Kleinere Mitteilungen,
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möglichkeiten mit Fixsternen angeben, Es ist nachweisbar schon manches Mal vor-
gekommen, daß der Merkur mit einem in der Nähe stehenden Fixstern verwechselt
worden ist, da er meistens den Fixstern an Helligkeit übertrifft und auch nicht
so ruhig scheint wie die anderen Planeten. Es gibt auch nachweisbar manche
Nautiker, welche nicht wissen, daß der Merkur so gute Beobachtungsmöglich-
reiten bietet und mitunter Wega-Helligkeit erreicht. Alles dieses ist aber nur
dem Fehlen der Ephemeride zuzuschreiben, und man sollte sie aus diesem Grunde
nicht für überflüssig halten, sondern als unentbehrlich bezeichnen. Ich habe diese
Zeilen geschrieben, um zu verhindern, daß man von der schon in Erwägung
gezogenen Aufnahme der Merkur-Ephemeride in das Nautische Jahrbuch wieder
zurücktritt)).
Die Mitteilung über den Merkur in den Ann, d. Hydr. 1932, VI. S. 259, bedarf
noch eines Nachtrages, Die beiden dort angeführten Bücher, der Himmels-
Almanach (F. Dümmlers Verlag) und das Sternbüchlein von R,. Henseling, bringen
neuerdings die Merkur-Ephemeride nur jeden siebenten Tag, so daß die Stern-
örter durch die Interpolation für Standlinien zu ungenau werden. Eine in jeder
Weise brauchbare Ephemeride findet man in dem „Berliner Astronomischen Jahr-
buch“ (F, Dümmlers Verlag). Preis 6 RM.
Gustav Schröder, I. Offiz, der H.-A. L., D. „Gera“.
4. Plugzeugvereisung. Am 4. Januar 1933, 11%, startete ich mit einer HD 21
zu einem Überlandflug Königsberg — Marienburg — Königsberg. t = 1.0°% Sicht
2 bis 3 km, untere Wolkengrenze (str) 200 m, Feuchte 91%, Wind S 3.
Der Hinflug verlief ohne Zwischenfall, zeitweise trat sehr starke Sicht-
verschlechterung durch Graupelschauer ein. Marienburg wurde 13,15% bei leichtem
Regen erreicht und kurz darauf zum Rückflug gestartet. Nach ungefähr 5 Minuten
Flugzeit bemerkte ich beginnenden Eisansatz an Spanndrähten, Verstrebungen
und Flächen, Ich flog in 120 m Höhe, Die Stratusdecke, aus der leichter Regen
Hel, lag in 150 bis 200 m Höhe. Der Eisansatz wuchs innerhalb weiterer 5 Minuten
auf eine Schichtdecke von 4 bis 5 mm und war an Spanndrähten, Rohrleitungen usw,
glatt und durchsichtig klar, während die Flächen bis zu */, Flächentiefe auf der
Oberseite und bis zu */, Flächentiefe auf der Unterseite mit einer stark höckerigen
trüben Eisschicht überdeckt waren. Die durch den großen zusätzlichen Neben-
widerstand bedingte Fahrtverringerung sowie die hinzukommende Mehrbelastung
bewirkten, daß die Maschine nur noch mit Vollgas auf einigermaßen gleicher
Höhe zu halten war. Die Landung erfolgte kurz darauf auf dem Elbinger Flug-
platz. Eigenartige Vereisungserscheinungen zeigte die Luftschraube. Diese trug
bis zu Abständen von 25 cm von der Achse radial nach außen angeordnete mehr
oder minder lange Eiszapfen bis zu 9 cm Länge, die am Holz sowie vor allem
an der Nabe und den Schrauben festsaßen. Sofort nach Landung t = —0.4°,
Feuchte = 95% 0. Dr. Siegfried Weber.
5. Wasserstandshöhen an den 9 Pegeln des Preußischen Geodätischen
Instituts im Jahre 1932, Das Geodätische Institut in Potsdam gibt in den
lolgenden Tabellen die Ergebnisse der Auswertungen der neun selbstschreibenden
Pegel bekannt, die ihm zur Beaufsichtigung unterstehen. Die Höhen sind bezogen
auf Normalnull, und zwar bei den Stationen Bremerhaven, Marienleuchte und
Travemünde im neuen System der Landesaufnahme, bei Wismar, Warnemünde,
Swinemünde, Arkona, Stolpmünde und Pillau im ausgeglichenen System des
Küstennivellements (nicht veröffentlicht). Sollen die Höhen auf das alte System
der Landesaufnahme bezogen werden, so sind folgende Korrektionen (in Milli-
metern) bei den einzelnen Stationen anzubringen:
Bremer- | '"Trave- | Marien- r Warne- Swine- | Stolp-
haven | münde leuchte | Wismar | münde | Arkona | münde | münde
91 | —53
_7%6 | —65 | —35 | _—22
0
— 48
|
Pillau
—1
a
3 Bemerkung der Schriftleitung: In das demnächst erscheinende Nautische Jahrbuch für
1934 ist die Merkur-Ephemeride für die Zeiten günstiger Sichtbarkeit aufgenommen worden,