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Full text: 61, 1933

Thein, W,: Maßgebliche Schlagregenwirkungen in der Bautechnik. 901 
Zur guten Beobachtung und sicheren Aufzeichnung des Verlaufes der Durch- 
feuchtung und des Wasseraustrittes wurde die Wind- und Wasserwirkung ge- 
steigert, und zwar verteilt auf eine Gesamtdauer der Einwirkungen von 9 Stunden, 
wie sie in nachstehender Tabelle 3 aufgeführt ist. 
In der Tabelle 4 sind die Reihenfolge und Dauer der künstlichen Schlag- 
regenwirkung wiedergegeben, bei denen die Regen durchlässigkeit der Mauer- 
werkskörper in Hamburg untersucht wurde. 
Tabelle 4. 
Dauer 
Stun- 
den 
Stärke der Einwirkung 
% 
4. 
1 
Wind- Wind- 
stärke Mitt- Wind-| pres- 
nach der] lere | druck" sung 
‚Beaufort-| „/S |kg Im? mm 
Skala W. 8. 
‘8 19 
Stündliche Wasser- 
menge in Litern, 
erzeugt durch zwei 
W asserzuführungen 
NOFr- ! ge- 
re | 
male | obe i gamt 
nn 
A 
n +. 
10 | a 
Regenhöhe in 
der Stunde bei 
einer Anblas- 
fläche von 
100 x 400 mm 
ohne | mit 
‚Schlag-‘Schlag- 
regen | regen 
mm | mm 
anschädliche Witterungs- 
einflüsse , . . . + 3 73 7 7 2,66 
Schlagregen. . . . 4 95) 121 11 2.66 
Schlagregen, . . . - 5 12,7 | 20 20 1.54 
zwischen 
ı starker Schlagregen . | 7u.8 | 1922 | 45 | 45 3,54 
Bemerkungen zu den Spalten 7 und 8: 
Zu 7. Das durch die Wasserzuführung n eingeleitete Sprühwasser wurde durch die Luft an 
die Anblasfläche gebracht — Schlagregenwirkung, 
Zu 8. Aus der oberen Wasserzuführung rieselte das Wasser fast unbeeinflußt durch die Wind- 
wirkung auf den Versuchskörper — keine Schlagregenwirkung, 
Weitere Angaben über n + o im Abschnitt über die Wasserzuführungen, 
In den beiden ersten Stunden wurde noch keine Schlagregenwirkung vor- 
gesehen, um einen Überblick über den Einfluß mangelhafter Baustoffe oder nicht 
sorgfältiger Ausführung auf die Regendurchlässigkeit bei unschädlichen Witte- 
rungseinflüssen zu bekommen, Die beiden ersten Stunden sind nicht maßgeblich 
und können weggelassen werden. 
Beim Schlagregen wird hauptsächlich eine sehr feine Zerstäubung der Regen- 
tropfen beobachtet, die durch den Wind am Mauerwerk festgehalten werden, 
Nur in verhältnismäßig geringer Menge wird der Regen in größeren Tropfen 
gegen die Wand getrieben. Um diese Vorgänge nachzuahmen und gleichzeitig 
einen Wechsel in der Niederschlagsmenge vornehmen zu können, wurden zweierlei 
Wasserzuführungen gewählt, und zwar eine „zentrale“ und eine „obere“ (vgl. 
Tabelle 4: Spalten 7 bis 9). 
Zusammenfassung. Die Festlegung der maßgeblichen Schlagregenwirkung ist 
zur Kenntnis des Verhaltens von Bau- und Werkstoffen von großer praktischer 
Bedeutung nicht nur für feste, sondern auch bewegliche Objekte, Handelt es 
sich doch bei den Witterungseinflüssen darum, festzustellen, ob z. B. bei Ge- 
bäuden die Baustoffe als solche für die Außenhaut genügend regenundurchlässig 
sind oder ob beim Zusammenfügen der einzelnen Bau- und Werkstoffe eine wirk- 
liche fach- und werkstoffgerechte Verarbeitung erfolgt ist. In ähnlicher Weise 
zilt dies für bewegte Objekte, z. B. Luftschiffe und Flugzeuge, bei denen nicht 
nur die Schutzhüllen, sondern in ganz besonderem Maße die Nahtstellen schlag- 
vegensicher sein müssen. Es ist daher zu wünschen, daß die bis jetzt erhaltenen 
Erkenntnisse ganz allgemein bei der Beurteilung von der Wetterfestigkeit der 
Bau- und Werkstoffe herangezogen und noch weiter vertieft werden.
	        
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