Schumacher, A.: Zwei Oberflächenschnitte durch das nordwestafrikanische Auftriebwasser. 335
temperatur“ (a. a. O. Abb, 70, S. 219) von der Südwestecke Portugals bis fast zu
den Bissagos-Inseln reichen. Nach den Erfahrungen auf der „Westfalen“ wie auch
nach den zahlreichen Beobachtungen des Vermessungsschiffs „Möwe“ in diesem
Gebiet (Mai-—Juli 1911?) erscheint diese Grenze — auch unter Berücksichtigung der
zitierten vorsichtigen Ausdrucksweise — doch zu weit gezogen; die zugrunde
gelegten Lufttemperaturen können naturgemäß nur zum kleinen Teil auf ein-
wandfreien Psychrometerablesungen beruhen, zumal die Karte bereits 1912 ent-
Fig. 8.
FI,
Pt.
BO
Jemoeratur.
aa)
850 — 1900°C
“ 3800 - 19850°C
19850 - 2000°C
200 — 2050°C
"088 OO
100 m
1000 m
1500 m
2000 m
100 m
nf
Oberflächen
Salzgehalt.
330 — 36M0 Ya
3640 — 365076
36.50 — SELO Me
WSO — 36T0 Mn
38.70 — 30 I
+00 m
3000 m
1500 m
2000 m
WOG m
ba
Temperatur und Salzgehalt der Meeresoberfläche bei Gran Canaria am 5. und 6. Juli 1933,
(T. = Teneriffa. Gr.C. = Gran Canaria. F. = Fuerteventura}
standen ist. Wenn auch der Mai angesichts der noch niedrigen Lufttemperatur
(vgl. die Karten der Lufttemperatur bei Schott, a, a. O. Tafel XVI und XVII)
nicht die mittleren Jahresverhältnisse wiedergibt, so wird man doch wohl die
Nordgrenze des Gebiets der Temperaturumkehr bis in die Breite von Casablanca
oder gar Mogador, die Südgrenze bis nördlich von Kap Verde zurückverlegen
müssen.
An dem Temperaturverlauf während der Rückreise (Fig, 2b) ist die Nordwärts-
verlagerung des Kap Blanco-Minimums besonders bemerkenswert, die zum Teil ein-
lach als „Aufzehrung“ durch die von Süden her vorschreitende Erwärmung zu
deuten sein wird, zum Teil wohl durch stärkere Aufwühlung der oberflächennahen
Schichten durch den steifen bis stürmischen Passat (am 17. Mai Stärke 4 bis 5,
am 2%. Juli mindestens Stärke 7) zu erklären ist. Weiter nordwärts ist bis in die
Breite von Kap Bojador die Oberflächentemperatur gegenüber dem Mai im Durch-
5 6. Sehott, Br. Schulz, P. Perlewitz, Die Forschungsreise S, M. S, „Möwe‘‘ im Jahre
1911. Aus d. Archiv d. Deutschen Seewarte, XXXVIIL, 1914, Nr. 1, S. 8$9-—93.