Findeisen, W.: Ein Beitrag zur Frage der Nebelentstehung,
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auch Wasserdampftransport (infolge von Verdunstung) ein, vorausgesetzt, daß
die Oberfläche der Unterlage feucht ist,
Die Möglichkeit der Entstehung von Nebel] hängt davon ab, mit welcher
relativen Geschwindigkeit der Wärmeübergang zwischen Unterlage und Luft im
Vergleich zur Kondensation oder Verdunstung an der Unterlage erfolgt. Nebel
kann nur dann entstehen, wenn bei der Abkühlung der Luft über kälterer Unter-
lage die Kondensation an der Unterlage so langsam erfolgt, daß der Wasser-
dampfdruck in der Luft langsamer sinkt, als dem gleichzeitigen Absinken der
Lufttemperatur entspricht, d.h. also, wenn der in jedem Augenblick durch den
Temperaturzustand der Luft gegebene Sättigungsdampfdruck den tatsächlichen
Dampfdruck unterschreitet. Bei der Erwärmung der Luft über feuchter, wärmerer
Unterlage entsteht Nebel nur dann, wenn die Verdunstung an der Unterlage
relativ schneller vor sich geht als der Wärmeübergang, also der tatsächliche
Dampfdruck in der Luft schneller steigt als der Sättigungsdampfdruck,
Die relativen Geschwindigkeiten des Wärmeüberganges und der Verdunstung
oder Kondensation ergeben sich aus Überlegungen, die in meiner Arbeit „Be-
ziehungen zwischen Reibung, Wärmeübergang und Verdunstung“!) dargelegt
worden sind,
Für den Austausch zwischen einer Körperoberfläche und der darüberliegen-
den Luft wird dort die der allgemeinen Austauschgleichung
SAG)
entsprechende Gleichung SA ABEL 1.0.0 0)
angegeben (S, 371). Der „Fluß“ S wird bestimmt durch die „effektive“ Austausch-
größe Ayı, den Eigenschaftsunterschied As zwischen der Körperoberfläche und
der Luft außerhalb der an der Körperoberfläche anliegenden Reibungsschicht
und einem Faktor g (t*), der für alle zu gleicher Zeit und am gleichen Ort ver-
laufenden Austauschvorgänge den gleichen Wert hat. Die effektive Austausch-
größe ist für verschiedenartige Austauschvorgänge verschieden, Das Verhältnis
der effektiven Austauschgrößen für Wärmeübergang [= (Ag)er] und Verdunstung
oder Kondensation [= (Apjer) ist
(Andett 1301
(Agbeft
solange der Strömungszustand in der Reibungsschicht längs der Körperoberfläche
Jaminar ist. Bei turbulenter Reibungsschicht gilt bei der dabei etwa kleinst-
möglichen Reynoldsschen Zahl Bye Tman X == 3,510
(Aptert
ne], .
(Agbetr 069
(Ay)ett
u 17 ,
(Aq)err
Für die atmosphärischen Verhältnisse bei der Nebelentstehung ist je nach der
A
Beschaffenheit der Unterlage ein anderer Wert für any einzusetzen, Falls die
eff
Unterlage durch eine Vegetationsdecke gebildet wird, so gilt immer (2a), denn
an den Grashalmen, Blättern usw. werden wegen der kurzen Strecken x nur
kleine Reynoldssche Zahlen R, erreicht, sodaß dort die Reibungsschichten nicht
in den turbulenten Zustand übergehen können. Längs glatter Bodenoberflächen
und längs Wasseroberflächen hingegen können sich turbulente Reibungsschichten
ausbilden, Jedoch ist es nicht gewiß, ob dabei sehr hohe Reynoldssche Zahlen
in den Reibungsschichten verwirklicht werden, denn es muß besonders bei relativ
warmer Unterlage damit gerechnet werden, daß sich durch grobturbulente Be-
wegung häufig Luftkörper von der Oberfläche ablösen und an ihre Stelle neue
Luftkörper treten, so daß dadurch die Reibungsschicht ständig erneuert wird®),
*) Ger]. Beitr, z. Geophys. 39 (1933), S. 356. — 2 Siehe W. Schmidt, }. ce. — 4) W. Schmidt
bat ia Bodennähe Luftkörper von der Größenordnung 1 m festgestellt; Sitzungsber, d. Akad, d. Wiss,
Wien, Math. nat. Kl, Abt, IEa, 1929, S. 188.
‚. (2a)