war es, auf den Einfluß der ablenkenden 
Kraft der Erdrotation hinzuweisen, der bei so großen Wassermassen nicht mehr 
zu vernachlässigen ist und sich gewiß in der Form der Wellen und in der 
Periodenlänge derselben äußern muß. 
Berlin, Institut für Meereskunde. 
Zur 
Reduktion hydrographischer Beobachtungen mit Hilfe graphischer 
Darstellungen der Korrektionen, 
Von Lotte Möller, Berlin, 
(Hierzu Tafel 7.) 
Der Gebrauch von Formeln und Tabellen macht häufig die Reduktion hydro- 
graphischer Beobachtungen zu einer recht zeitraubenden Angelegenheit, Ich 
möchte daher einige Vereinfachungen angeben, die durch graphische Darstellungen 
möglich ist. 
Die Reduktion der Umkippthermometer verlangt zunächst die Bestimmung 
der Kaliberkorrektion k, dann der thermischen Korrektion ce, Beide werden am 
praktischsten dann nacheinander angebracht, wenn für die Beobachtungen eine 
sehr große Anzahl von Thermometern verwendet worden ist, 
A, Schumacher hat in dieser Zeitschrift 1923 Hilfstafeln für die thermische 
Korrektion auf Grund einer Näherungsformel C + dC + a?C veröffentlicht. Bei 
der Benutzung der Tabelle ist jedoch eine Interpolation notwendig, die man 
durch graphische Darstellung wesentlich vereinfachen kann, Ich habe 1924 einige 
Entwürfe dieser Art versucht, deren einer sich bei der Bearbeitung der Tempe- 
raturserien der „Meteor“-Expedition gut bewährt hat {(s, Wissenschaftl. Ergeb- 
nisse der „Meteor“ Expedition, Wüst, Bd, IV, 1, S. 69; desgleichen, Böhnecke, 
Bd. IV, 1, S. 238). 
Diese graphische Darstellung der thermischen Korrektion enthält Linien 
gleichen (T + vol.) in einem Koordinatensystem, dessen Abszisse die Korrek- 
tionen 6 und dessen Ordinaten die Werte (T —t) bezeichnen, wobei für die 
Ordinate 1°C = 20cm und für die Abszisse 0.02°C = 1 cm gewählt wurde. Für 
den ersten Entwurf habe ich die Tabelle von A. Schumacher bis auf (T + vol.) 
= 400°C erweitert und den Ausdehnungskoeffizienten 1 : 6300 in der Korrektions- 
formel verwendet, der für die älteren Thermometer gilt. Für die neueren 
Thermometer der Expedition wurde die Tafel dann mit dem Werte 1:6080 auf
	        
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