Hugo Dominik +
Der Präsidentder Deutschen Seewarte,Vizeadmirala.D.
DOMINIK, ist am 15. September 1933 einem Herzschlag
erlegen. Ihm zur Ehre hat am 20. Sep tember in der Sees
warte eine Gedenkfeier stattgefunden. Oberreg., Rat
Dr. Castens widmete dem Heimgegangenen folgende
Worte der Erinnerung:
Wi wollen gemeinsam eines Toten gedenken — — des ersten Leiters
der Deutschen Seewarte, der in den Sielen starb, unseres heimgegangenen
Präsidenten, Vizeadmirals a. D. Exzellenz Dominik!
Es war vor wenigen Monaten: ich stand in dem Arbeitszimmer des
Verstorbenen. Er wies auf die Bilder seiner Vorgänger hin, auf Admiral
Herz, der nach der fast 30jährigen Tätigkeit des Gründers der Anstalt,
Professors Georg von Neumayer, ihre nunmehr und weiterhin ad-
ministrative Leitung erhalten hatte: „Sieben Jahre: hat er an der Spitze
des Instituts gestanden !‘‘; er zeigte auf Admiral Behm: „Sieben Jahre
war er hier tätig!“, auf Geheimrat Capelle: „Sieben Jahre führte er die
Anstalt! — meine sieben Jahre sind jetzt abgelaufen,‘ Ich erwiderte ihm
ehrlichen Herzens — ein Mann in blühender Gesundheit stand vor mir —,
die sieben Jahre seien nur der Auftakt zu den nächsten sieben gewesen. Er
hat recht behalten; wir beugen das Hauptvor der Allmacht des Schicksals!
Die „Ära Dominik“ — was ist sie für unser Institut gewesen? Wenn
wir es wagen, schon jetzt, wo der an sich notwendige Abstand uns noch
fehlt, sein Schaffen zu würdigen, so müssen wir zuvor auf das Wesen der
Deutschen Seewarte, dieser eigenartigen, ja fast einzigartigen Anstalt
kurz eingehen.
Die Deutsche Seewarte dient der naturkundlichen, insbesondere der
geophysikalischen Erschließung des weiten Seeraumes für die Lebens»
notwendigkeiten des deutschen Volkes auf den Gebieten der Weltwirts
schaft und des Weltverkehrs. Das Weltmeer selbst, nur ein Teil des Sees
raumes, nimmt fast®/, der Erdoberfläche ein. Wie sollen die wechselnden
Naturerscheinungen auf dieser Fläche, über und unter ihr, laufend ver:
folgt werden? Küsten » Beobachtungswarten liefern nur Randproben,
gelegentliche fachwissenschaftliche Expeditionen nur Stichproben, Allein
durch Mitarbeit des Berufsseefahrers und Luftfahrers zur See kann dem
Mangel abgeholfen werden. Dieser fragt: „Was nützt mir meine freis
willige Mitarbeit?“ Das ist sein gutes Recht. — ,,Du lernst die Elemente
kennen und somit beherrschen, wenn du uns hilfst‘*, darf die Wissenschaft
mit ebenso gutem Recht antworten. — Die Kette des gegenseitigen Gebens
und Nehmens beginnt zu laufen. — „Wir bedürfen eurer nicht mehr: