Stein, W.: Zur Frage der Temperaturmessung auf Schiffen, 379
Als ich am nächsten Tage diese Beobachtung wiederholen will, ändert sich
die Einstellung der Thermometer bei offenstehender Tür nicht. Die Rück-
strahlung des Tanks kommt nicht an die Thermometer, ihr Raumteil liegt im
Strahlungsschatten, Dagegen liegt die Bordhütte in praller Sonne und zeigt
30.5° an gegen 24° des Aßmann.
Abgeschlossen am 28, April 1932, -
Deutsche Beteiligung an ausländischen Expeditionen im Rahmen des
Internationalen Polarjahres 1932/33
Von Dr. P. Heidke, Hamburg, Deutsche Seewarte.
Über die von der Deutschen Polarjahr-Kommission angeregte oder unter-
stützte deutsche Beteiligung am Internationalen Polarjahr 1932/33 habe ich be-
reits berichtet‘). Nähere Angaben für einzelne Sachgebiete haben A. Nippoldt2)
(Erdmagnetismus, Erdstrom, Polarlicht), K. Kähler®) (Luftelektrizität), Süring‘)
(Sonnenstrahlung und Wolken), J, Georgi*®) (Maritime Meteorologie) gebracht,
Die ungünstigen geldlichen Verhältnisse des Deutschen Reiches hatten die
Einrichtung einer amtlichen deutschen Station in der Arktis verhindert, Immer-
hin konnte ermöglicht werden, daß auch Deutsche meist mit amtlicher deutscher
Unterstützung im Anschluß an ausländische Expeditionen auf verschiedenen
arktischen Stationen Beobachtungen im Rahmen des Polarjahres ausführen
konnten.
Im Nachstehenden bringe ich eine Zusammenstellung über die Teilnahme
ron Deutschen an ausländischen Expeditionen, wobei ich mich auf Mitteilungen
von G, Angenheister, K. Stuchtey, K. W. Wagner sowie auf verschiedene
Veröffentlichungen stütze.
A, Hooker-Insel. (80° 20° N, 53° #‘ O-Lg. Gr.) Dr. J. Scholz, Assistent am
Meteorologisch-Magnetischen Observatorium Potsdam, hat auf Einladung der
russischen Regierung an deren Expedition nach der Hooker-Insel teilgenommen,
wo die Russen seit 1930 ein festes Observatorium unterhalten, und wo Dr. Scholz
seine Beobachtungen am 8. VIIL 1932 aufgenommen hat. Die wissenschaftliche
Ausrüstung hatte das Observatorium Potsdam mit Unterstützung der Notgemein-
schaft der Deutschen Wissenschaft zusammengestellt, Das Programm umfaßte
hauptsächlich luftelektrische Messungen, die nach den gleichen Meßmethoden und
zu denselben Zeiten wie in Potsdam vom August 1932 bis zum August 1933 durch-
zuführen waren, um einen Vergleich der luftelektrischen Verhältnisse nahe dem
Nordpol mit denen in der norddeutschen Tiefebene zu ermöglichen‘),
Ferner hatte Dr. Scholz nach dem gleichen Verfahren Eissprengungen für
Eisdickemessungen auszuführen wie Dr. K. Woelken auf Nowaja Semlja’),
B. Nowaja Semlia. Dr. K. Woelken, früher Assistent am Geophysikalischen
Institut der Universität Göttingen und Mitglied der A. Wegenerschen Grönland-
Expedition 1930/31 auf deren Weststation, hat als Geophysiker an der von
Yermolajew geleiteten russischen Expedition teilgenommen, die insgesamt sieben
Mann auf Nowaja Semlja zur Errichtung einer Küstenstation sowie einer Binnen-
station etwa 80 km davon entfernt aussetzen sollte. Dr. Woelkens Sonderauf-
zaben, zu deren Durchführung die Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft
die erforderlichen Instrumente zur Verfügung gestellt hatte, waren Eisdicke-
messungen und Sprengungen zum Studium der Schallausbreitung,
Die Eisdickemessungen waren auf einem Längs- und einem CQuer-
orofil durch die eisbedeckte Insel nach seismischen Methoden durchzuführen, die
sich bereits auf der Wegenerschen Grönlandexpedition 1930/31 bewährt hatten.
‘) Ann, d. Hydr. usw. 1932, 8. 470/475. — *) Forschungen und Fortschritte 1932, 5, 324/325. —
') Ebenda 1932, 8.363. — %) Ebenda 1932, 8. 375/376. — % Ebenda 1933, 8. 211/212, — *) Näheres
; K, Kähler in Forschungen und Fortschritte 1932, 8, 363, — ”) Hergesell in Seer. de l’Organ.
Metcorol. Intern. No. 16. II. rapport de 1a Commiss, Intern, de PAnnce Polaire, 1932/33, Compte-
rtendu des traveanx de ia comm, Octobre 1931—Mai 1933. Proeds-verbaux des scances de In r6up,
ı Copenhague, Mai 1933, 8, 94/95,