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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 61 (1933)

186 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1933. 
landes wegen der schwachen Bewölkung erfolgt, so kann sich leicht ein lokaler 
Luftaustausch zwischen Meer und Küste einstellen, der als Land- und Seewind 
bekannt ist. Tagsüber weht ein frischer Luftzug von der See her auf das Land 
and verhindert eine stärkere Erhitzung, nachts weht die festlandgekühlte Luft 
wieder in verstärktem Maße auf das Meer hinaus. Die Tagesmitteltemperatur 
wird dadurch herabgedrückt. Im Binnenland fehlt diese nachmittägige Abkühlung. 
Da im Sommer die kühlen maritimen Luftkörper auf dem Festland weitaus 
in der Mehrzahl vorkommen, ist C im Vergleich zum Kollektivmittel überall 
wärmer, besonders im Westen (Bremen + 5.8°). 
Im Herbst haben wir ähnliche Verhältnisse wie im Frühjahr. Der Westen 
Deutschlands ist warm (Aachen 10.5°), der Südosten ist jetzt aber wesentlich 
kühler als der Norden und Osten (Breslau 4,9% Königsberg 6.9°. Vermutlich 
ist auf dem Festland die nächtliche Ausstrahlung größer als an der Küste, wo 
die tagsüber herangeführte, immerhin feuchtere Seeluft die Ausstrahlung mehr 
behindert. Im allgemeinen ist jetzt C bereits kälter als das Kollektiv, nur Aachen 
ist um 1° wärmer. 
Die Temperatur im Winter ist bei C wesentlich bedingt durch das Vor- 
handensein einer Schneedecke, Normalerweise fällt eine Schneedecke mit geringer 
Bewölkung zusammen, so daß die nächtliche Abkühlung im Lauf der Zeit immer 
tiefere Temperaturen erzeugt, Fehlt die Schneedecke, so ist die Ausstrahlung 
stark herabgesetzt, so daß es nur zu geringen Frostgraden kommt. Im Westen 
Deutschlands, wo sehr häufig auch im Winter ozeanische Luftmassen mit Tem- 
peraturen über 0° auftreten, ist eine langdauernde Schneedecke selten, so daß 
hier höhere Temperaturen erwartet werden müssen als im Osten. So werden 
westlich des Rheins Temperaturen von etwa — 2° angetroffen, während Königs- 
berg beinahe —7° erreicht. Ein Austausch an der Küste findet jetzt, wo das 
Meer wärmer ist, nicht mehr statt. Gegenüber dem Kollektivmittel ist C in 
Deutschland um 3° bis 5° zu kalt. 
Zurückblickend möge nochmals das Wesentliche der Temperaturverteilung 
der drei Luftkörper im Sommer und Winter kurz zusammengefaßt werden. 
M ist im Sommer im ganzen deutschen Küstengebiet am kältesten und er- 
wärmt sich binnenlandwärts stetig, nach Südosten etwa um 1*/,°, nach Bayern zu 
der Höhenlage wegen etwa 1/„° bis 1°. Im Winter ist die Nordseeküste im Gegen- 
satz zum Sommer am wärmsten, die Ostseeküste aber um 2° bis 3° kälter. Auf 
ihrem Wege nach Süden wird M um etwa 2° abgekühlt. Die Temperaturdiffe- 
renzen zwischen Küste und Festland sind im Winter größer als im Sommer. 
Bei PM tritt im Sommer eine Erwärmung nur bis Mitteldeutschland ein. 
Weiter nach Süddeutschland wird eine weitere Temperaturerhöhung durch die 
Höhenlage des Geländes überkompensiert, so daß München um 1° kälter wird 
als Hamburg. In der kalten Jahreszeit liegt die höchste Temperatur im Westen 
und Nordwesten. Von hier aus nimmt die Temperatur nach allen Richtungen 
hin ab, nach Osten um !/,* bis 1°, nach Süden über 2°. 
Bei C bleibt im Sommer das Küstengebiet sowie Süddeutschland kühl, Mittel- 
deutschland ist im Vergleich zum Osten über 5°, im Vergleich zu Westdeutsch- 
land um 21!/,° bis 31/,° wärmer, Im Winter liegt die Temperatur allgemein 
unter 0°, Dann ist der Osten und Süden am kältesten, nach Westen hin nimmt 
die Temperatur um 4° bis 5° zu. 
Raumladung und Wetter. 
Von R. Stoppel. 
Seit dem Jahre 1929 wurden von mir in Hamburg und in verschiedenen 
mehr oder weniger entfernten Orten Versuche durchgeführt, die ergeben hatten, 
daß auch in Deutschland ein kurzgeschlossenes, nur mit zwei gegenüberliegenden 
Quadranten versehenes Elektrometer ohne Hilfsbatterie tagesrhythmische Aus- 
schläge macht, wie sie früher schon von F.Sanford in Palo Alto in Californien 
beobachtet wurden. Möller und Stoppel konnten nun durch einen in der Zeit-
	        
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