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Full text: 61, 1933

Jensen, Chr.: Strahlungsmessungen auf Amrum im August und September 1929, 209 
däre Maximum schon bei h = + 6.5° aufweist, dagegen die Helgoländer Durch- 
schnittskurve erst bei + 2.5°. Die jedenfalls ähnliche Lage — von Meer um- 
geben — der beiden Beobachtungsorte legte den Gedanken nahe, daß der Unter- 
schied vielleicht auf verschiedenen atmosphärischen Reinheitsgrad zurückzuführen 
sei. Das mußte sich nachprüfen lassen durch Verfolgung der Lage des Maximums 
bei verschiedenen atmosphärischen Zuständen innerhalb der ganzen Beobach- 
tungszeit. Dabei zeigte sich unverkennbar, daß im großen und ganzen 
genommen — noch ungeklärte einzelne Unstimmigkeiten sind aller- 
dings vorhanden — das sekundäre A-Maximum bei geringerer Luft- 
transparenz bei größerem positivem h liegt als bei größerer. So 
finden wir dasselbe für den Durchschnitt der größerer Klarheit entsprechenden 
Reihen vom 27.8.2, 27.8.p und 12. 9.p (s. Tab. 1) bei h = + 2,5% für den 
Durchschnitt der einer wesentlich geringeren Transparenz entsprechenden Reihen 
vom 12. 9.p, 17. 9.p und 18. 9.a bei h = + 6.5°1). Die Größe der entsprechenden 
A-Abstände beträgt 20.1° bzw. 22.6°. So wird die Schlußfolgerung nahegelegt, 
daß die Messungen auf der Helgoländer Düne im Durchschnitt einem größeren 
atmosphärischen Reinheitsgrad entsprechen als die Amrumer. Bei der Beurteilung 
ist allerdings die Kürze der ganzen Beobachtungszeit um so mehr zu bedenken, als 
offensichtlich die jeweilige Wetterlage von einschneidender Bedeutung sein kann. 
In diesem Zusammenhang sei auf den zugunsten von Helgoland ausfallenden 
Vergleich (s. S. 205) zwischen den größten Strahlungswerten auf Amrum 1929 und 
auf Helgoland 1928 hingewiesen. Außerdem ist aber, besonders unter Berück- 
sichtigung der gegenüber dem 27. 8. höheren Strahlungs- und Polarisationswerte 
vom 25,9. (s. Tab. 1 und 3)?), der Gedanke einer allgemeineren Lufttrübungs- 
ursache in der ersten Periode der Messungen (s. S. 206) kaum ganz von der Hand 
zu weisen, 
Unter allem Vorbehalt sei schließlich auf die Gegensätzlichkeit 
im Sinne der Verschiebung der Lage des sekundären 4-Maximums in 
Abhängigkeit vom atmosphärischen Reinheitsgrad zu der für die 
Landwerte geltenden Tendenz hingewiesen, Allerdings kann man offenbar 
auch bei diesen nicht von absoluter Eindeutigkeit sprechen, Deutlich genug ist 
aber für die Zeiten starker allgemeiner Trübung die Verschiebung der durch- 
schnittlichen Lage nach kleineren positiven OH hin. Während das sekundäre 
Maximum hier in normalen Zeiten im allgemeinen bei 10° mehr oder weniger 
übersteigendem % zu liegen scheint — Genz®) fand für Schäplitz in der Altmark 
an 15 klaren Tagen des Jahres 1911 die Lage zwischen 11 und 13° OH schwankend — 
liegt der Durchschnitt von 1912 und 1913 (reine Mittelung) für Arnsberg i. W. 
bei -+5.3°%) und für Hamburg®) für 1913 (leichte Kurvenausgleichung) bei 
+ 5.5°%°, Die Verschiebungen liegen im Zeitraum 1911/1916 für die Perioden 
verschiedener Reinheit in Davos°) im nämlichen Sinne. sind allerdings bei weitem 
nicht so stark ausgeprägt. 
Ein Vergleich zwischen Amrum im Jahre 1929 und Helgoland im Jahre 
1928 hinsichtlich des B-Abstandes scheitert an der geringen Beobachtungszahl 
an letzterem Ort. Bei der verhältnismäßig großen Zahl der von Becker im 
September 1928 ausgeführten Messungen ist dagegen wohl ein Vergleich mit 
Wangerooge möglich’). Der Durchschnittswert der zwischen %== + 4.5° und 
— 1.5° gewonnenen B-Abstände beträgt für Amrum 17.4°, für Wangerooge 15.9°, 
was wiederum im Sinne einer etwas geringeren Luftreinheit auf Amrum im 
Spätsommer 1929 zu liegen scheint. Dabei sei nur darauf hingewiesen, daß die 
') In der unter Anm. 1 stehenden Arbeit wurde schon für Catania auf die bei verhältnis- 
mäßig kleinen C)höhen liegenden sekundären A-Maxima hingewiesen, Bei Durchsicht der von Platania 
3. Reale Accad. Naz. Dei Lincei vol, XIV, fase. II, 1923 finde ich nun, daß das sekundäre A-Mazi- 
mum im Durchschnitt der reineren Jahre 1910, 1911, 1915, 1916 und 1917 bei +2.1°, im Durch- 
schnitt der Jahre 1912, 1913 und 1914 bei + 5:5° CH Kegt; also ganz in dem vorhin für Amrum 
angegebenen Sinne. — *) Am 25. 9.0 wurde auf Amrum zum erstenmal in der ganzen Zeit ein 
schöner (aschgraublauer) Erdschatten beobachtet, wie er auf Helgoland öfter zu konstatieren war. — 
3) Genz, Dissert, Kiel 1913 und Met. Zischr. 1914, 380 u,f, — %) F. Busch, Met, Ztschr. 
1913, 321 u. f. und 1914, 513 u. f, — *) Chr, Jensen, 1. cit. Hamburg 1916, S. 28. — %) C.Dorno, 
1. cit. 1919, Tabelle 47b. — 7) Chr. Jensen, I. cit. 1928, 8. 40.
	        
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