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Volltext: 61, 1933

Jensen, Chr.: Strahlungsmessungen auf Amrum im August und September 1929, 203 
gemacht. Entsprechend einem von Busch für die neutralen Punkte angegebenen 
Verfahren wurden alle Chöhen von +2, 0° bis +, 9° zu +mr, 5° und alle 
zwischen —r, 1° und — (mn +1)° zu —n, 5° zusammen gefaßt. Hieraus wurden 
durch sorgsamsten planimetrischen Ausgleich Kurven!) gewonnen, denen die in 
Tabelle 1 und 2 der Tafel 25 angegebenen, auf mittlere Entfernung zwischen Sonne 
and Erde reduzierten Werte entsprechen. Wenn auch in dem geringen zur 
Verfügung stehenden Zeitraum keine übergroßen Änderungen genannten Ab- 
standes vorkommen, so war es doch empfehlenswert, eine bestimmte Distanz, 
und zwar am besten die mittlere, zugrunde zu legen. Es muß daran erinnert 
werden, daß die ©-Strahlungsintensität außer von der Lufttransparenz vom ge- 
nannten gegenseitigen Abstand, die Polarisationsgröße (P) dagegen nur von den 
atmosphärischen Verhältnissen abhängt, so daß ein strenger Vergleich zwischen 
diesen etwa für verschiedene Jahreszeiten ermittelten Größen nur für einen be- 
stimmten Abstand durchzuführen ist. Fraglos muß man Kimball?®?) beipflichten, 
wenn er die P-Messungen zum mindesten als eine nützliche und unabhängige 
Kontrolle der aus Pyrheliometer- bzw. Aktinometermessungen abgeleiteten Er- 
gebnisse betrachtet. Dabei ist aber wohl zu beachten, daß die im unsichtbaren 
Teil des Spektrums Hegende selektive Wasserdampf-Absorption wohl das Z, aber 
nicht das P herabsetzt. So fand denn auch Boutaric3), daß wenn für zeitlich 
nicht zu weit voneinander entfernte Tage einem gleichen P ein anderes I ent- 
sprach, die Erklärung meist in der Verschiedenheit der absoluten Feuchtigkeit 
an den verschiedenen Tagen zu suchen war. Kimball hielt auf Messungen von 
P beruhende Bestimmungen der allgemeinen Absorption für mindestens ebenso 
zuverlässig wie die von pyrheliometrischen Messungen abgeleiteten. Hier ist 
aber zu bedenken, daß für die Polarisationserscheinungen jedenfalls in erster 
Linie nur die Lichtdiffusion in Frage kommt, wohingegen für die ©-Strahlungs- 
intensität die selektive Absorption als mehr oder weniger stark schwächendes 
Moment hinzutritt. So ist vielleicht zu hoffen, daß es einmal gelingen wird, 
durch Kombination dieser beiden Meßverfahren genauer die Größe der beiden 
die Transparenz herabdrückenden Faktoren kennen zu lernen. — Bemerkens- 
wert sind allerdings die hohen bisher gefundenen Korrelations-Koeffizienten?) 
zwischen P und /— Kalitins®°) Werte schwankten zwischen + 0.82 und + 0.99 —. 
Aus den Werten auf Tabelle 1 und 2 wurde das wichtige Verhältnis der Rot- 
strahlungsintensität®) zur Gesamtstrahlungsintensität (r/w) gebildet; diese Zahlen 
zeigen ohne weiteres, daß im allgemeinen das Verhältnis stark abnimmt mit zu- 
nehmendem h. So sinkt r/w am 27.8. @ zwischen == 1,5° und 47.5° von 0.93 
auf 0.50 und steigt am 27. 8, p zwischen A = 47,5° und 3.5° von 0.51° auf 0.92° 
Die Mittelwerte vom Vor- und Nachmittage des 27. 8., vom Nachmittage des 12,, 
17. und 25, 9. und dem Vormittage des 18. 9. zeigt folgende Übersicht. Nur der 
ffenbar durch besonders große Luftreinheit ausgezeichnete Nachmittag des 25. 9. 
weist schon von recht kleinen Chöhen ab einen, wenn auch geringen, so doch 
deutlichen Anstieg des r/w bis zu A = 35.5° 
Sonnenhöhe 
Fe 
Spaumenhöhe | ya 
Son nenhöhe 
17.59 0.588 21.59 | 0571 ‚ 925,5° 
18.5 0.583 225 | 0.567 26.5 
19.5 0578 235 | 0361 | 278 
20.5 0.575 2415 0.561 
y/eO 
0.538 
0.555 
0.553 
Die folgende Übersicht, bei der die Werte zwischen h = 24.5° und 27.5° 
yemittelt sind, zeigt, daß der Rotanteil mit zunehmender Gesamtstrahlung sinkt. 
1) Siehe Figur ] und 2! Die Kurve vom 25, 9.a in Fig, 1 ist falsch; sie hätte um 
3.1 gr, cal./cem’min. gehoben werden müssen, — 3) H. H. Kimball, Bull. of the Mount Weather Obs, 
Bd. 3, 69 u. f. — 3) M. A. Boutaric, Ann. de Phys, et Chem, vol. 9, 1918, 113 u. £. und vol. 10, 
1918, 1 u. f. — 4) Hann-Süring, Lehrb. d. Meteorologie, 4. Aufl, 1926, 792 u. f. — 5) N. N. Ka- 
litin, Met, Ztschr. 1924, 9—15. — %) Die Rot-Ultrarotstrahlung wird hier, wie fast allgemein üblich, 
Jurchgehends einfach als Rotstrahlung bezeichnet.
	        
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