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Full text: 61, 1933

Kleinere Mitteilungen. 
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Zur Bestimmung der Windstärke müßte man schon genaue Angaben über 
die Höhentemperaturen haben, die man leider nicht überall zur Verfügung hat, 
Bei genauer Verfolgung der Herkunft und des Alters der Luftkörper wird sich 
aber auch die Größe der Gegensätze und damit die Windstärke einigermaßen ab- 
schätzen lassen. 
£s kommt im Wetterdienst ja vor allen Dingen darauf an, ein wenig zeit- 
craubendes Hilfsmittel zur Vervollkommnung der Diagnose und Prognose zur 
Hand zu haben. Nach Festlegung der Fronten, was heutzutage im Wetterdienst 
doch wohl allgemein geschieht, wird die Herstellung‘ solcher Hilfskarten bei 
einiger Übung nur wenige Minuten in Anspruch nehmen. Bedingung ist natür- 
lich eine gründliche Erkenntnis der Luftmassenverteilung. Hierbei können nun 
wieder vorhandene Höhenwindmessungen, die an sich zur Kontrolle stets 
wünschenswert bleiben, über etwaige Zweifel, z. B. welche von zwei benachbarten 
Kaltluftmassen die wärmere ist, hinweghelfen. 
G. Roediger, Hamburg, Deutsche Seewarte. 
2. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 11. Seeverkehrsweg: 
Arabisches Meer. — Aus der Sammlung des überseeischen meteorologischen Dienstes 
der Deutschen Seewarte, — Verlauf eines Frühlingstages im Gebiet öst- 
lich von Sokotra gegen Ende der NO-Monsun- Zeit: „Seit dem Passieren 
von Sokotra (Mitternacht vom 22. zum 23. März 1933) ist der Monsun als solcher 
unzweifelhaft zu erkennen, Zwar schwankt der Wind noch sehr in der Rich- 
tung zwischen SO und ONO, aber er bleibt in seiner Stärke 1 bis 2 beständig. 
Seit gestern (Schiffsort: 11° 10’ N, 60° 41’O) ist der Wind weiter auf NO ge- 
dreht und hat dabei an Stärke und Stetigkeit zugenommen. 
Während der letzten Nacht frischte der Wind weiter auf und weht nun den 
ganzen Tag (25, März 1933) mit Stärke 3 aus NNO. Der Himmel ist bei Sonnen- 
aufgang fast wolkenlos und läßt die Sonne mit vollem Licht den neuen Tag be- 
grüßen. Die Lufttemperatur ist bei Sonnenaufgang bis auf 26,5° heruntergegangen, 
während die Wassertemperatur ziemlich gleichmäßig bleibt und 27° zeigt. Bis 
8b W.O.Z. steigt tz. auf 27.2° und erreicht um 12h 28,5°, Der Himmel bleibt 
während des ganzen Vormittags leicht mit leuchtenden Cu übersät. Lediglich in 
niedriger Höhe treten die Wolken dichter zusammen und lagern hier wie ein 
Kranz um den ganzen Horizont, hin und wieder Lücken zeigend. Die Kimm ist 
stark ausgeprägt. Mittags befindet sich das Schiff auf 10° 11’ N und 65° 6' 0. 
Kurz nach Mittag bildet sich im Zenit ein feiner Ci-Schleier, aber er verschwindet 
bald wieder nach W und bleibt dort noch längere Zeit, sich verdichtend, erkenn- 
bar. Der Horizont bleibt weiter stark ausgeprägt, der Himmel ist bis auf etwa 
10° Höhe mit leuchtenden Cu bedeckt. In größerer Höhe segelt nur vereinzelt 
eine Wolke. Dieser so bewölkte Himmel gibt zusammen mit der stahlblauen See 
mit ihren weißen Köpfen ein imposantes Bild des so sehr beliebten Monsun-Wetters, 
Dazu ist die Luft unverhältnismäßig trocken, so daß die tropische Wärme an- 
genehm empfunden wird, 
Gegen 16% nimmt die Bewölkung mehr zu (3/10). Es durchkreuzen jetzt 
mehrere große Cu das Zenit. Bei Sonnenuntergang dreht der Wind wieder auf 
NO. Die Sonne verschwindet hinter einer Wolkenbank, wenig Abendrot zurück- 
lassend. tum ist bis auf 28.0° gefallen, aber twasser Zeigt auch jetzt noch 27°. 
Nach einer kurzen Dämmerung tritt die Nacht ein.“ 
E, Bohlen, 
I. Offizier D. „Scheer“, Kapt. F. Vierow, Hamburg-Amerika Linie. 
3. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 12: Fernando P6o. — 
Aus der Sammlung des überseeischen. meteorologischen Dienstes der Deutschen See- 
warte. — Verlauf eines Tages der Übergangszeit von der Trocken- zur 
Regenzeit in Belebu: 17. Mai 1933, 
Die Pflanzung Belebu liegt an der Südwestseite der Insel Fernando P6o, am südlichen Hange 
des Talweges, der von den östlichen Ausläufern der Cordilleren sieh nach dem östlichen Ende der 
Bucht von San Carlos herabzieht, in 2 km Entfernung (Luftlinie) südlich des Meeresstrandes und 
3 km südöstlich des Ortes San Carlos, Das Gelände steigt, vielfach von tiefen und flachen Bodens
	        
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