accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 61 (1933)

264 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August/September 1933, 
1912 bis 1924 vorliegenden Aufzeichnungen über das Auftreten von Harmattan 
in Debundscha am Südwestfluß des Kamerungebirges geben einen Überblick 
über Beginn, Dauer und Ende der Harmattanzeit in diesem Teile Oberguineas. 
Harmattan in Debundscha-Kamerun. 
28, November 1912 bis 11. Februar 1913, abermals vom 7.—21. März 1913, 
22. 1918 „ 25. „ 1914, , »  7.—12, April 1914, 
8. Dezember 1914 ‚, 1.März 1915, 
4. „ 1915 ,„ 2. Februar. 1916, 
23. November 1917 „ 20. „ 1918, 
i4, Dezember 1918 „ 8. „ 1919 
21. November 1919 ,„ 14. März 192€ 
3. Dezember 1920 „, 11. Februar 10% ! 
25, » 1921 > ? ae 
4. 1922 ? 193: 
27. » 1923 „ 26. Januar 1924, 
Auf Grund dieser Beobachtungen ergeben sich als mittlere Daten für den 
Beginn und das Ende der Harmattanzeit im Kameruner Küstengebiet: Beginn 
7. Dezember, Ende 10. März. 
Entsprechend der Natur der Harmattantrübung läßt diese nach dem Ein- 
getzen von Regen nach, auch werden alsdann die Sichtverhältnisse bessere. 
Zur Erläuterung diene folgendes Beispiel: 
Nach den Angaben von G. Waldau setzte der Harmattan am 8, Dezember 
i914 nachmittags stark ein. Durch die Wirkung der vom 24, bis 27. Dezember 
1914 aufgetretenen Gewitterregen (156 mm) war er fast verschwunden. Die Zeit 
vom 30. Dezember 1914 bis 22. Januar 1915 war regenlos, der Harmattan wurde 
wieder sehr stark, Nachdem am 24. und 25, Januar 1915 6 mm Regen gefallen 
waren, ließ er an Stärke nach und war am 28. Januar 1915 nach kräftigen Ge- 
wittern an den beiden vorhergehenden Tagen (156 mm) nicht mehr zu spüren, 
Jedoch bereits am nächsten Tage stellte er sich wieder ein, hielt bei geringen 
Niederschlägen den ganzen Monat Februar 1915 über schwach an und ver- 
schwand endgültig nach heftigen Tornados am 26., 27. und 28. Februar am 
1, März 1915. 
Bei der großen Bedeutung, welche die Kenntnis von Beginn und Ende der 
Harmattanzeit besitzt, verdient die sorgfältige Beobachtung dieser Erscheinung 
das besondere Interesse der dazu Berufenen. W. Semmelhack. 
3. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 9: Liberia. — Aus der 
Sammlung des überseeischen meteorologischen Dienstes der Deutschen Seewarte. 
— Verlauf eines Harmattan-Tages in Gbanga!): 7. Januar 1933. 
5b; In der Nacht vom 6. zum 7. Januar 1933 fiel weder Regen noch Tau, 
Bei Tagesanbruch weht S 1. Im E und ENE wird starker Dunst beobachtet, 
Die die Station umgebenden Höhen sind etwas dunstfreier,. Der Grad der Be- 
wölkung ist wegen des Dunstes nicht einwandfrei feststellbar, er mag zu 8 an- 
zenommen werden, Nur in W bis SW ist ein Durchblick nach oben möglich, 
an dieser Stelle des Himmels zeigen sich Cieu, Die Luft ist sehr kühl und trocken. 
— 7.30: Wind, Bewölkung und Dunst sind unverändert. Die Sonne ist durch- 
gebrochen und scheint warm, doch ist die Luft noch kühl. Wegen des starken 
Dunstes sind in der Ferne nur die Spitzen der hohen Baumwollbäume (Erio- 
dendron anfractuosum) sichtbar, Sie ragen wie Inseln aus dem Dunstmeer empor. 
— 8b; Der Wind dreht auf W 3. — 9b: Wind E 4. — 9.301: Der Wind dreht 
nach N mit Stärke 4. Es ist sehr kühl und wird trüber. — 10h: Auf Windstärke 2 
abflauender W. Zeitweise bricht die Sonne durch. Es wird dann drückend 
schwül, die Sonne sticht, Wird die Sonne durch Wolken verdeckt, kühlt es stark 
ab. — 11.30h; Wind NE 4, Dunst unverändert stark. — 13.301: Der Wind weht 
nach wie vor aus NE mit Stärke 4. Die Feststellung der Bewölkung ist unmög- 
lich, da der Dunst den Himmel völlig verdeckt. Es scheint, als wäre die Bewölkung 10. 
— 15.15b; In nord-südlicher Richtung ist am Himmel ein klarer wolkenloser 
1) Etwa 7° 15’ N-Br., 9° 1 W-Lg. Näheres über die Lage von Gbanga s. Ann. d, Hydr, 1933, 
5,79. — Über den Witterungsverlauf an Harmattantagen in der Kolonie Goldküste und in Togo 
8. Mitt. a. d. Dtsch. Schutzgeb. Bd. 3 (1890) u. Bd. 12 (1899).
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.