302 Annalen der Hrdrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1933.
Den Berechnungen der Kammermannschen Konstante wurden die Ablesungen
des feuchten Thermometers am Mittags- und Abendtermin einheitlich zugrunde
gelegt. Es mußte daher die für die Berechnung notwendige Temperatur des
feuchten Thermometers der letzten 9 Jahre aus den Auswertungen des Hygro-
graphen für den Termin 21h ermittelt werden, so daß die Kammermannsche
Konstante über einen Zeitraum von 44 Jahren für die Termine 145 und 21b
berechnet werden konnte. Die Verwertung des gesamten Materials über einen
größeren Zeitraum stellte sich als notwendig heraus, da in die bisherige Lite-
ratur die Bestimmung der Kammermannschen Konstanten nur für wenige Jahre
eingegangen ist und bei der Abweichung der einzelnen Werte nur eine für eine
größere Anzahl von Jahren ermittelte Differenz Schlüsse auf ihre innere Ab-
hängigkeit gestattet, Soweit die Temperaturen in Erdbodennähe vorlagen, wurden
die Kammermannschen Konstanten auch für diese ermittelt. Sie reichen für
den Monat Mai von 1888 bis 1921, für die Monate Juni bis Oktober von 1888 bis 1920,
Zur Auswertung der synoptischen Verhältnisse wurden die Wetterberichte
der Deutschen Seewarte Hamburg herangezogen, und zwar wurde die 14b- und
19b.Karte mit der 8b-Karte des folgenden Tages verglichen. Für die Bestimmung
der Luftkörper der Station Königsberg Pr. genügten diese allein nicht, Dafür
wurden die von der Wetterdienststelle Königsberg Pr, gezeichneten Wetterkarten
von Termin zu Termin verwendet,
Die Arbeit beschränkt sich mit Absicht darauf, nur diejenigen Fröste zu be-
handeln, die bei bereits vorhandener oder schon absterbender Vegetation dem
Landmann oder Gartenbesitzer Schaden bringen. Das sind aus regionalen Gründen
die Fröste Mai--Juni und September—Oktober.,
Im meteorologischen Sinne gilt ein Tag dann als Frosttag, wenn das Minimum-
thermomether unter 0° gesunken ist. Abweichend von dieser Definition wurde
ein Tag auch dann als Frosttag angesprochen, wenn das Minimumthermometer
0° zeigte, weil mit Bestimmtheit anzunehmen ist, daß bei dieser Temperatur in
Höhe der englischen Hütte der Frost als Schadenfrost am Boden aufgetreten ist.
Im Mai treten insgesamt 47 Fälle, im Monat Oktober 170 Fälle von Frost
in Höhe der englischen Hütte auf, Juni zeigt keinen Frostitag, September die
geringe Anzahl von 4 Frösten. Der Monat Mai hatte 1888 bis 1921 154 mal
Frost in Bodennähe, Juni 8 mal, September 24 mal und Oktober 362 mal Frost
im Zeitraum 1888 bis 1920. Eine starke Verfrostung setzt bereits mit Beginn
des Oktober ein.
B. Prognostische Betrachtung.
1. Vorbereitende Untersuchungen,
a) Kammermannsche Differenz. Die Kammermannsche Konstante wurde
im folgenden Kapitel nach der von Kammermann gegebenen Definition als
Differenz der Ablesung des feuchten Thermometers und dem Minimum der darauf-
folgenden Nacht gebildet. Bezeichnet T,' den Stand des feuchten Thermometers
um 14h T, den um 21%, m das Minimum in Höhe der englischen Hütte, my das
Minimum in 0.05 m Höhe, so wurde gebildet
T/—m =k;,
{1 2.33
= t
K
Be
Kao
Man erhält als mittlere Kammer kannsche Kensmnren für die einzelnen Monate:
Tabelle 1. Kammermannsche Konstanten für die einzelnen Monate,
T Mai a Juni Juli 2 August | September ; Oktober ;
86.000 4242010 3.7400
18.40.06 1.9:4006 1940.06.
604023 ! 67.4025 ' 622021
40.2021 | 444020 | 4.34 0.19