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Full text: 61, 1933

Wiese, W,: Zur Kenntnis der Alkalinität des Meerwassers, 
243 
Wie infolge der Eisbildung zu erwarten war, sind die Werte des Alkalini- 
tätskoeffizienten in allen Tiefen merklich geringer als der Normalwert. Für die 
warme Jahreszeit erhält man nach B. Schulz für das Oberflächenwasser im 
westlichen Teil des Barentsmeeres den mittleren Wert 660 und die „Sedoff“. 
Expedition 1930 ergab für den östlichen Teil dieses Meeres den Mittelwert 675. 
Für das Petschora-Meer liegen keine Sommerwerte vor, man kann aber mit Ge- 
wißheit annehmen, daß dieselben, wegen des Zuflusses von Wasser aus dem 
Petschora-Fluß, jedenfalls höher sind, als die oben angegebenen für das Barents- 
meer. An einigen Stationen des „Krassin“ wurden außerordentlich kleine Werte 
des Alkalinitätskoeffizienten beobachtet — bis 560, 
Die vertikale Verteilung der Werte des Alkalinitätskoeffizienten im Winter 
im Petschora-Meer zeigt, wie aus den oben angeführten Zahlen zu ersehen ist, 
vom Sommer abweichende Verhältnisse. Im Winter wächst der Alkalinitäts- 
koeffizient mit der Tiefe, wogegen er im Sommer (nach den Beobachtungen im 
Barents- und Karischen Meere) mit der Tiefe abnimmt. Dieser Unterschied ist 
auch leicht durch die Eisbildung zu erklären. 
Außer den Beobachtungen des „Krassin“ liegen uns noch einige Be- 
stimmungen der Alkalinität im Winter bei Anwesenheit einer Eisdecke vor, 
weiche im Ostsibirischen Meer während der Trift der „Maud“ gemacht worden 
sind!). Diese Beobachtungen zeigen jedoch keine verminderten Alkalinitäts- 
koeffizienten, was vielleicht dadurch zu erklären ist, daß im Gebiet der „Maud“- 
Trift die Neubildung des Eises nur sehr langsam vonstatten ging. So hatte 
die Dicke des KEises während der Zeit vom Oktober 1922 bis Juni 1923, wie 
AH. Sverdrup angibt, nur um 84 cm zugenommen. Im Petschora-Meer geht die 
Eisbildung jedenfalls viel intensiver und rascher vor sich als in den hohen 
Breiten des Ostsibirischen Meeres, was auch durch die viel größere Zunahme 
des Salzgehaltes im Winter im erstgenannten Meer?) als im Ostsibirischen Meer, 
bestätigt wird. 
Wenn man für vier Stationen der „Maud“-Expedition (Nr. 77, 79, 83 und 87)%), 
welche während der Zeit vom Januar bis April 1924 ausgeführt worden sind, 
die mittleren Werte der Alkalinitätskoeffiziente berechnet, so erhält man: 
Tiefe 5m 10 m 30 m 
Bu10%..0.0.. 604 701 692 
So enenenn 27.23 27,21 30.92 
Also eine Verminderung des Alkalinitätskoeffizienten in den obersten Wasser- 
schichten (5 m) während der kalten Jahreszeit wird auch im Ostsibirischen Meer 
beobachtet. Für die Oberfläche liegen leider keine Beobachtungen vor, Der 
Alkalinitätskoeffizient in der Tiefe von 30 m ist mit solchen für 5 und 10 m 
nicht direkt zu vergleichen, da er, wie es der Salzgehalt andeutet, schon einer 
ganz anderen Wassermasse zugehört. 
Anderung des Impulses bei horizontaler Strömung. 
Von Karl Grießbach. 
Im folgenden soll versucht werden, unter allgemeinen Voraussetzungen eine 
einfache Beziehung zwischen Bewegungsgröße, Turbulenz und Konvektion abzu- 
leiten und gleichzeitig die Bedingungen aufzustellen, unter denen ausschließlich 
diese drei Größen durch eine Gleichung verknüpft sind. 
; HM. U. Sverdrup: The waters on the North-Siberian Shelf,. The Norweg. North Polar 
Expedition with the „Maud“, Scientific results, vol. IV, No. 2. — ?) Die Differenz Swinter — Sgommer 
beträgt im Petschora-Meer für die Oberfläche ungefähr 6%, für die Tiefe von 10 m — 3% 0, und 
für die Tiefe von 25 m — 0.75 %0. — 3) Die Stationea Nr. 64 und 95 werden nicht in Betracht ge- 
nommen, da sie im September bzw. Juni ausgeführt worden sind. Für die Stationen Nr. 68 und 72 
fehlen Beobachtungen in der Tiefe von 5 bzw. 10 m, weshalb diese Stationen zur Mittelbildung nicht 
verwendet werden konnten.
	        
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