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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 61 (1933)

Schott, G.: Die Bewölkung über dem Indischen und Stillen Ozean, 255 
U. Bewölkungszustand des Stillen Ozeans. 
Über den ostasiatischen Randmeeren hält sich die Bewölkung während des 
ganzen Jahres auf einem merkwürdig hohen Stand. Man sollte insbesondere 
arwarten, daß im Winter der Nordmonsun als Passat hier ähnlich geringe 
Himmelsbedeckung bringen würde wie gleichzeitig der Nordmonsun über den 
indischen Gewässern. Daß dies nicht der Fall ist, wurde schon S. 282 hervor- 
gehoben. Über der Chinasee lagern die Isonephen von 6 und 7; äußerst stark 
bedeckt im Winter ist auch der Golf von Tongking. Von Hongkong ab durch 
die Formosastraße wird der Himmel noch trüber, besonders im Bereiche des 
Kuro siwo bei den Ryükyü-Inseln. Hongkong selbst hat vom Februar bis in 
den Juni stets 8; das wird zum Teil Folge der umgebenden Berge sein. Aber 
auch drei Reisen des Verfassers zwischen Hongkong und Japan erbrachten für 
den Winter eine mittlere Himmelsbedeckung von 8.9. Sehr hohe Bewölkung 
>38 liegt im Japanischen Meere entlang von Honshiu, und so weiter über den 
Kurilen hinüber nach den Aleuten und dem Golf von Alaska. Nur in den nörd- 
lichen und innersten Teilen der Randmeere wird die winterliche Regenarmut 
ODstasiens durch wolkenarmen Himmel sichtbar, z. B. im Golf von Petschili und 
an der sibirischen Küste, Im einzelnen werden die Unterschiede zwischen Luv- 
und Leeküsten, wie bei den Niederschlägen, so auch bei der Bewölkung mehrfach 
deutlich; die japanischen Süd- und Ostküsten mit <<6 sind im Winter die 
begünstigten, bei den Philippinen sind zur gleichen Zeit die Westküsten mit <{5 
die sonnigeren. Während des Sommermonsuns aus südlichen Richtungen 
kommt in den Randmeeren im ganzen ein nennenswert geringerer Bewölkungs- 
grad bis herab zu 5 zustande, obwohl diese Luftströmung die Hauptregenzeit 
bringt. Nur der Himmel über den Gewässern der Philippinen und des Golfes 
von Tongking einschließlich der Küste von Annam—-Cochinchina hüllt sich auch 
dann in starke Wolken, so daß das Jahresmittel für Manila 6.4, für Hanoi 7.3, 
[ür Saigon 6.7 beträgt. 
Die malaiischen Gewässer, im wesentlichen der Bereich der vielgestaltigen 
niederländisch-ostindischen Inselwelt, sind im ganzen ziemlich wolkenreich, 
besonders während der Periode des NW-Monsuns in den nordhemisphärischen 
Wintermonaten. Der Versuch, in Übersichtskarten wie den unsrigen auch nur 
den wichtigen regionalen Einzelheiten der Bewölkung Rechnung zu tragen, wäre 
natürlich aussichtslos; wir verweisen deshalb u. a. auf die Isonephenkarten von 
Braak’). Aber eine Tatsache wird selbst auf Taf. 37 sehr deutlich, das Herüber- 
greifen „australischer“ Bewölkungsverhältnisse in die Östliche Hälfte der ma- 
laiischen Gewässer, also in die Banda-See, Flores-See und in Teile der Java-See. 
Man darf sich im Hinblick auf die Regenmengen, deren der Archipel teilhaftig 
wird, nicht die Vorstellung von dauernd wolkenverhan genen Seegebieten machen, 
aan lanayv| vi vivalyarıx| x xls Jahr 
„1 ” 
5.1 1 Bewölkung 0—10 
Singapore 
Bataria 
6.8 
76 
za! za! 59 5,8) 58/587 6164| 6.7! 65 
Bu A383] 5.11 4.7145* 491 5.71 6,8i 7.4 
ein st | 57 | 66 | 78 | 77 | 83 | ss | 92 193% 88 | 76 | 5 
5 { Sonnenschein 9%, 
| von 9b— 1fh 
Im Südwinter, wenn der SO-Passat frisch weht, sind die Gegenden sehr sonnen- 
scheinreich. Der schon von Java bekannte Gegensatz zwischen West- und Ostjava 
wird nach Osten hin immer entschiedener; monatelang brennt, praktisch ununter- 
brochen, von Juli bis September die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel 
herab, und so ist es natürlich nicht von ungefähr, daß z, B. auf dem flach in 
das Meer auslaufenden Ostende von Madura die großen fiskalischen „Salzgärten“ 
zur Gewinnung von Salz aus verdunstendem Meerwasser eine große und lohnende 
Anlage darstellen. Wer hier am blendenden Strand der Java-See bei 90%, 
Sonnenscheindauer Tage zugebracht hat, kennt den Unterschied z, B. zu den 
3) C. Braak, Klimakunde von Hinterindien und Insulinde, in Köppen-Geigers Handbuch der 
Klimatologie, IV. R. Berlin 1931. S. 18 und 19.
	        
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