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Full text: 61, 1933

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1933, 
Von Angström wird unter Einführung der Temperatur des feuchten Thermo- 
meters die Funktion 6 entwickelt. Sie stellt nach Defant eine Exponential- 
funktion dar, Ängström beschränkt sich darauf, ® als lineare Funktion anzu- 
setzen, weil die Kurve bei den hier in Frage kommenden Dampfdrucken über 
4 mm linear verläuft und dann die Form 
9Q—= A--Bp (pin um Hey.) 
besitzt. Nach der Sprungschen Psychrometerformel 
p=p 705000 —T') T=C 
und der Formel von Magnus 
7 25 +T 
= 4540327, 
wird unter Einsetzung von p, in 
PA 062T — 05T, 
der letzte Ausdruck über @ in die Strahlungsformel eingeführt. Ängström er. 
hält für Kremsmünster und Tiflis eine allgemeine Gleichung der Form 
Tai = CO T— CT —k 
Diese Formel stellt die von Kammermann angegebene Formel dar, wenn das 
zweite Glied gleich 0 und C,=1 ist. k ist die Kammermannsche Konstante, 
T’ die Temperatur des feuchten Thermometers, Ängström zeigte, daß C,=1 
und C, 0 ist und daß die einfache Formel 
Tain=T'— k 
brauchbare Resultate für die Prognose liefert. Durch die Ängströmschen Unter- 
suchungen erhielt die Formel von Kammermann ihre theoretische Grundlage, 
Die weitere Diskussion erscheint damit wissenschaftlich berechtigt. Die Kritik, 
die an dieser Stelle einsetzt, weist darauf hin, daß nicht jeder Temperaturfal!l 
das Resultat eines Abkühlungsvorganges durch Strahlung ist. Diese Bedingung 
trifft nur bei denjenigen Frösten zu, die durch Strahlung entstehen, bei denen 
also die Anfangstemperatur und die Feuchtigkeit den Temperaturfall bestimmen, 
Jeder Frost zeigt neben seiner „statischen“ Komponente noch eine „dynamische“ (2), 
die auf der Änderung der Wetterlage beruht. Die Vorhersageformel muß daher 
stets versagen, wenn für einen Frost neue Vorbedingungen geschaffen sind. Das 
ist bei den „advektiven“ Frösten ausschließlich der Fall. Es ist nun versucht 
worden, eine Abhängigkeit der Kammermannschen Differenz von meteorologischen 
Elementen festzustellen. Ängström und Less fanden übereinstimmend, daß die 
Kammermannsche Differenz stark durch die Bewölkung beeinflußt wird, weniger 
stark durch Wind und Niederschlag. Den von Radosevie (sı) gefundenen Er- 
gebnissen bezüglich des Windeinflusses scheint nur lokale Bedeutung zuzukommen. 
Versuche, mit der durch Bewölkung abgeänderten Kammermannschen Differenz 
die Vorhersagegenauigkeit zu erhöhen, zeigen keine befriedigenden Ergebnisse, 
Die Zahlen der Trefferprozente werden nicht wesentlich erhöht, ein Umstand, 
der zeigt, daß die Fehlprognose nur zu einem geringen Teil durch die ange- 
gebenen Faktoren bedingt ist. An Hinweisen, durch Berücksichtigung der Ände- 
rung der Wetterlage die Fröste genauer zu bestimmen (2, 17), fehlt es nicht. Es 
sind bisher noch keine bestimmten Angaben gemacht worden, in welcher Weise 
eine Abänderung vorgenommen werden kann, Die vorliegende Arbeit stellt sich 
das Ziel, den dynamischen Einflüssen auf die Entwicklung eines Frostes nach- 
zugehen und für eine bessere Prognose verwertbar zu machen. 
2. Problemstellung, 
Die bisher vorgenommenen Untersuchungen über die Abhängigkeit der 
Kammermannschen Differenz von einzelnen meteorologischen Faktoren wurde 
mit dem Zwecke unternommen, durch Anbringung einer Korrektion an die von 
Kammermann angegebene Formel eine größere Vorhersagegenauigkeit zu er- 
zielen. Sie waren geeignet, einen tieferen Einblick in die möglichen Abhängig- 
keiten zu gewähren. Es war aber unmöglich, eine Abänderung der Formel 
derart anzugeben, daß alle Elemente berücksichtigt wurden, Der Abkühlungs-
	        
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