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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1933,
Die Übereinstimmung der Zeiten bei dieser groben Betrachtung ist auf-
fallend. In unserem Falle hatte der Passat gerade die mittlere Richtung NE
(49°)1). Dieser ursächliche Zusammenhang beim Passat auf hoher See konnte
dank der genauen Windregistrierung an Bord des „Meteor“ nach-
gewiesen werden.
Da beim „Meteor“-Material auch die Windrichtungsregistrierung vorhanden
ist, ist die Zerlegung der Windwerte in die Komponenten leicht vorzunehmen
und somit die gesonderte Betrachtung der Schwankungen der Komponenten und
der nähere Vergleich mit der Theorie, Dies geschieht im Band XIV des
„Meteor“-Werkes, in dem die Frage des täglichen Ganges von Windrichtung
und -stärke und vom Luftdruck auf dem Ozean ausführlich behandelt wird, auch
jür den Südost-Passat und die höheren Breiten, unter Anwendung der harmo-
nischen Analyse.
Herrn Dr. H. J. Bullig habe ich zu danken für seine eifrige Mithilfe bei
den Berechnungen.
Bewölkung über dem Indischen und Stillen Ozean.
Von Gerhard Schott, Hamburg.
(Hierzu Tafel 36 und 37.)
Vor kurzem wurde für die beiden in der Überschrift genannten Meere eine
Karte der jährlichen Niederschlagsmengen in dieser Zeitschrift?) veröffentlicht
und erläutert. Auf ähnliche Weise mögen noch die ebenfalls im Vorwege einer
größeren Arbeit entstandenen zwei Karten der mittleren Bewölkung im Januar,
Februar, März einerseits und Juli, August, September anderseits schon jetzt
gegeben und mit einigen Begleitworten versehen werden. Die Berechtigung dazu
dürfte dem ersichtlich werden, der die erste große zusammenfassende Unter-
suchung, die von Teisserenc de Bort?) aus dem Jahre 1884, in der auch die
Ozeane berücksichtigt sind, mit den hier vorgelegten Karten vergleicht; was vor
rund 50 Jahren nur in gröbstem Umriß skizziert werden konnte, ließ sich heute
viel schärfer darstellen, wichtige Änderungen, auch grundsätzlicher Natur, wurden
in mehr als einer Region erforderlich. Um nur drei Beispiele unter vielen an-
zuführen: die auffällig starke Bewölkung im östlichen Teil des indischen SO-
Passates, ebenso in den südchinesischen Küstengewässern, die äußerst wolkenarme
Zone im mittleren äquatorialen Stillen Ozean eben südlich vom Äquator im
Bereiche der regenarmen Inseln Malden, Baker usw. bis in die Nähe der Marquesas
sind auf den T, de Borts Karten gegensätzlich behandelt. Dem damaligen Ver-
arbeiter fehlten ferner naturgemäß Beobachtungen aus dem hohen Süden so gut
wie ganz,
Zur Beurteilung der zwei neuen Bewölkungskarten sei hinsichtlich des be-
nutzten Materials folgendes gesagt. Soweit irgend möglich, wurden die auf
Schiffen angestellten Beobachtungen, die in vielen Tausenden einzelner Zahlen in
den Tagebüchern und daraus abgeleiteten Mittelwerten‘wenigstens teilweise gedruckt
vorliegen, bevorzugt, Mit dieser Quelle ist ja der bedeutende Vorzug
verbunden, daB, da die Anschreibungen Tag und Nacht gleichabständig
in Zeit fortgehen, der tägliche Gang der Bewölkung ausgeschaltet
wird. Im Indischen Ozean bildete die Hauptgrundlage das große Tabellenwerk
des Niederländischen Meteorologischen Instituts‘); aus ihm wurden die mittleren
Bewölkungsziffern nach Gradfeldern entnommen, Dazu kam eine Sonder-
antersuchung im handschriftlichen Archiv der Deutschen Seewarte an der Hand
der Beobachtungen deutscher Dampfer für die ım holländischen Material nicht
1) Auf Profil XIII hatte der Passat die mittlere Richtung NEzE (56°), auf Profil XI£ eher
NEzN (41°); es müßten daher die Wendestunden bei XII] wegen der größeren E-Komponente später
liegen als bei X1[, was auch tatsächlich der Fall ist, bei der Nachmittagswelle etwa 2) Stunde später,
2%) Annalen der Hydrogr. 1933, 8. 1 ff., Taf, 1. — 3) Teisserenc de Bort, Distribution moyenne
de la nebulosit& A ja surface du globe. Mit 13 Karten, Annal. du Bureau Centr. M6t6orol. Annge
1884, Paris 1886, -— 4) Kon. Nederl. Meteoro). Instituut, Oceanogr, en meteorol, waarnemingen
Ind. Oceaan, Tabellen, 4 Bände, Utrecht 1911—1915, Mit 4 Supplementen, Utrecht 1924— 1929,