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Full text: 61, 1933

308 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1933. 
Dem Werte Rı = 107 entspricht bei der Strömungsgeschwindigkeit Um, = 2 m/sec 
bereits die Strecke x = 65 m. A 
Mit Hilfe des Verhältnisses AS und G1. (1) läßt sich für einen vorgegebenen 
AQ 
„Wärmefluß“ Sg [cal/cm* sec], der einer gewissen Temperaturdifferenz (91 — Oz) 
zwischen Luft und Oberfläche entspricht, der gleichzeitig infolge der Differenz 
der spezifischen Feuchtigkeiten (qı.— qzs) zwischen Luft und Oberfläche statt- 
Äindende „Wasserdampffluß“ Sp [g/em* sec] berechnen: Aus 
Sa=-— (Age (9r— 9) AM. 
Sp =— (Apletr (91 — IB) 9). 
Sp= (Anett ILS. 
(Aqglett 91—0g 
Wärme- und Wasserdampffluß haben eine Temperatur- und Feuchtigkeits- 
änderung der Luft zur Folge. Statt Sg und Sp kann daher auch dr und Te 
geschrieben werden, wobei diese beiden Differentialquotienten Mittelwerte für die 
gesamte am Austausch beteiligte Luftmasse darstellen; die Mächtigkeit dieser 
Luftmasse hängt vor allem von der vertikalen Durchmischung der Luft durch 
Grobturbulenz ab, An Stelle von dq und (q.L—dqg) können für die hier bei 
der Nebelentstehung interessierenden Verhältnisse die absoluten Feuchtigkeiten 
df£ und (fi — fs) eingesetzt werden: 
at_ (An) fi — fin „9 
dt (Ay de 
Mit Hilfe dieser Gleichung 1äßt sich entscheiden, ob in einem vorgegebenen 
Fall der Abkühlung oder Erwärmung einer Luftmasse über einer relativ kalten 
oder warmen Unterlage Nebelbildung möglich ist oder nicht. Durch x. ist mit 
df 
dem aus Tabellen zu entnehmenden Werte 3 (Änderung der absoluten Feuch- 
SF 
tigkeit bei Wasserdampfsättigung fs mit der Temperatur bei der Lufttemperatur 3) 
df 
die Änderung der „maximalen“ absoluten Feuchtigkeit mit der Zeit a bestimmt. 
d 
Wenn I kleiner ist als if nach Gl. (6), so entsteht ein Wasserdampfüberschuß 
in der Luft, der beim Vorhandensein von Kondensationskernen zur Nebelbildung 
führen kann. Im umgekehrten Falle sinkt die relative Feuchtigkeit der Luft 
oder etwa bereits vorhandene Nebeltropfen verdampfen. (Bei Eisnebeln ist mit 
dem Sättigungswert des Wasserdampfes in bezug auf Eisoberfläche zu rechnen.) 
Unter der Voraussetzung, daß in einer betrachteten Luftmasse keine Nebel- 
tropfen entstehen, sondern der überschüssig werdende Wasserdampf in Gasform 
erhalten bleibt und auch keine Nebeltropfen, von vornherein vorhanden sind, 
f 
läßt sich der Unterschied zwischen af und nd anschaulich zeigen. Zu diesem Zweck 
werde eine anfangs gesättigt-fouchte Luftmasse von #1, = + 10°C Anfangstemperatur 
betrachtet, die in Austausch mit einer Unterlage von der konstanten Oberflächen- 
temperatur Sg = -+0°C tritt, Es sei die (für den Vorgang hier an sich unwesent- 
liche) Annahme gemacht, daß sich die mittlere Temperatur der Luftmasse nach 
der Funktion 
dd (dL— An) et SA .. (7) 
mit der Zeit ändere. Diese Gleichung wird recht gut den wahren Verhältnissen 
entsprechen; sie ergibt sich, wie leicht einzusehen ist, durch Integration unter 
der Voraussetzung, daß die mittlere Temperatur der Luftmasse in jedem Augen- 
blick gleich der in Gl. (3) einzusetzenden Temperatur der Luft außerhalb der 
Reibungsschicht ist. Tatsächlich ist das mit guter Annäherung der Fall, denn 
der wesentliche Teil der Reibungsschicht, in dem fast der ganze Temperatur- 
unterschied zwischen Luft und Unterlage überbrückt wird, stellt im Vergleich
	        
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