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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 61 (1933)

Stoppel, R.: Raumladung und Wetter, 
191 
Eine langfristige Wettervorhersage müßte bei genügender Kenntnis der Sonnen- 
tätigkeit daher möglich sein. Auf diese Möglichkeit wies schon Scultetus hin 
(Langfristige Wettervorhersage. Erfahrungen des Deutschen Flugwetterdienstes. 
Hergesell-Band. Sonderband II, 1932, 69). Der von ihm zu erwartende Einfluß 
des Mondes, der immer wieder von seiten der Praxis behauptet, von seiten der 
Wissenschaft aber meist abgelehnt wird, ist von San ford in den von ihm jahre- 
lang aufgenommenen Elektrometerkurven nachgewiesen worden. (Bd. VI, 1930). 
Es sei mir an dieser Stelle gestattet, Herrn Prof, F. Sanford für das weit- 
gehende Entgegenkommen zu danken, das ich bei ihm gefunden habe. Das 
A-Instrument ist ein Geschenk von ihm, das in seinen Veröffentlichungen mit 
$S. bezeichnet ist. Die Gastfreundschaft seines Hauses und sein Rat bleiben in 
dankbarer Erinnerung bei mir. Hieran wird auch nichts durch den Umstand 
geändert, daß wir für das Zustandekommen der Ausschläge zu verschiedenen 
Deutungen gelangten. Dieser Umstand brachte es auch mit sich, daß in der Arbeit 
von Möller und Stoppel eine Methode angewendet wurde, die früher schon von 
Sanford versucht worden war. Sanfords und unsere Ergebnisse waren stets 
die gleichen, sie wurden nur in einem anderen Sinne gedeutet, 
Verdunstungsmessungen. 
Ein Beitrag betreffend den klimatischen Wachstumsfaktor Wasser. 
Von E. v. Boguslawski und Eilh, Alfred Mitscberlich (Ref.) — Königsberg i. Pr. 
Man hat längst erkannt, daß das Wasser einer der allerwichtigsten klima- 
tischen Wachstumsfaktoren unserer Kulturpflanzen ist, doch hat man sich bis- 
Jang fast stets damit begnügt, nur die positive Seite dieses Wachstumsfaktors, 
die „Niederschlagsmengen“, zu beobachten und mit den Pflanzenerträgen 
in Beziehung zu bringen. Von gleich großer Bedeutung ist aber sicher b _ 
auch die negative Seite dieses Wachstumsfaktors, die „Verdunstungs- 
mengen“! Denn je geringer in einem Klima diese Verdunstungsmengen 
während einer Vegetationszeit sind, desto geringer kann der Wasser- 
gehalt eines Bodens, desto geringer können die Niederschlagsmengen 
sein, um einen gleich hohen Pflanzenertrag unter sonst gleichen Be- 
dingungen zu produzieren! Ebensowenig, wie man aber bei der Fest- 
stellung der Niederschlagsmengen zu sagen vermag, ob diese den 
Pflanzen voll zugute kommen, ebensowenig wird man von den Ver- 
dunstungsmengen sagen können, ob sie denen ganz entsprechen, welche 
eine Pflanze während der Vegetationszeit herzugeben hat. Trotzdem 
gebrauchen wir hier wie da einen objektiven Maßstab, um ein Urteil 
über das Klima eines bestimmten Ortes, einer Gegend, in landwirt- 
schaftlicher Beziehung abgeben zu können, 
Mitscherlich!) hat darum in Erkenntnis dieser Tatsachen bereits 
1904 einen Verdunstungsmesser konstruiert, der es gestattet, die Größe 
der Wasserverdunstung im Freien als Integral über die Zeit hin zu 
bestimmen; denn nur eine Dauerbeobachtung über die ganze Vege- 
tationszeit hat pflanzenphysiologischen Wert. Da diese Beobachtungen 
immer noch nicht die richtige Wertung in der landwirtschatlich- 
klimatischen Beurteilung gefunden haben, erscheint es zweckmäßig, 
den Apparat hier nochmals zu beschreiben und Versuche, welche 
v, Boguslawski damit ausgeführt hat, hierselbst wiederzugeben. Die 
Beschreibung mag hier an der nebenstehenden Skizze erfolgen: 
Eine poröse Tonzelle a wird am Boden b und oben an ihrer Öffnung c 
mit Messingkappen luftdicht verschlossen. Der Boden der Tonzelle ist 
nach oben gekehrt, der Verschluß d auf diesem Boden soll eindringendes 
Wasser und Unreinigkeiten von der Tonzelle fernhalten. In die Messingkappe c ist 
an ihrer tiefsten Stelle ein Messingrohr eingelötet, welches durch eine weitere Messing- 
kappe d hindurch in den Meßzylinder f eingeführt ist. In die Messingkappe d, 
2) Alfred Mitscherlich, Ein Verdunstungsmesser, Landw. Vers. Stat., Bd, 61 (1903) S. 63—72. 
F
	        
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