236 Annalen der Hydrographbie und Maritimen Meteorologie, August/September 1933,
Zirkulation ausgeführt habe, atlantisches Tiefenwasser im Süden in das nord-
indische einströmt, den Tiefenstrom so wieder neu belebend, Ob dadurch der
Salzgehalt von 34,7%, auf 34.8°%/, oder von 34,75%.) auf 34,85%. steigt, erscheint
mir bei der mit dem jetzt vorhandenen Material zu erzielenden Genauigkeit unserer
Kenntnis und dem aus Abb. 4 sich ergebenden Verlauf der 34.8°%/-Linie auf
etwa 70° E ein nebensächlicher Streitpunkt. Auf jeden Fall ist nach den bis
jetzt vorhandenen Beobachtungen die Annahme eines solchen Tiefenstromes ge-
rechtfertigt, wie er auch dem Kerguelenschnitt folgt, wenn man die Bodenwerte
entsprechend verwertet, Daß in dem nördlichen Teil dieses Schnittes Schwan-
kungen von Jahr zu Jahr und Unterschiede auf engem Raum infolge der morpho-
logischen Gliederung die Ermittlung mittlerer Verhältnisse erschweren, lassen
die bisherigen Beobachtungen erkennen und bestätigen die „Dana“-Stationen,
Im südlichen Teil des Schnittes scheint es mir nicht angebracht die auf Aräo-
metrierung beruhenden Salzgehaltswerte der „Gauss“- Expedition zu verwenden,
wie es H. Thomsen vorschlägt, da, wie GG. Wüst!) für den Atlantischen Ozean
gefunden hat, die so ermittelten Werte aus den T-S-Diagrammen vollkommen
herausfallen. Außerdem hätte wohl E. von Drygalski diese Werte in seine
Tabellen?) aufgenommen, wenn sie ihm wahrscheinlicher erschienen wären.
Durch diese kurzen Ausführungen glaube ich gezeigt zu haben, daß durch
die Serienmessungen von „Snellius“ und „Dana“ wichtige neue Ergebnisse für
den nördlichen Indischen Ozean abgeleitet werden können, daß jedoch die Frage,
ob der nordindische Tiefenstrom in der von mir angenommenen und von
Sverdrup ebenfalls vertretenen Darstellung existiert, nur durch Serienbeob-
achtungen zu entscheiden ist, die zwischen 10° und 30° S anzustellen und von
der Oberfläche bis zum Boden durchzuführen sind, Solange diese Beobachtungen
nicht vorhanden sind, kann nur durch eine vergleichende Bearbeitung aller
bisherigen Werte, ein der Wirklichkeit einigermaßen angenähertes Bild erhalten
werden. Institut für Meereskunde, Mai 1983,
Hydrologische Untersuchungen des Moskauer Ozeanographischen
Instituts auf dem Kola- Meridian während der Jahre 1930 und 1931.
Von G&. Baltzeff, Moskau, Staatliches Ozeanographisches Institut,
(Hierzu Tafel 30.)
Im Barentsmeer läßt das Ozeanographische Institut zu Moskau laufend plan-
mäßig die hydrologischen Zustände auf dem Kola-Meridian (33° 30° E), der den
dort eintretenden Golfstrom durchquert, feststellen. Periodisch werden nördlich
von 69° 30’ N-Br, in einem Abstand von je 30° die Wasserverhältnisse unter-
sucht. Die Forschungsschiffe des Instituts „Persey“ und „N. Knipowitsch“
legten von Dezember 1929 bis Oktober 1931 sechzehn solcher Profile an; von
ihnen fielen je acht auf 1930 (Monate: Ende XII 1929, II, III, Anfang und Ende
VI, VIII, IX und XD) und auf 1931 (I, IX, IM, IV, YV, VII, VIII und X). Nach
Oktober 1931 hinderten die Winterstürme die Fortführung der Arbeiten, Mittlere
Jahreswerte konnten mithin für 1931 nicht bestimmt werden. Der Vergleich von
1930 und 1931 muß sich daher auf die ersten zehn Monate beider Jahre be-
schränken, Die meisten Querschnitte reichen nordwärts bis etwa 73° N; nur je
drei gehen in beiden Jahren bis 76° 30‘ N. Dementsprechend zerlegt die folgende
Untersuchung den Kola-Meridian in zwei Abschnitte: Der südliche, bis 73° N
reichend, kann eingehender behandelt werden als der nördliche,
‘y S, Wüst: Schichtung und Zirkulation des Atlantischen Ozeane. 1. Lief, Das Bodenwasser
und die Gliederung des Atlantischen Ozeans. Wissenschaftl. Ergebn. d. D. A, E. auf „Meteor“ 1925
bis 1927. Berlin 1933, — %) E. v. Drygalski, Ozean und Antarktis. Deutsche Südpolarexpedition,
1901—1903, 10926. Vgl. hierzu auch: G, Schott: Die Tiefwasserbewegungen des Indischen Ozeans,
Zugl. zur Besprechung von E. v. Drygalski’'s „Ozean und Antarktis“. Ann, d, Hydr, 1926, XIL
Th, Y. Vaughan, Problemas prineipales de Ia Occanografia del Pacifico, Memorias del Cons. Ocean.
Ibero-Americano No, 13, Madrid 1932,