Köppen, W.: Anzeichen für die Schwächung und Verstärkung der Hochdruckgebiete usw. 375
Die Fälle der Entstehung eines stärkeren Hochdruckgebiets durch Ver-
schmelzung mehrerer solcher zeigten keine einheitlichen Züge, Die je vier übrigen
Typen der Verstärkung und Abschwächung eines „Hochs“ stellt Michel in den
folgenden 8 Diagrammen schematisch
dar. Die Länge der ausgezogenen
Pfeile drückt die durchschnittliche
Geschwindigkeit der hohen Luft-
strömung nach der darunter ange-
gebenen Skala aus. Mit den ge-
strichelten großen Pfeilen sucht der
Verfasser die vorherrschende Luft-
bewegung über diesen Hochdruck-
gebieten zum Ausdruck zu bringen,
Das Hauptergebnis seiner Unter-
suchung sieht der Verfasser darin,
daß in schwindenden Hochdruck-
gebieten die Divergenz, in wachsenden
die Konvergenz der Luftströmungen
überwiegt, „Die Verstärkung eines
Maximums geschieht daher, weil der
Zufiuß von Luftmassen in das Gebiet,
wohin das Maximum sich bewegt, aus
dem Maximum selbst und von außer-
nalb (vor allem aus der Rückseite
des östlichen Minimums) größer ist
als deren Abfluß aus diesem Gebiet
und aus dem Maximum in anderen
Richtungen.“ Im Schema I „zeigt
sich im Östlichen Teil eines aus-
gedehnten Maximums über einer
Reihe von Stationen in der Höhe ein
mächtiger und einheitlicher Luft-
strom von N nach S, fast in der
Richtung des Meridians‘“. Diese Hoch-
druckgebiete wandern nach Süden,
und bei ihrer Verstärkung scheinen
auch die Gebirge, die sich quer vor
ihre Bahn legen, wesentlich mitzu-
wirken. Wie die Fortpflanzung der
übrigen Maxima war, gibt der Ver-
fasser nicht an. Im Schema II der #%#
Verstärkung eines Maximums ist die az
Luftbewegung an seiner Südgrenze +")
in der Höhe fast entgegengesetzt der- A
jenigen am Erdboden. Leider geht
der Verfasser gar nicht auf die aus
den beobachteten Bewegungen zu
lolgernde Druckverteilung in diesen Schichten und Verteilung der Temperatur in
den darunter liegenden ein. Die Luft bewegt sich ja in der freien Atmosphäre
mit geringen Ausnahmen parallel den Isobaren dieses Niveaus, und ihre Ge-
schwindigkeit zeigt deren Abstand voneinander an. Die Änderung der hori-
zontalen Druckverteilung mit der Höhe aber hängt von der horizontalen Tempera-
turverteilung ab, und ist also ein Anzeiger für diese, Es wäre höchst interessant,
wenn die Untersuchung des Herrn Michel unter diesen Gesichtspunkten und an
größerem Material wiederholt werden würde,
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