298 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August/September 1933.
April 1875. 8, MS, „Gazelle“ vor Westaustralien.
S-Br. | 30 | 28| 26 25 | 21 | 202| 20.3 | 20.5* 20,5% 20.5*| 20.5*| 19.5 | 18,5 175 16,5
O-Lg. 111) n2l 11252125213 | 1141115 116,3 116.6| 116.6! 116.6, 116,6! 117 116.61116.7.117.4
br eeu 1212 225 23,6 23.9 |25.025.8| 26.225,81 25.1 | 24.9! 25.0 | 25.0 | 26.8 | 26.3 26.5 26.7
Winde U W SSW SO SSO SSO| oO Oo 0ONO O0 0x0 0x0 ONOONO| O0 |0SO
4] 56 u 55 5.6 | 7.1153 | 3.9 Sl 16 12 | 28 | 29 | 15 | 24 25 |23.6
Bewölkung | 8 |5| 4 | 2|0!0 — 2 11-2101 0 |o—7]7—1| 1 |0—110—
t., = Tagesmittel der Oberfl.-Temperatur des Wassers, Wind = mittlere Richtung und Stärke.
Bewölkung nach 0—10.
* Vor Anker in der Mermaid-Straße. Zwischen 114° und 115° O-Lg. liegt das Nordwest-Kap.
weniger sicher ist die westlich vom Nordwest-Kap eingezeichnete SW - Richtung,
die eine energische Linksdrehung gemäß dem Einfluß der Erdrotation anzeigen
würde. Die Westküstenströmung von Kap Leeuwin her ist auf ein viel schmäleres
Band als im Februar beschränkt, liefert auch vor der Südhälfte der Westküste
etwa zwischen Geralton und Kap Leeuwin erheblich unbeständigere und schwächere
Versetzungen mit N-Komponente als im Sommer, Ihre Einengung und Minderung
hängt offenbar mit dem stärker bemerkbaren Vordringen des Wassers der West-
windtrift zusammen. Die Konvergenzlinie mit der Westwindtrift in ihrer charak-
teristischen Aufwölbung nordwärts unter 100 bis 110° O-Lg. überschreitet jetzt
bereits den Wendekreis in nennenswertem Maße. Dies ganze so angenommene
Strombild paßt durchaus zusammen mit den vorherrschenden Winden der herbst-
lichen Übergangszeit, Sie sind entschieden ablandig an der Nordwest-Küste, wozu
man die Tabellenzahlen für Broome vergleiche; sie kommen aus SO, S und SW
im nördlichen Teil der Westküste, also südlich vom Nordwest-Kap (Carnarvon!).
Dann folgt, da der Passat, der Hochdruckrücken und die Westwindzone gemäß
der Jahreszeit in einer Verlegung ihrer Bereiche nordwärts begriffen sind, ein
Übergangsgebiet um den 30. Breitenparallel; die sehr wechselnden Luftströ-
mungen von Perth im Mai zeugen dafür, Auf See beginnen die NW-Winde ihre
Vorherrschaft einzurichten auch bis nahe an das Land der Südwestküste.
Im Winter (August, Sept.) liegen die Verhältnisse allem Anscheine nach recht
eindeutig, da in dieser Jahreszeit der von der Südküste Australiens kommende
Westküstenstrom gänzlich fehlt. Wir haben es jetzt nur mit dem Wasser der
Westwindtrift und dem tropischen Wasser der Passatströmung zu tun.
Das Wasser der Südäquatorialströmung, also der Passattrift, folgt mit der
Tendenz zu Linksdrehung der australischen Nordwestküste ab Broome und
schiebt sich als richtiger Kompensationsstrom in dem altangenommenen Sinne
Krümmels vor der Küste ein, auch um das Nordwest-Kap herum, anscheinend
bis zur Höhe der großen Shark-Bucht. Im allgemeinen ist daher von einem
nennenswerten Auftrieb an der Nordwestküste kaum mehr die Rede, Die Mittel-
temperaturen des Oberflächenwassers westlich und östlich vom Nordwest-Kap
sind kaum verschieden, wie die schon S. 227 abgedruckte Reihe der Werte zeigt.
Wenn man dabei einen sich aufdrängenden Vergleich mit den Herbstzahlen
(Mai) vornimmt, so kann die fast vollkommene Unveränderlichkeit der
Temperaturen während eines ganzen halben Jahres nicht übersehen
werden; sie gerade liefert den thermischen Ausdruck für die Tatsache starken Auf-
triebwassers im Herbst. Quantitativ muß man die Sachlage so deuten, daß im
Herbst der Auftrieb stark einsetzt — andernfalls dürften die Werte noch nicht so
niedrig sein wie im Winter —, im Winter aber der Auftrieb, wie soeben schon ge-
sagt, sehr zurückgeht. Die Ursache für den quantitativen Rückgang wird man
darin suchen können, daß nunmehr der Kompensationsstrom an der Oberfläche
von Nordosten her Ersatz zu schaffen Zeit gefunden hat. In Sonderfällen, vor-
aussichtlich bei starkem östlichen Wind, tritt Aufquellwasser an der Nordwest-
küste auch im Südwinter auf, da eine Minimaltemperatur von beispielsweise 18.9°
an der Oberfläche selbst nicht zustande kommen kann.
An der Westküste, also südlich vom Nordwest-Kap und besonders deutlich
südlich von der Shark-Bucht, halten die Isothermen eine entschiedene Richtung