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Full text: 61, 1933

Am 17. November. 1933 sind fünfzig Jahre vergangen seit 
der Gründung der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft. 
Ihre Geburtsstätte war die Deutsche Seewarte in Hamburg. Im 
Jahre 1908-fand hier die Tagung der Gesellschaft zur Feier ihres 
fünfundzwanzigjährigen Bestehens statt, und nun tritt sie nach 
fünfzigjähriger Arbeit zum dritten Male an dieser Stätte zusammen. 
Mit Freude und Genugtuung richtet die Deutsche 
Seewärte an die Deutsche Meteorologische Gesellschaft 
Gruß und Willkommen zu ihrer Jubiläumstagung und 
verbindet damit den aufrichtigen Wunsch für ein 
erfolgreiches zweites Halbjahrhundert im Dienste der 
deutschen Wissenschaft! 
Die Anregung zur Gründung der Gesellschaft ging von dem 
wissenschaftlichen Kreise.der Seewarte aus. . Der Direktor der 
Anstalt, Georg von Neumayer, wurde ihr erster Vorsitzer; von 
den Meteorologen des Instituts waren Jakob van Bebber und 
Adolf Sprung die ersten Schriftführer der Gesellschaft und 
Wladimir Köppen der erste Schriftleiter der von ihr heraus- 
gegebenen „Meteorologischen Zeitschrift‘. 
Es ist kein Zufall, daß die.Gründung der. Gesellschaft von 
Hamburg ausging. Hier in dem größten Seehafen Deutschlands — 
seit Jahrhunderten das Tor zu den Meeren und Überseegebieten — 
liegt der Brennpunkt der deutschen Seefahrt. Und Seefahrt be* 
deutet: Immer wieder erneutes unmittelbares Erleben des Kampfes 
mit den Naturgewalten. Aus dem Willen heraus, der Elemente 
Herr zu werden zur Erhaltung von Leben und Gut; hatte die Sees 
fahrt den Anstoß zur Gründung der Deutschen Seewarte gegeben. 
In. ihrer. gemeinsamen Arbeit mit den Seeleuten erkannten die 
Meteorologen der Anstalt die Bedeutung der großen Aufgabe, das 
Wettergeschehen zu erforschen und die errungenen Erkenntnisse für 
die Lebensnotwendigkeiten des deutschen Volkes zu verwerten. 
Der Erreichung dieses Zieles diente auch die Gründung der 
Deutschen Meteorologischen Gesellschaft, die alle zur 
Mitarbeit bereiten Kräfte einheitlich zusammenfassen sollte. Sie 
stellte sich in ihrer Satzung die Aufgabe, nicht nur die meteoros 
logische Wissenschaft, sondern auch ihre praktische Anwendung 
zu pflegen. 
Die letzten Jahrzehnte haben die Meteorologie aus ihrer 
früheren bescheidenen Stellung als Teildisziplin der Physik 
und Geographie zu einer selbständigen Wissenschaft empor»
	        
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