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Full text: 61, 1933

Kleinere Mitteilungen. 
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Streifen zu beobachten, im übrigen ist der Dunst unmvermindert stark. Wind: 
NE 2. — 175; Wind N 2. — 18»: Wind E 1. Dunst unverändert. — Die Be- 
wegung der höheren Luftschichten konnte während des ganzen Tages nicht 
festgestellt werden. R. 6. Reider. 
4. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 10: Angola. — Aus der 
Sammlung des überseeischen meteorologischen Dienstes der Deutschen Seewarte. — 
Witterungsverlauf an normalen Tagen in verschiedenen Jahreszeiten 
in Gandu)l). 
a) Übergangszeit von der Regen- zur Trockenzeit (nach Frühlings- 
Vollmond): Die Temperatur liegt um 6h unter 10°, der Wind ist SE. Die Wolken- 
bildung von 10% bis 14% weist im Gegensatz zur Regenzeit eigentümlich ver- 
wischte Umrisse auf. Die Wolken ballen sich nicht mehr oder selten zusammen, 
Einzelne Regengüsse und Gewitter. Die Winde bleiben stetiger. Temperatur 
um 13h: 26%, um 18h: 20°. Nachtwind NW. 
b) Volle Trockenzeit (Mai bis einschl. August) : Temperaturen: Ende Mai 
bis Mitte Juli um 6h bis — 1%, dann wieder zunehmend, um 18b: 21° bis 23°, 
um 18h; 13.5° bis 16°. Winde: Um 6* NW1 oder Stille, von 10h bis gegen 
17a; SE 3, nachts regelmäßig NW1 bis NW2., Gelegentlich tritt auch am Tage 
NW3 auf. Alle diese Winde sind trocken und kalt, so daß man selbst am 
Tage die Sonne sucht. An windgeschützten Stellen ist es dagegen warm, ohne 
daß die Sonne unangenehm sticht, Der Himmel ist oft verschleiert, die Fern- 
sicht schlecht. 
c) Übergangszeit von der Trocken- zur Regenzeit: Sie liegt zeitlich 
nicht fest, erstreckt sich oft auf September und Oktober und kündigt sich durch 
kräftige warme NW-Winde an, die Tag und Nacht wehen und gegen 19% besonders 
stark sind. Die Wolkenbildung ist ausgeprägter als während des Übergangs 
von der Regen- zur Trockenzeit; sie zeigt scharfe Umrisse auf klarem Himmel. 
Temperaturen: Um 6h: 11° bis 13°, um 13h: 21° bis 30°, um 18h: 19% Es ist 
die einzige Jahreszeit, in welcher selbst im Benguela-Hochland die Luft schwül 
und drückend ist. Wetterleuchten und erste Gewitter. Günther Kirstein. 
5. Luyv und Lee. Zu den Bemerkungen von GG. Castens?) über dieses 
Begriffspaar sei eine Ergänzung deshalb gestattet, weil der Meteorologe diese 
Korrelate bisher ohne Schwierigkeiten gebraucht hat und weil er der Empfehlung, 
sie zu vermeiden, mangels eines treffenden Ersatzes nicht gern zustimmen wird. 
Aus dem von Castens durch Zitate und Beispiele belegten Wirrwarr in 
der Anwendung der Begriffe Luy und Lee kommt man leicht heraus, wenn man 
sie im ursprünglichen Sinne als Seitenbezeichnungen (Luvseite, Leeseite) 
eines Objekts (Schiff, Berg, Insel) nimmt, wobei die Bestimmung der Seiten 
durch die jeweilige Windrichtung relativ zu ihm eindeutig gegeben ist — 
ähnlich wie die Licht- und Schattenseite eines Objekts durch die Richtung der 
Lichtstrahlen. 
Die Definition würde also etwa lauten: Luvy oder Luvseite ist die dem 
Winde zugewandte, Lee oder Leeseite die dem Winde abgewandte Seite 
eines in ihn eingebetteten Objekts. 
Statt des Windes läßt sich natürlich auch irgendeine andere Gas- oder 
Flüssigkeitsströmung setzen. Wesentlich für die Erteilung der Bezeichnungen 
an ein Objekt ist, daß dieses in die Strömung eingebettet ist, d.h., daß die 
Generalströmung, wenn auch am hindernden Objekt nach Richtung und Stärke 
modifiziert, am Hindernis vorbeigeht. 
Nehmen wir als Analogie: Ein Gegenstand (eine Wand etwa) kann eine beleuchtete und eine 
anbeleuchtete Seite haben — eine Licht- und Schattenseite hat er erst dann, wenn wenigstens ein 
Teil der Lichimenge an dem Gegenstand vorbeigeht und ihm einen Schatten verleiht. 
1) Etwa 13° 30 8, 12° 30 O, Seehöhe ungefähr 1650 m, im Benguela-Hochland. Es wird hin- 
gewiesen auf die von demselben Beobachter stammende Darstellung des Witterungs- 
verlaufes an einem Tage der Regenzeit (Ann. d. Hydr. usw, 1932, S. 169), so daß nun- 
mehr für diesen Beobachtungsort Witterungsschilderungen für das ganze Jahr 
vorliegen. Die Schriftleitung. — ?) Ann, Hydr, 1933, 8. 133.
	        
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