Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1932,
Die einheitliche Signalgebung der Windsemaphore ist am 1. April in Kraft
vetreten.
20
e) Klimatologie.
1. Die Station I. Ordnung im Seewartengebäude,
Ein neuartiger Böenschreiber Hartmann & Braun wurde beschafft, ein Handanemometer
Rosenmüller, ein Hypsometer, ein Reservethermograph. Der Böenschreiber
Steffens-Hedde erhielt eine neue Trommel mit Spezialuhrwerk und eine
Heßsche Kapillarschreibfeder, Eine Reihe von Instrumenten wurde aufgearbeitet
und ausgebessert,
2, Küstenstationen,.
Es wurden 2 Barometer, 14 Thermometer, 9 Regenmeßgläser, 10 Aspiratoren
ersetzt, eine englische Hütte, 4 Thermographen, 1 Hygrograph aufgearbeitet. Die
Böenschreiber erhielten die Heßsche Kapillarschreibfeder, In Altenwalde und
Borkum haben englische Hütte und Regenmesser eine freiere Aufstellung erhalten.
In Borkum wurde ein Hygrograph neu aufgestellt; Bülk erhielt zur Vervollständigung
einen Barographen und eine englische Hütte; hier wurde der durch
den Sturm am 4,/5. Januar umgebrochene Windmessermast neu errichtet. In
Marienleuchte auf Fehmarn konnte der Böenschreiber Steffens-Hedde endlich
aufgestellt werden. Die Sturmwarnungsstellen Eckernförde, Neukuhren und
Brüsterort erhielten neue Hellmannsche Regenmesser, Wesermünde und Brunshausen
neue Aneroide.
8. Feuerschiffe,
F.-8S. Außenjade erhielt ein neues Barometer, das Barometer von Reserve-F.-5.
Amrumbank ist repariert und neu geprüft. Reserve-F.-S. Borkumriff erhielt eine
Bordthermometerhütte, F,-S. Adlergrund einen neuen Barographen und einen
Handwindmesser Morell, Nachdem die neu konstruierten kardanischen Gehänge
für Regenmesser auf den F.-S, Borkumriff und Elbe I ausprobiert waren und
sich bewährt hatten, wurden auch die F.-S. Adlergrund, Amrumbank, Außenjade,
Fehmarnbelt und 4 Reserve-F.-S, damit ausgerüstet; insgesamt wurden 10 kardanische
Gehänge und 14. Regenmesser an die F,-S. ausgegeben.
4, Die Monatstabellen von Borkum, Wilhelmshaven, Altenwalde, Hamburg,
Kiel, Warnemünde, Stettin, Rügenwaldermünde, Danzig und Königsberg wurden
in den „Ann, d, Hydr.“ auf der letzten Seite der Hefte laufend als „Küstenwitterungsbericht“
veröffentlicht. Der Jahrgang 1930 des Meteorologischen
Jahrbuches (Beobachtungssystem der Deutschen Seewarte) wurde bearbeitet und
veröffentlicht. Für das „Hamburgische Statistische Jahrbuch“ wurde der Beitrag
über die hamburgischen Wetterverhältnisse geliefert.
Der klimatologische Auskunftsdienst hielt sich etwa auf der Höhe des
Vorjahres,
Im Februar wurden die Stationen Bülk, List, Cuxhaven und die im Küsten-Abschnitt
Wilhelmshaven und Borkum liegenden Stationen und Sturmwarnungsstellen
durch Dr, Wittenbecher dienstlich besucht, die an der Weser gelegenen
Sturmwarnungsstellen von Bremen bis Hoheweg-Leuchtturm sowie diejenigen an
der Elbmündung durch Ober-Insp. Stute,
f) Lehrtätigkeit.
Vom 5, bis 7, Januar fand ein eingehender Unterrichtskursus im Bordwetterdienst
für 5 Navigationsoffiziere der Reichsmarine statt; die Unterrichtenden
waren Dr. Markgraf und Dr. Wittenbecher, Im Dezember wurde Inspektor Beßler
der Debeg an mehreren Tagen im Zeichnen von Bordwetterkarten unterwiesen.
Mehrere Seefahrtschulen wurden mit Lehrmaterial über den Seewetterdienst der
Seewarte versehen,
Im Dezember begann ein meteorologischer Unterrichtskursus im Norddeutschen
Regatta-Verein, Über die Vorlesungen des Abteilungsleiters siehe Abschnitt AI
dieses Berichts.