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Full text: 61, 1933

Kuhlbrodt, E.: Doppelte tägliche Periode der Geschwindigkeit des Passates auf hober See usw. 275 
2. Auf der Deutschen Atlantischen Expedition 1925—1927 auf dem 
Forschungsschiff „Meteor“ ist die Windgeschwindigkeit fortlaufend registriert 
worden durch drei Kontaktanemometer, die möglichst frei aufgestellt waren und 
von denen eins — das im folgenden verwertete — an der Spitze des Vorder- 
mastes in 30 m Höhe über See sich befand, Ebenso ist, etwa für die zweite Hälfte 
jer „Meteor“-Fahrt, die Windrichtung laufend aufgezeichnet worden durch eine 
mechanisch registrierende Windfahne, die über dem Dach des Kartenhauses auf 
der Brücke gut frei angebracht war, 
Hiermit erfolgte m. W. zum ersten Male eine systematische Windregistrierung 
während einer großen ozeanischen Expedition. Die Anlage erforderte bei den auf 
See im allgemeinen, an Bord eines kleinen Forschungsschiffes im besonderen zahl- 
reich vorhandenen ungünstigen Faktoren eine nicht geringe, aber immer durch- 
geführte Arbeit sorgfältiger Wartung. 
Die Registrierung an Bord eines fahrenden Schiffs liefert den „scheinbaren“ 
Wind, relativ zum Schiff; die Auswertung verlangt möglichst gute Kenntnis der 
Schiffsbewegung, nicht nur durch das Wasser, sondern möglichst „über Grund“, 
wie sie mit ziemlicher Mühe für die „Meteor“-Fahrt nachträglich auch festgestellt 
wurde. Der Vektor der Schiffsfahrt und der des scheinbaren Windes sind zu 
koppeln, um den „wahren“ Wind zu erhalten. Deshalb genügt an Bord nicht die 
Geschwindigkeitsregistrierung, auch die Richtungsregistrierung ist notwendig, um 
die wahre Windgeschwindigkeit zu erhalten. So entsteht — im Gegensatz zu der 
festen Registrierung an Land — für die genaue Auswertung der Windaufzeich- 
nungen an Bord eine erhebliche Arbeitssumme bei langer Expeditionsdauer. Sie 
ist für die „Meteor“-Fahrt angewendet worden, die Ergebnisse wird Band XIV 
des „Meteor“-Werkes bringen. 
Bei der Vorbereitung dieses Bandes XIV hat sich ergeben, daß eine tägliche 
Periode der Windgeschwindigkeit auf hoher See sich als vorhanden zeigte, Diese 
tritt sehr deutlich ausgeprägt auf bei denjenigen Profilen über den Atlantischen 
Ozean, die durch das Kerngebiet des Nordost-Passates führten, insbesondere auf 
den Mittelstrecken der Profile XII und XIII (nicht so deutlich merkwürdiger- 
weise beim Profil XIV). Von diesen Profilen zwischen der Nordküste Südamerikas 
and etwa dem Gebiet der Kapverden ist hier je eine Fahrtstrecke ausgewählt 
worden, die gleichzeitig vier Bedingungen entspricht: 1, völlige Landferne 
[mehrere hundert Seemeilen vom Lande entfernt, also ohne störende Landeinflüsse), 
2. möglichst keine Störung in der Registrierung, 3. ständiges Vorhandensein des 
Passats, 4. in sich geschlossene Zeitperiode ohne Unterbrechung, was für die 
Brauchbarkeit der Mittelbildung über einen so kurzen Zeitabschnitt wichtig ist, 
Es ist also zu betonen, daß die Tage nicht etwa von vornherein nach dem Ge- 
sichtspunkt ausgewählt sind, ob sie die Tagesperiode erkennen lassen, die Zeit- 
abschnitte sind unabhängig hiervon allein nach den oben angeführten Bedin- 
zungen ausgesucht. Auch diese Tage enthalten noch gewisse Störungen, nämlich 
durch eingelegte „Stationen“; bei dann gestopptem Schiff war die Windrichtungs- 
Registrierung nicht zu verwenden wegen der unbekannten, sich ständig ver- 
Ändernden Orientierung der Schiffsachse. Für diese Stunden wurde für die Er- 
mittlung des wahren Windes die von der Brückenmannschaft stündlich geschätzte 
Windrichtung genommen, 
Tab. 1 zeigt, daß zwei Abschnitte von je 8 Tagen durch die obigen Auswahl- 
bedingungen sich ergeben, von Profil XII der 10.—17, Februar 1927 mit einer 
mittleren Breite von 10° N und mittleren Länge von 26° W, von Profil XIII der 
18.—25, März 1927 mit einer mittleren Breite von 18° N und mittleren Länge von 
37° W, Der Passat war auf dem Profilstück XII NE 8 m/s, auf Profilstück XII 
NEzE 10 m/s. 
Bei der Betrachtung der Grenzwerte von Richtung und Geschwindigkeit in 
Tab. 1 fällt der für den Passat recht große Schwankungsbetrag auf: im ersten 
Abschnitt schwankt innerhalb der 8 Tage die Richtung um 76°, die Stärke zwischen 
eine einfache Periode wie an Land mit Min, nachts und Max, tags mit sehr großer Amplitude von 
mehreren Beaufort-Graden; dies kann nur so erklärt werden daß die betreffenden Meeresgebiete noch 
wesentlich unter Landeinfluß stehen müssen, wie dies a, a. O, auch G. Castens gleich einwendet.
	        
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