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Full text: 61, 1933

198 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1933. 
in Frage kommenden stündlichen Regenmenge für die Jahre 1926—1930 (vgl. 
Abb, 1} in einer sogenannten „Regenwindrose*“ zusammengetragen. Hieraus 
konnten dann die erforderlichen Schlüsse über den Regen mit anfallendem Wind 
gezogen und die sogenannten Wetterseiten der Gebäude bestimmt werden, 
Zur Feststellung der ungünstigsten Zusammenwirkung der mit den Winden 
auftretenden Niederschlagsmengen wurden dann die in den täglichen Wetter- 
berichten der „Deutschen Seewarte“ (Beilage: „Die Wetterlage in Hamburg von 
8 Uhr“) veröffentlichten Aufzeichnungen der Registrierapparate für den Anemo- 
graphen und den Regenmesser benutzt. 
Die Werte wurden für die Windgeschwindigkeiten bis 5.0 m/sec, 5.1 bis 
10.0 m/sec, 10.1—15.0 m/sec und über 15.0 m/se@ nach den Windrichtungen N, 
Abb. 1 NO, ©, SO, S, SW, 
a W und NW ent. 
sprechend ihrer Häu- 
figkeit mit der je- 
weils aufgetretenen 
Regendichtein Abb. 1 
aufgetragen. 
Aus dieser Ab- 
bild, erkennt man, 
daß der Kreis A 
wenig voneinander 
abweichende Witte: 
rungsverhältnisse 
einschließt. Da bei 
den in dem Sektor 
NW über O0 nach SW 
liegenden Außen- 
mauern Durchfeuch- 
tungen nicht beob- 
achtet wurden, kann 
Regen mit an- 
fallendem Wind 
bis 10 m/sec Ge- 
schwindigkeit als 
ungefährlich be- 
zeichnet werden und 
ist noch nicht als 
„Schlagregen“ für die bis jetzt üblichen Bauweisen anzusehen. Ferner konnte 
man ersehen, daß die ungünstigen Witterungsverhältnisse besonders an der SW- 
Seite wirken. Man kann nach den an fertigen Bauten gemachten Beobachtungen 
annehmen, daß die Witterungseinflüsse in der SSW-Richtung noch dieselben sind 
wie in der NW-Richtung, Es können also die nach SSW über W bis NW ge- 
legenen Seiten eines Gebäudes in Hamburg als „Wetterseiten“ angesprochen 
werden (vgl. Abb. 1). 
Außerdem fielen die sehr unterschiedlichen Regendichten für 
die verschiedenen Windstärken auf, so besonders bei denen über 
10.0 m/sec und auch noch über 15.0 m/sec. 
Daher lag es nahe, zur Bestimmung der stärksten Schlagregenwirkungen 
die größten Regenmengen in noch kürzeren Zeitabständen als den stündlichen 
zu ermitteln. Aus dem Vergleich der Pluviogramme ließ sich die fast regel- 
mäßig wiederkehrende Tatsache erkennen, daß innerhalb einer Stunde während 
5 aufeinanderfolgender Minuten die größte Regenmenge fiel. Der Schlagregen 
tritt also, wie es sich auch in der Natur stets beobachten läßt, mit 
Schwankungen in den Regenmengen auf, die während der Dauer einer 
Stunde gewöhnlich den Größtwert in 5 Minuten erreichen, Dieser 
Größtwert wurde zu 4.0 mm in 5 Minuten bei 14 m/sec Windgeschwindigkeit 
ermittelt (vgl. Tabelle 2 und 3). 
mir
	        
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