accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 61 (1933)

398 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November/Dezember 1933, 
Ferner ist eine Tafel für den Stundenwinkel von 
Polaris und eine zur Ermittelung der Breite aus 
der Höhe dieses Sterne beigegeben, auch eine Tafel 
zur Korrektion von Höhen, gemessen mit dem 
Libellensextant, Die Mondephemeride enthält An- 
gaben zur Entnahme der Mondauf- und -untergänge. 
abgerundet auf 10m, Weiter sind außer einer 
Sternkarte beigefügt d Diagramme für Sonnenauf- 
und -untergänge (Ablesegenaugkeit I bis 2w) und 
| Diagramm für Dauer der Dämmerung, 
Die Genauigkeit (0,1) — die gleiche wie im 
Deutschen Nautischen Jahrbuch — genügt auch 
für den Gebrauch der Ephemeride an Bord der 
Seeschiffe, und man kann annehmen, daß dieser 
Versuch nicht nur der Luftfahrt, sondern auch der 
Seefabrt gelten soll. Die Genauigkeit der Tabelle 
entspricht Höhbenbeobachtungen über der Kimm, 
wie sie von Luftecbiffen und Flugbooten im Ozean- 
luftverkehr genommen werden, Von Flugzeugen, 
die auf künstliche Horizonte angewiesen sind, kann 
Jagegen die Genauigkeit von 0.!” nicht ausgenutzt 
werden; für diese sind die Tafeln auch wegen des 
kleinen Drucks wenig geeignet, 
Die Tabulieraung des Slundenwinkels soll die 
Rechenarbeit bei Ermittelung des Standortes er- 
leichtern und beschleunigen. Sie hat offenbar viel 
Anklang gefunden, denn sie ist auf den er«ten 
Blick überraschend, Man muß sich aber davor 
hüten, das Überraschende als Maßstab zu nehmen, 
Die Nachteile sind großer Umfang der Tafeln und 
zine sehr lästige Einschaltarbeit, Als Vorzug der 
Tabulierung des Stundenwinkels in Gradmaß wird 
auch der Fortfall von Zeitverwandlungen angesehen, 
Die Arbeit der Einschaltung steht aber der Arbeit 
dieser Verwandlungen nicht nach, Erst bei wesent- 
lich geringerer Genauigkeit der tabulierten Werte 
'Bogenminute oder noch besser 0.1°), wie sie von 
der Deutschen Seewarte für den Gebrauch mit 
Libellen=extanten ausgerüsteter Flugzeuge Vvor- 
geschlagen wurde, werden die Tafeln für die FKin- 
schaltuog so klein, daß di se im Kopf ausgeführt 
werden kann, Auch abwesehen von der Einschalt- 
arbeit kan man über den Nutzen der Tabulierurg 
des Stundenwinkel« statt (irader Aufsteigung Oder 
Zeitgleichung im Zweifel sein, da e8 auch andere 
Wege zur Beschleunigung der Auswertung gibt. 
Daß vom Naval Observatory in wohldurch- 
dachter Form dieser Versuch gemacht und die 
Tafeln der See- und Luftfahrt zum Ausprobieren 
zur Verfügung gestellt wurden, muß mit Dank 
anerkannt werden. Es ist zu hoffen, daß diese 
Versuche fortvesetzt werden, A. Repsold. 
Dr. Fritz Conrad, Astronomische Ortsbestimmung 
und Kimmtiefenmessung auf See, Veröflent- 
chungen des Marineobservatoriums in Wilhelms- 
haven. 1933, 4% 1108, Mit 9 Figurentafeln und 
30 Abb. im Text. 
Verfasser bat vom verankerten Schiff auf 
hoher See, dessen Ort genau bestimmt war, Sonnen- 
and Sternhöhen mit dem Bextanıen beobachtet, 
Diese Höhen wurden zu wahren Höhen beschickt 
and mit den für den Schiffxort berechneten wahren 
Höhen verglichen, um die Genauigkeit einer Höhen: 
zeobarchtung festzustellen. Die Kimmtiefn wurden 
nit Zeissschen Kimmtiefenmessern ermittelt, deren 
Fehler stets sorgfältig bestimmt wurden. Dabei 
stellte es sıch heiaus, worüber auch schon früher 
geklagt war, daß der. Kimmtiefenmesser sehr sorg: 
filtig behandelt. werden muß und our in der 
Hand des Fachmannes das von ihm Verlangte 
leisten kann. 
