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Full text: 61, 1933

338 Annalen der Hydrographie und Maritinnen Meteorologie, Oktober 1933. 
symmetrisch sind. Das liegt daran, daß umser Jahr unsymmetrisch zu den Tag- 
und Nachtgleichen liegt und daß für die Stichtage die Koordinaten zu jeder 
Stunde aus dem Jahrbuch eingeschaltet wurden. 
Es sind vier Figuren: für die Breiten # == 0 (Äquator), # = + 23° 27’ (Wende- 
kreis des Krebses), = + 45° und g = -} 66° 33’ (nördlicher Polarkreis) an- 
gefertigt worden. Die Kurven haben keine nähere Bezeichnungen. Sind stündliche 
Geschwindigkeiten gesucht, so ist das Gradzeichen (°) zu setzen, bei minutlichen 
das Minutenzeichen (‘)}, bei sekundlichen das Sekundenzeichen (*). Für zwischen- 
liegende Breiten muß aus je zwei Tafeln interpoliert werden, Sollen nun die 
Tafeln für südliche Breiten gebraucht werden, so ist ein korrespondierendes 
Datum zu benutzen. Für den 21. März (Süd) ist zu setzen 23. September (Nord). 
Das korrespondierende Datum wird am sichersten einem astronomischen Jahr- 
buch entnommen. 
Kleinere Mitteilungen. 
i. Bestimmung der Höhenströämung in 5—10 km nach der Verteilung 
der Luftkörper. (Hierzu Tafel 51.) 
Um beim täglichen Wetterdienst ein klares Bild der Windverteilung in der 
Höhe zu bekommen, reichen die zur Verfügung stehenden Höhenwindmessungen 
oft nicht aus. Dazu kommt, daß in den Schlechtwettergebieten die Messungen 
wegen zu niedriger Wolken ganz ausfallen oder nur die untersten Schichten bis 
1000 m umfassen. So hat man dann meist in den Gebieten nahe den Zyklonen- 
zentren, den wichtigsten Stellen des Wettergeschehens, keine Kenntnis der Höhen- 
winde; denn leider werden auch Wolkenzugbeobachtungen noch viel zu wenig 
gemacht oder verbreitet, 
Ein Hilfsmittel, daß nach. eigenen Erfahrungen mit gutem Erfolg die Lücken 
in den Beobachtungen auszufüllen vermag, sei hier kurz angegeben. Man kann 
wenigstens die Richtung des Windes in höheren Schichten bestimmen, wenn man 
die Lage der Luftkörper und deren Begrenzungsflächen kennt. Bekanntlich 
nimmt der Luftdruck in einer Kaltluftmasse mit der Höhe schneller ab als in 
einer Warmluftmasse, Daher herrscht in großer Höhe stets ein Druckgefälle von 
der Warmluft zur Kaltluft. Die Isobaren in der Höhe werden also etwa parallel 
den Warm- und Kaltfronten verlaufen, desgleichen die Höhenwinde, 
Den Isothermenverlauf zur Bestimmung der Höhenisobaren zu verwenden, 
wird nicht immer empfehlenswert sein. Dieser ist nur am Boden überall ge- 
nügend bekannt, wo er aber allzuoft durch örtliche Bodeneinflüsse, die sich 
niemals auf die Höhenisobaren übertragen, sehr unübersichtlich wird und zum 
Teil auch ein falsches Bild gibt (z. B. Bodeninversionen). 
Die Warmluftkörper stellen für die Höhenwinde Hochdruckgebiete, die Kalt- 
luftkörper Tiefdruckgebiete dar, Diese Druckverteilung wirkt sich auf die Winde 
von etwa 5 km Höhe an aus, also in der oberen Hälfte der Troposphäre. Dabei 
ist der Fall nicht selten, daß die Druckverteilung in der Höhe derjenigen am 
Boden gleich ist, und somit auch die Winde in allen Schichten gleichgerichtet 
sind, wie z. B. bei sehr alten Zyklonen, Andererseits werden Hochdruckgebiete 
durch Zusammensinken der Luftmassen immer mehr zu Warmluftkörpern mit 
entsprechender Wirkung auf die Höhenströmung, 
Der Warmsektor einer Zyklone wirkt in der Höhe als Hochdruckkeil. Es 
muß also bei noch nicht okkludierten Zyklonen in Kernnähe an der Spitze des 
Warmsektors eine starke Drehung (Divergenz) des Höhenwindes stattfinden. Im 
Zentrum selbst wird vermöge der Trägheit der Luftmassen der durch die Lage 
der Kaltfront bestimmte Höhenwind vorherrschen, wie die Nebenfigur in Karte 1 
auf Tafel 51 angibt. 
Die beiden Karten auf Tafel 51 stellen die Höhenströmung in 5—10 km dar, 
wie man sie nach Lage der Luftkörper annehmen kann. Die Luftmassen sind 
hier nur durch W == Warmluft und K = Kaltluft gekennzeichnet.
	        
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