wird gehen, denn tief steckt der Satz »Gemeinnutz geht vor Eigen:
nutz« als Berufslebensweisheit in dem Seemann“ — so urteilte unser
Präsident, selbst ein alter Seemann. Und es ging! Es entstanden die
neuen Schiffstagebücher, die ein Vielfaches von Messungen und Beobs
achtungen vorsehen gegenüber ihren Vorläufern und gleichwohl in alter
Pflichttreue von dem deutschen Seemann ausgefüllt werden.
Weiter ging die Entwicklung: Es meldete sich der deutsche Ozeans
luftverkehr mit seinen außerordentlich hohen Ansprüchen an die mess
sende und beobachtende Meteorologie. Abermals setzte eine neue Mehr-
belastung der deutschen Seefahrer und Reeder ein. „Sie werden nicht
versagen, wenn ’s um das Wohl der Allgemeinheit geht“, meinte Dominik.
Und wieder hatte er recht! Im Gefolge der wissenschaftlichen aerolos
gischen Forschungsfahrten der Seewarte nahmen nunmehr Reeder und
fahrende Nautiker selbst das aerologische Hilfsmittel, den Pilotballon
zur Erkundung der oberen Luftströmungen, in die Hand, um der
Wissenschaft zu helfen für die Bedürfnisse des deutschen Luftverkehrs.
Deutschland marschierte auf einem verheißungsvollen Wege in der Welt
voran dank der Initiative des Verstorbenen. Und hier am Institut ent
stand die Seeflugabteilung, die Dominik — jetzt mit dem Blicke des
Menschenkenners — in bewährte Hand legte. Ein für die Zukunft der
Anstalt entscheidender Schritt war getan. Andere sollten ihm folgen.
Hatten sich bei den bisher berührten Maßnahmen unseres Präsiden»
ten noch Leitgedanken des Seewartengründers in ihrer ursprünglichen
Form ausgewirkt — Mitarbeit des Seemannes an der Erschließung
des Meeres! —, so erweiterte nunmehr Dominik — Ende 1929 war es —
deren Umfang mit einer kühnen Idee: diese entwickelte sich aus dem
Bestreben, unsere Anstalt noch mehr den Lebensnotwendigkeiten des
ganzen deutschen Volkes nutzbar zu machen, sein Ringen zu unterstüts
zen, auf dem Weltmarkt wieder in die vordere Front zu kommen. Eine
große Denkschrift an die beteiligten Ministerien leitete vor 3'/2 Jahren
den Schritt ein. In ihr deutete sich zum ersten Male jene erweiterte Idee
an: die stille Eingliederung aller durch ihre persönlichen geistigen Inters
essen dazu berufenen Deutschen auf der Erde in den Mitarbeiterkreis
zur geophysikalischen Erkundung des Erdrau mes für die wirtschafts
lichen, verkehrlichen, wissenschaftlichen und sonstigen Belange unseres
Volkes. — Ein überwältigender, seiner Zeit weit vorauseilender Gedanke!
Fast will mir scheinen, als ob erst jetzt nach dem großen politischen Ges
schehen des letzten Halbjahres weitere Kreise reif geworden sind, ihn in
seiner ganzen Tragweite zu erfassen. Aus ihm heraus schuf Dominik
unter bescheidenem Namen das aufblühende und außerordentlich frucht»
bare Ressort für überseeische und koloniale Meteorologie. Und wiederum
bewährte sich der Menschenkenner, indem er die Unterstützung eines
hohen Senates unserer Hansestadt erbat und erhielt, um eine bewährte