Um den mittleren Fehler einer Höhenbeobh- 
achtung zu fioden, hat der Verf, alle Beobachtungen 
mal streng nach der Meihode der kleinsten 
Juadrate, das andere Mal nach einer eigenen 
zeichnierischen Methode (harmonische Analyse) aus- 
zeglichen, Die Ergebnisse stimmten gut überein, 
was cdler Verteilung der Höhen über alle Azimute 
entspricht, Der mittlere Fehler einer Sonnenhöhe 
betrug 0.5, einer Sternhöhe 0.8‘. Auffällig ist, 
daß Ser Fehler bei Höhen im Mittag oder in der 
Nähe des Meridians wesentlich höher ist als bei 
Vormittags. und Nachmittagshöhen, Den höchsten 
mittleren Fehler haıten Sonnenhöhen unter 10°, 
nämlich 0.W. Diese Höhen sind daher mit be- 
sonderer Sorgfalt in der Praxis zu behandeln. 
Als beste Forme] für die Kimmtiefe (Auges 
höhen bis 8 m) findet der Verfasser 
K= 190 VA HH 035 (ap — Kassen) 
Danach jst der in den Nautischen Tafeln gebrauchte 
Fakı or 1.8’ zu ktein. Wichtig ist, daß diese Formel 
sowohl aus den Höhenbeobachtungen als auch aus 
den Kimmtiefenme-sungen folgt. 
Die mit großer Sorgfalt und Geschick durch- 
geführte Arbeit wird fortgesetzt mit neuen, besonders 
für solche Arbeiten gebauten Meßgeräijen, 
A, Wedemeryer, 
Oceamography. Bulletin of the National Research 
Counal, Number 85, June 1932, Physics of 
the Earth V. Preparei under the auspices of 
the Subsidiary. Committee on Oceanography. 
Washington 1932, 581 5. Preis 5 $. 
Auf Anregung der Abteilung für Physik des 
National Research Council der Vereinigten Staaten 
ron Nordamerika wurde 1926 eine Kommission 
mit der Aufgabe eingesetzt, die Veröffentlichung 
:iner Reihe von zusammenhängenden Werken über 
jas Ch samtgebiet der Geophysik vorzubereiten. Für 
die Abfassung des Textes war Leitlinie, duß der 
Nichtspezialist. einen Einblick in den augenblick« 
lichen Sıand des Wissens und die zur Zeit im 
Vordergrunde stehenden Probleme erhalten sollte, 
Vorgresehen sind inswesamt neun Bände, von ihnen 
zind. bis jetzt fünf erschienen, ie behandeln; 
Vulkanologie, die Gestalt der Erde, Meteorologie, 
das Alter der Erde und Ozeanographie; in der Ver- 
öfferatlichungsreihe: Bulletin Series of the National 
Research Council bilden sie Nr. 77, 78, 79, 80 
and 85. Wie bei den übrigen Bänden handelt es 
sich auch bi dem Band Özeanographie nicht um 
zing@ systematische und gleichmäßıge Behandlung 
des gesamten Wiesensgebietes, sondern um die ein- 
gehende Erörterung ausgewählter, zur Zeit als be- 
sonders wichtig angeseheper Fragen durch Spezial- 
torscher. Geraue darin aber liegt ein besonderer 
Wert des Buches: die einzelnen Abschnitte geben 
Jurechgehends ein klares Bild davon, wss wir bis 
jetzt wissen und wo die nach Ansicht des betr. 
Ver fassers zunächst zu bebandelnden Anfgaben 
liegen, Das Werk ist ein erfrenliches Zeichen für 
das wachsende Interesse, das man der Özeanographie 
in den Vereinigten Staaten neuerdings entg-gen- 
bringt und das hoffentlich bald auch zu größeren 
praktischen Untersuchungen auf See, insbesondere 
im Stlien Ozem, führen wird. 
In der Einleitung gibt N, H. Heck eine Be- 
stimmung d-s Inhaltes der Ozeanographie und eine 
Übersicht über die Anlage des Buches, Zwei Ab- 
„‚chrrüute betreffen den Boden des M-eres, der von 
6. W Littlehales die Map des Meeres- 
bodens und der von Leon W. Collet die Tiefsee-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.