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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 61 (1933)

Möller, Lotte: Zur Frage der Tiefenzirkulation im Indischen Ozean, 2835 
Tiefen nicht nur Anzeichen des antarktischen Zwischenstromes, sondern es 
scheinen auf Stat. 22 sogar salzreiche Wassermassen von Norden her in 
den Querschnitt einzudringen. Diese salzreiche Wassermasse kann sehr wohl 
in dem nördlichen Arabischen Golfe ihren Ursprung haben, wo sie zur 
Zeit des Südwestmonsuns in größere Tiefen gestaut wird, und dann nach 
Süden gleitet. Sie wird an den Indien - Madagaskar-Schwellen weiter in die 
Tiefe hinabgepreßt und entweicht wohl zum Teil durch die tiefen Durchlässe 
der Schwellen nach SE, zum Teil wohl auch durch die Tiefenrinne östlich von 
Madagaskar nach Süden. Der antarktische Zwischenstrom ist im östlichen Ozean 
sehr klar ausgebildet und erreicht in 1500 m Tiefe die niedrigsten Werte des 
Salzgehaltes von 35.55°,; von dort aus scheint er sich nach Westen emporzu- 
schieben über das salzreiche Tiefenwasser. Zwischen 1900 m und 2500 m Tiefe 
nimmt der Salzgehalt im östlichen Indischen Ozean auf ein Maximum von 34.76 °/44 
zu und deutet damit einen schwachen Tiefenstrom an. Unterhalb 2500 m bleiben 
die Werte unter 34.7°.4 während sie im Westen stets darüber bleiben, Der 
Salzgehaltsschnitt gibt also deutliche Hinweise für eine Ost-West- 
Komponente der Tiefenzirkulation im Indischen Ozean. 
Die Verschiedenheit der Wasserschichtung im Westen und Osten kommt fast 
noch klarer zum Ausdruck, wenn die Darstellung des T-S-Diagrammes gewählt 
wird (Abb. 6). Im Ostbecken ist die Schichtung unter dem Äquator etwa der- 
jenigen gleich, die Östlich von Madagaskar auf 20° S gefunden wird; und ein 
Blick auf den Atlantischen Ozean lehrt, daß die ebenfalls auf 20° S gelegene 
Stat. 34 der „Deutschland“-Expedition ganz ähnliche Schichtung zeigt. Nord- 
westlich der von Vorderindien nach Madagaskar ziehenden Schwellen entspricht 
die Schichtung dagegen etwa derjenigen von 30° N im Atlantischen Ozean, nur 
sind die absoluten Werte im Indischen um 0.2°, niedriger als im Atlantischen?). 
Nimmt man als weitere Ergänzung die Stationen der „Dana“-Expedition 
Nr. 3893, 3912, 3920, 3938 hinzu, so ist für das westliche Gebiet ein Ausklingen 
des Einflusses der salzreichen Wassermassen aus Arabischem Golf und Neben- 
meeren zu erkennen, wenn die Werte von Stat. 3920 mit den bisherigen Ergeb- 
nissen verglichen werden. Dagegen sind im östlichen Teile des Ozeans zwischen 
den unter dem Äquator liegenden Stationen von „Snellius“ und den 5° nörd- 
licher liegenden von „Dana“ auffallende Unterschiede festzustellen, Der ant- 
arktische Zwischenstrom, der im östlichen Ozean unter dem Äquator 
noch deutlich in Erscheinung tritt, ist 5° weiter nördlich völlig ver- 
schwunden. An der Genauigkeit der Beobachtungen ist wohl nicht zu zweifeln, 
die Ursache kann also entweder zu suchen sein in unbekannten morphologischen 
Verhältnissen im Süden oder Südwesten des Bengalischen Golfes oder man muß 
die sicher sehr großen Schwankungen der indischen Tiefenzirkulation dafür 
verantwortlich machen, die man wahrscheinlich nie als stationär ansprechen 
kann. Ein Vergleich derart verschiedener T-S-Diagramme für nahe beieinander 
liegende Stationen zeigt wohl ohne weiteres, daß für Meeresgebiete mit derartig 
wechselnder Wasserschichtung unmöglich aus ein oder zwei Kurven die Wasser- 
körper mit einheitlicher Temperatur und bestimmtem Salzgehalt abgeleitet werden 
können, aus denen durch Mischung die übrigen Wasserarten abzuleiten sind, 
{m Anschluß an diese Ergebnisse sei noch auf einige Bemerkungen einge- 
gangen, die H. Thomsen an eine Besprechung meiner Schnitte, insbesondere 
meines „Ceylon“-Schnittes knüpft. Dieser Schnitt von Ceylon nach 55° 8, 15° E 
verläuft im nördlichen Teil längs der die nordwestlichen Becken abriegelnden 
Schwellen, er ist also beinahe ein Querschnitt durch die NW—SE verlaufende 
Tiefenzirkulation des Indischen Ozeans. Ich kann nicht finden, daß mein Schnitt 
einen aufmerksamen Betrachter irreführt, ich habe zwar die 34.8 °/.,-Linie nach 
Süden durchgezeichnet, aber das Fehlen jeglicher Beobachtungen zwischen 8° 
und 22° S deutet darauf hin, daß es sich hier um eine Annahme handelt, die 
nur aus Kontinuitätsgründen wahrscheinlich erschien, Mit Sicherheit kann man 
lediglich annehmen, daß, wie ich im Zusammenhang mit der interozeanischen 
2) L. Möller, Methodisches zu den Vertikalschnitten längs 35.4° S und 30° W durch den 
Atlantischen, Veröff, d, Inst. f. Meereskd., N. F. A., H. 15, Berlin 1926, S, 43. .
	        
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