334 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August/September 1933.
aprochene Bewegung von Osten nach Westen, Im Süden konvergieren sie mit
den polaren Unterströmen, im Norden mit den nördlichen subtropischen, entlang
einer Konvergenz, die mit der tropischen der Oberflächenströme zusammenfällt
und die gleiche Bewegungsrichtung der Wassermassen von West nach Ost hat,
Der antarktische Zwischenstrom ist zunächst nach Nordosten, ab 30° 8S auch
nach Nordwesten gerichtet, der nordindische Tiefenstrom nach Südosten,
Ost- und westindischer Ozean zeigen charakteristische Unterschiede der
Wasserschichtung, im Osten sind Temperatur und Salzgehalt zwischen den
vier Wasserschichten im Mittel etwas geringer als im Westen, und außerdem sind
die absoluten Beträge im Osten stets niedriger als im Westen. Diese Abnahme
des Salzgehaltes von Westen nach Osten im nördlichen Ozean bestätigt die Tat-
sache, daß gerade auf diesen Breiten dem westlichen Ozean die sehr salzhaltigen
Wässer des Arabischen Golfes und seiner Nebenmeere zufließen, während ein
ähnlicher Zustrom im östlichen Ozean zu fehlen scheint. Aus der Verschieden-
artigkeit der Wasserschichtung ist auch auf eine ungleiche Zirkulationsintensität
zu schließen. Der westindische Ozean mit seinem sehr bunten Relief hat an-
scheinend stärker turbulente Strömungen als das gleichmäßig tiefe Ostbecken,
soweit aus den Temperaturschnitten und einzelnen Vertikalserien des Salzgehaltes
Schlüsse gezogen werden könnten.
Die für den antarktischen Zwischenstrom und nordindischen Tiefenstrom
festgestellten Bewegungen stimmen mit den Druckgradienten überein, die sich
aus der Dichteverteilung auf 40° S und 55° S zwischen den Ozeanen in den
einzelnen Tiefen ergeben, Danach scheinen die Tiefenströme aus dem Atlantischen
Ozean zu divergieren, im Westpazifischen Ozean zu konvergieren.
Für den nordwestindischen Ozean ist besonders zu bemerken, daß infolge
der von Halbjahr zu Halbjahr wechselnden Wind-, Luftdruck- und Oberflächen-
stromverteilung eine Verlagerung der Konvergenz- und Divergenzgebiete eintritt
und damit auch eine Richtungsänderung der durch den Windstau beeinflußten
Tiefenströme, Diese Verlagerungen sind gering im offenen Ozean; es liegt die
tropische Konvergenz stets auf 8° S. Jedoch groß sind sie dort, wo einseitige
singuläre Linien an den Küsten sich finden. So Jiegen derartige Konvergenzen
im Januar zumeist im Westen, Divergenzen im Osten, und im Juli tauschen
beide ihre Lage. Das hat aber zur Folge, daß die durch den Anstau des Wassers
entlang der Küsten ausgelösten Gradientströme, ebenfalls von Halbjahr zu Halb-
jahr, in das Gegenteil umschlagen. Wenn auch diese Richtungsänderungen zunächst
vor allem die subtropischen Unterströme betreffen, so werden indirekt dadurch
auch die Tiefenströme beeinflußt.
Dieses Zirkulationsbild, das ich 1929 entworfen habe, erfährt zunächst durch
die Schnitte, die nach Beobachtungen der „Snellius“-Expedition entworfen sind
und durch die Stat, 144 und 158 der „Planet“-Expedition nächgeprüft werden
können, eine Bestätigung (Abb. 3—5), Deutlich kommt. der oben erwähnte Unter-
schied zwischen west- und ostindischem Ozean zum Ausdruck, Unterhalb 600 m
Tiefe sind die Temperaturen (Abb, 3) im Westen stets höher als im Osten und
außerdem sind schärfere Sprungflächen der Temperatur, die auf geringeren Aus-
tausch hinweisen, im Osten vorhanden. Auf Stat, 24 macht sich besonders der
Einfluß eines kalten antarktischen Bodenstromes unterhalb 4000 m Tiefe be-
merkbar,
Der Salzgehaltsschnitt (Abb. 4) bestätigt das bereits bekannte Vorkommen
salzreicheren Wassers im Westen, salzärmeren im Osten, Aber er gibt außerdem
eine bemerkenswerte Erweiterung unserer Kenntnisse über die Wasserschichtung,
Während im Westen zur Zeit des ausklingenden Nordostmonsuns die salzreichen
Wassermassen mit mehr als 35°, angestaut werden und eine Mächtigkeit von
1200 m erreichen, sind sie im Osten auf nur 200 m beschränkt, Innerhalb dieses
Wasserkörpers heben sich im Westen in 25—400 m Tiefe die Kerne der gsub-
tropischen Unterströme mit mehr als 35.25 % hervor und in 800 m Tiefe der
Querschnitt des aus dem Roten Meere ausfließenden Stromes, der hart an die
afrikanische Küste gedrängt erscheint und durch besonders geringen Sauerstoff-
gehalt ausgezeichnet ist (Abb, 5), Dagegen fehlen im Westen in den größeren