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Full text: 61, 1933

Stoppel, R.: Raumladung und Wetter. 
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schrift für Physik, 1932, Heft 11, beschriebenen Versuch und Gegenversuch zeigen, 
daß es sich bei diesen Ausschlägen nur um einen elektrischen Vorgang handeln 
konnte. Durch weitere, in der gleichen Zeitschrift beschriebene Untersuchungen 
des Verf. wurde gezeigt, daß das Zustandekommen dieser Ausschläge und die 
Art derselben abhängig ist davon, ob das Elektrometer in einem mit Gas erfüllten 
Raum aufgestellt ist, und von der chemischen Natur des Gases, Im weitgehend 
juftleer gemachten Raum und in einer Wasserstoffatmosphäre bleibt die Nadel 
in Ruhe. Diese Beobachtungen ließen als die wahrscheinlichste Erklärung für 
das Zustandekommen dieser Ausschläge die Raumladung der Atmosphäre erscheinen. 
Die vorliegenden Untersuchungen bringen nun einen Hinweis dafür, daß die 
Raumladung durch eine von der Sonne herrührende Strahlung erzeugt wird, da 
die ausgesprochene Tagesrhythmik die kosmische Strahlung als Ursache aus- 
schließt. Außerdem besteht eine Abhängigkeit der Ausschläge von der Sichtig- 
keit des Wetters. 
Für die hier zu besprechenden Untersuchungen standen mir zwei Elektro- 
meter zur Verfügung. Es waren dies die oben beschriebenen Quadrantelektrometer 
mit nur zwei Quadranten (Abb. 1). Alle Teile des Instrumentes 
waren leitend miteinander verbunden, es war keine Hilfs- 
batterie angeschlossen. Das eine der Instrumente (B) stand 
frei in der Atmosphäre dem Einfluß des Luftdruckes und den 
Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt, Das andere Instru- 
ment (4) war luftdicht eingeschlossen in einem Glasrezipienten 
in einer Sauerstoffatmosphäre bei mittlerem Atmosphären- 
Aruck. Die ganze Apparatur war auf einem Bodenraum 
untergebracht. Das A-Instrument ist etwas weniger empfind- 
lich als B, seine Kurven sind daher durchweg ruhiger. Außer- 
dem scheinen im Sauerstoff schnell verlaufende kleinere Be- WR 
wegungen der Nadel in viel geringerem Maße aufzutreten, als D 
es im normalen Luftgemisch und in reiner Kohlensäure vor- B 
züglich während der Nachtstunden der Fall ist. 
Sehen wir uns nun zunächst die Kurven des A-Instrumentes Abb. 1. A Elektrometer, 
(Abb. 2 bis 5) an: Es fällt alsdann auf, daß hier bisweilen En Nadel 
nachts ein sehr starker Ausschlag auftritt (Abb. 5), bisweilen on oben gesehen. 
verlaufen die Kurven zu dieser Zeit aber auch geradlinig 
(Abb. 2). Es war mir im Laufe der Zeit immer wieder aufgefallen, daß die 
Größe und die Art dieses nächtlichen Ausschlages eine Beziehung zeigt zu der 
Wetterlage des folgenden Tages, Die Kurven umfassen im allgemeinen die Zeit- 
spanne von etwa 9 bis 9 Uhr morgens. Tritt nachts ein großer Ausschlag bei 
dem Sauerstoffinstrument auf, so folgt ein sonniger Tag. Verläuft die Kurve 
nachts ziemlich gerade, so ist es am folgenden Tage trübe, Diese Beziehung ist 
durch eine große Anzahl von Kurven sichergestellt. 
Eine weitere Beziehung zum Wetter wird ersichtlich bei einem Vergleich 
der Kurven des 4- und denen des B-Instrumentes. Die gleichzeitig aufgenommenen 
Kurven verlaufen bisweilen den ganzen Tag hindurch gegensinnig miteinander, 
wie es in Anbetracht der derzeitigen Nadeleinstellung zu erwarten war (Abb. 3). 
Häufig aber, besonders in den Morgenstunden, gehen die Kurven des A- und des 
B-Instrumentes miteinander parallel (Abb, 2). Es fiel mir bald eine Beziehung 
auch dieser Erscheinung zum Wetter auf, und zwar in diesem Fall zu den Feuch- 
tigkeitsverhältnissen. Ende des Jahres 1932 stand mir eine Reihe fortlaufender 
Kurven zur Verfügung, die alle untereinander vergleichbar waren, da während 
ler Zeit ihrer Aufnahme die Stellung der Instrumente weder zueinander noch 
gegenüber der Lampe oder dem Registrierapparat verändert zu werden brauchte, 
Diese Kurven wurden nun in drei Gruppen geteilt, und zwar 1. solche, bei denen 
die Kurven den ganzen Tag hindurch gegensinnig miteinander verlaufen (tat- 
sächlich also parallel, da der Gegensinn nur durch die veränderte Einstellung 
der Nadel gegenüber den Quadranten hervorgerufen wird); 2. solche, bei denen 
die Kurven wenigstens am zweiten Tage morgens parallel gehen (tatsächlich also 
widersinnig); und 3. solche, bei denen sich keine feste Beziehung der Kurven zu- 
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