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Volltext: 61, 1933

Becker, Rı: Eine Beziehung zwischen jährl, Schneehöhe usw, des Grönländ, Inlandeises. 249 
Reisewege nicht genau senkrecht auf den Isohypsen verlaufen und auch weil 
dieselben nicht immer als angenähert geradlinig behandelt werden konnten. Es 
war nicht immer möglich, diese Korrektion genau und eindeutig anzubringen, 
Da die Reisewege aber nur selten von einer Geraden erheblich abwichen und 
auch die Reduktion der Wege senkrecht auf die Isohypsen meist keine prinzipiell 
anderen Beträge ergaben, war dies nicht besonders störend. Die gewonnenen 
Werte geben die mittlere Geländeneigung zwischen zwei Meßpunkten der Schnee- 
höhe an. Um aber jedem Punkt, an dem die Schneehöhe gemessen wurde, einen 
Wert der mittleren Geländeneigung zuordnen zu können, wurde aus je zwei der 
berechneten Neigungen das Mittel genommen und dem MeBßpunkt zugeordnet, der 
zwischen den zwei benachbarten Reisewegen liegt, Jeder Neigungswert kommt so 
zweimal zur Verwendung, Durch diese Mittelbildungen wurde ein Ausgleich der 
Gegensätze benachbarter Neigungswerte erreicht, Die angegebenen Gelände- 
neigungen sind also keine „absoluten“ Werte im Sinne von Tangentialebenen 
an die Meßpunkte der Schneehöhe, 
Zur Berechnung von S wurden nun die sO gewonnenen Neigungswerte & in 
die Geländeformel eingesetzt. Für die drei Konstanten A,, A, und A, wurden 
durch Ausprobieren brauchbare Werte ermittelt, Die besten Zahlen zu ermitteln 
hat keinen Zweck, da sie hier doch nur als Relativwerte behandelt werden. 
In Fig. 2a und 2b sind sie mit angegeben. Ihnen eine physikalische Bedeutung 
beizulegen, hat hier kein Interesse, denn der Zweck der Auswertung der Gelände- 
formel besteht ja nur darin, daß sie gestattet, den inversen Gang von beobach- 
teter Schneehöhe und Geländeneigung einfach und anschaulich darzustellen, 
Auch ist es zulässig, für die beiden Seiten jedes Expeditionsprofiles verschiedene 
Konstanten zu wählen, so daß im ganzen vier verschiedene Konstantengruppen 
benutzt werden. Die Trennung zwischen Ostseite und Westseite macht dabei 
keine Schwierigkeiten, da nach den obigen Auseinandersetzungen das zentrale 
Gebiet „falsche“ S-Werte ergeben muß und infolgedessen seine Berechnung keinen 
Sinn haben würde, Die Kurrenzüge brauchen nach der Mitte zu nur so weit 
berechnet zu werden, bis die vorhergesagte systematische Abweichung zwischen 
beobachtetem und berechnetem Linienzug eintritt, 
Die gestrichelten Linienzüge der Fig, 2a und 2b zeigen nun das Resultat 
der auf Grund der Geländeneigungen nach der angegebenen Formel angestellten 
Berechnungen der Schneehöhe, 
Beginnt man bei der Diskussion der erhaltenen Linienzüge mit der Expe- 
dition von De Quervain, so zeigt sich in jeder Hinsicht eine volle Überein- 
stimmung zwischen Theorie und Beobachtung. Das große Maximum und das 
große Minimum der von De Quervain an der Westseite beobachteten Schnee- 
höhen wird von der berechneten Kurve qualitativ klar wiedergegeben. An das 
großes Minimum schließt sich nun in der beobachteten Kurve nach außen hin 
noch ein kleineres Maximum an, In der berechneten Kurve kommt dies eben- 
falls zum Ausdruck, jedoch nur in Form eines Umbiegens des Linienzuges im 
Sinne einer konvexen Krümmung, Dies stimmt aber vollkommen mit der ein- 
gangs gegebenen Theorie überein, in der verlangt wurde, daß die berechneten 
Kurven nach außen hin fallen sollen, anstatt mit der beobachteten anzusteigen. 
Ebenso ist die von der Theorie geforderte Abweichung nach innen zu im rich- 
tigen Sinne vorhanden, Während die beobachtete Kurve nach Erreichung des 
großen Maximums dauernd fällt, beginnt der berechnete Linienzug nochmals zu 
steigen, wie es in den obigen Darlegungen verlangt wurde. 
Auch auf dem östlichen Teil des Weges von De Quervain ist Überein- 
stimmung zwischen Theorie und Beobachtung vorhanden. Der Linienzug der 
beobachteten Schneehöhe steigt hier zunächst steil an und dann nach einem 
scharfen Knick nur noch ganz flach weiter. Der scharfe Knick wird in dem 
berechneten Linienzug durch ein Maximum wiedergegeben, Daß hier ein Maximum 
auftritt, rührt aber daher, daß die beobachtete Kurve nach der Küste zu ansteigt, 
während der berechnete Linienzug in „vorschriftsmäßiger“ Abweichung von dem 
beobachteten fällt, Die analoge Abweichung nach der Mitte zu mit fallender 
Schneehöhenkurve und steigender theoretischer Kurre kann hier nicht nach-
	        
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