242 Annalen. der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August/September 1933,
Barents- und Karische Meer im Sommer 1930 bestätigt!). Als Beispiel seien
hier in Form einer Kurve die Werte des Alkalinitätskoeffizienten für das Ober-
Nächenwasser, welche den 4, bis 5, August 1930 zwischen Franz-Josefs-Land und
Nowaja Semlja beobachtet wurden, wiedergegeben, Während dieser Überfahrt
wurde ein 96 Seemeilen breiter Streifen Wintereis passiert, welcher zwischen
79° 36’ N und 78° 00’ N lag. Die Beobachtungen über das Oberflächenwasser
wurden etwa jede Stunde gemacht. Die Alkalinität wurde nach der Methode
von Ruppin bestimmt.
Jim Eise
As 10"
590_
vn
685
/
580
&
575 LE U
570
m
a
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Ar
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Wie aus der Kurve klar zu ersehen ist, war der Alkalinitätskoeffizient im
Eise, dessen Schmelze energisch vor sich ging, wesentlich höher als im offenen
Wasser. Als mittlere Werte erhält man:
Offenes Wasser Im Eise, Offenes Wasser
zwischen zwischen zwischen
80° 08'N,51°550 79°36 N,53°50 0 77°53 N, 59° 10 0
und und und
799° 40 N, 53°400 785°09 N, 589° 51'0 77°0Y N, 619°01' 0
SO 676 680 672
Sage euren 33.63 31.24 33.16
WO rreareennke 1.6 00 2,9
Aus der Figur ist auch zu ersehen, daß die Höchstwerte der Alkalinitäts-
koeffizienten nicht in der Mitte des KEisstreifens beobachtet wurden, sondern
näher zu dessen Grenzen, d.h, da, wo die Eisschmelze besonders stark war,
Wenn man die im Eise ermittelten Alkalinitätskoeffizienten nach dem Salzgehalt
des Oberflächenwassers gruppiert und für jede Gruppe den mitteren Wert des
Koeffizienten berechnet, so erhält man:
S > 32% Sum 31—32 8 < 31%
AO 677 680 684
Also da, wo das Wasser infolge der Eisschmelze am salzarmsten war, er-
reichte der Alkalinitätskoeffizient die höchsten Werte,
Die Einwirkung der Eisbildung auf den Alkalinitätskoeffizient wird durch
die Beobachtungen, welche im Frühling 1932 an Bord des Eisbrechers „Krassin“
im Eise des Petschora-Meeres*) gemacht worden sind, illustriert. Beobachtungen
der Alkalinität des Wassers wurden in der Zeit vom 5, bis 25. März 1932 an
sieben Stationen ausgeführt, welche sich zwischen den Breitengraden 69° 31’ N
und 69°45’N und den Längengraden 55° 40‘ 0 und 59° 40 0 befinden. Im
Mittel wurden für diese Stationen folgende Alkalinitätskoeffizienten erhalten:
Tiefe 0 m 10 m 22—25 m
A204 637 641 654
SB gerasu.004 84,72 34.75 34.77
4) Transactions of the Arctie Institute, vol, I, Leningrad, 1933, — * Mit dem Namen Petschora-
Meer bezeichnen die russischen Ozeanographen den äußersten südöstlichen Teil des Barentsmeeres, Im
Westen wird die Grenze des Petschora-Meeres durch eine Linie gebildet, welche vom Gänse-Land
Nowaia Semlja) zur Insel Kolgujer geht und weiter den Meridian dieser Insel verfolgt,