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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1932.
von Schiffsglocken und Arbeitsweise der neuesten Echolotgeräte und Echographen,
über die während einer Dienstreise auf dem norwegischen Dampfer „Kong Ring“
praktische Erfahrungen gesammelt werden konnten. — Zu den Besprechungen
des Ausschusses des Deutschen Nautischen Vereins über Funkfeuergruppierung
im Englischen Kanal, in der Nordsee und Ostsee sowie über den Nautischen
Funkdienst wurde die Abteilung wiederholt hinzugezogen.
i) Modell- und Instrumentensammlung.
Für die Instrumentensammlung wurden neu beschafft: 1 Speziallampe für
Kollimator, 1 Präzisionsvoltmeter für Gleichstrom, 36 Thermometer, 1 Kessel
Für Aneroidprüfgerät, 1 Thermometerprüfgerät, 4 Stablampen, 2 Kompaßprüftische,
2 Tangens-Ablenkungsgeräte, 6 Schaltanlagen zur Prüfung von Laternen mit
elektrischem Licht, 3 Schalttafeln für elektrische Vergleichslaternen, 2 Tische für
Kompaßprüfgeräte,. Aus vorhandenen Beständen wurden zwei Hauptagenturen
mit neuen Normalkompassen versehen. — In Auftrag gegeben wurden 1 Kompaß-
prüftisch, 1 Tangens-Ablenkungsgerät, 4 Neigungsmesser, 7 verstellbare Peil-
vorrichtungen; diese Gegenstände sind für die Hauptagenturen bestimmt und
kommen im Jahre 1933 zur Ablieferung. — An größeren Reparaturen sind zu
verzeichnen: 27 Barometer, 2 Kompasse, 2 Kompaßprüftische, 2 Sinus-Ablenkungs-
geräte, 2 Uhren.
Für die Modellsammlung wurde durch Tausch das Modell des Vollschiffes
„Dora“ erworben. Ein Modeilschutzkasten wurde neu beschafft,
Für Forschungs- oder Informationsreisen wurden ausgeliehen: 2 Reisebaro-
meter, 1 Libellenquadrant, 1 Dosensextant, 1 Kimmtiefenmesser, 3 Thermometer,
2 Taschenkompasse, 1 Höhenaneroid, 2 Paulin-Barometer, 4 Taschenspektroskope,
k) Hauptagenturen, Agenturen und Prüfstellen,
Die im Bereich der Nordseeküste und in Schleswig-Holstein gelegenen aus-
wärtigen Nebenstellen wurden vom Vorstand der Abteilung besichtigt. — Infolge
des Eingehens einer Stelle bei der Hauptagentur Bremerhaven und der noch
nicht erfolgten Wiederbesetzung der Hauptagenturgehilfenstelle in Bremen mußte
bei Erkrankung oder Beurlaubung des Hauptagenturpersonals von der Abteilung
Ersatz gestellt werden.
VI. Bericht über die Tätigkeit der Abteilung III (Meteorologie).
Die Arbeit der Meteorologischen Abteilung konnte im Berichtsjahr weiter
entwickelt werden. Einen Schritt vorwärts im Seewetterdienst bedeutet die Ein-
führung eines funktelephonischen „Deutschen Seewetterberichts“, der
seit dem 21. November zweimal täglich (auch Sonntags) zu festen Zeiten (11° und
22% Uhr) durch den überall hörbaren Deutschlandsender im allgemeinen öffent-
jichen Interesse verbreitet wird, Durch diesen Bericht wird die Seewarte den
Forderungen der deutschen Küsten- und Kleinschiffahrt in Nord- und Ostsee
gerecht; der Bericht findet bei der Küstenbevölkerung entsprechend großen Beifall.
Ein wichtiger Fortschritt ist ferner die Schaffung eines besonderen Fisch-
dampfer-Wettermeldedienstes von See. Die Hochseefischerei fordert eine
Vertiefung der wetterdienstlichen Beratung durch die Seewarte; dies ist aber
nur möglich, wenn aus den betr. Meeresgebieten auch ausreichend Wetter-
meldungen vorliegen. In enger Zusammenarbeit mit den Fischdampfer-Reede-
reien zieht die Seewarte etwa 40 Fischdampfer zu diesem regelmäßigen Wetter-
meldedienst heran, etwa die Hälfte hiervon melden bereits jetzt von ihren Fang-
fahrten nach der Nordsee, Island, der Bäreninsel, dem Barentsmeer, Durch
diese wesentliche Verbesserung ist es möglich, den von der Seewarte ausgegebenen
Fischerei-Wetterbericht im Hochseerundfunk auszubauen,
Besondere Erwähnung verdient auch die erfreuliche weiterdienstliche Zu-
sammenarbeit mit der Flotte.