166 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai/Juni 1933.
sich bis über die Küsten des Kontinents ausdehnen, Vom südatlantischen Hoch stößt jeweils beim
Abziehen des Tiefs vom La Plata nach NE eine Zunge höheren Drucks gegen W vor, die sich
zwischen das abziehende und sich neu über Mendoza bildende Tief schiebt,
b) Winter-Wetter im nördlichen Chaco, im Gebietsteil Robor6—San
Jose und südlich davon gelegenen Chaco (18° 30‘ S, 60° 30’ W).
Am 3. Juni 1931 trat mit N-Wind, der auf südliche Winde folgte, schönes
Wetter ein. Der Nord steigerte sich am nächsten Tage bei Robor6 zu einem
heftigen Sturm, der Cu über das Gebirge (die Sierra von Santiago ist hier rund
800 m hoch) herübertrieb und bis zum folgenden Tage anhielt, Gleichzeitig stieg
langsam die Temperatur in der Mittagszeit bis auf 29°C, während die nächt-
liche Abkühlung (am 6, 6. um 8b; 25°) gering blieb. Bei klarem Himmel über
dem Beobachtungsort wetterleuchtete es am 5. 6. im S und NE stark. Am fol-
genden Morgen stand im S eine Wolkenwand, während ein leichter Nord immer
noch über das Gebirge Cu hinübertrieb, zwischen denen die Sonne herunter-
brannte. Gegen Abend wird es unangenehm schwül; wieder wetterleuchtet es
im S und NE, wo sich dunkle Wolkenmassen zusammenballen. Am Boden ist
es windstill, die Wolken treiben noch langsam nach 8.
In der Nacht setzt plötzlich Südsturm ein, der erst gegen Morgen abnimmt.
Gleichzeitig beginnt feiner, Chilchi (= Garua) genannter ©, bei dicht bewölktem
Himmel. Die ganze Landschaft ist grau; Wasser fällt in großen Tropfen von
den Bäumen. Gegen Mittag treten stärkere fälle auf, die dann mit weiter
nachlassenden S-Winden abschwächen. Es wird windstill; wieder setzt an-
dauernder feiner @ ein. t ist durch den S-Wind nur um wenige Grade gedrückt
worden (7. 6. mittags: 22°, In der Nacht zum 8. 6. weht wieder ein etwas
stärkerer Süd, der in den Morgenstunden zu stärkeren ©fällen führt. Den ganzen
Tag über treiben schwere tiefhängende Nb von S heran und weichen mit ihren
nur zeitweise unterbrochenen © die Wege gründlich auf. Ein nebeliger Dunst
liegt über der Ebene; die Sicht ist stark beschränkt, das Gebirge völlig in
dichten Wolken verschwunden. Erst am nächsten Tage hören mit nachlassendem
Winde die © auf; mittags ist es noch bedeckt und windstill, S-Wind und ©
haben die Mittagstemperatur bis auf 13° heruntergedrückt, Am Morgen des
10. 6. weht noch schwacher S; die Wolken ziehen aber nach SE, und bei N-Wind
bricht in der Mittagszeit die Sonne durch. Die weitere Aufklarung geht schnell
vor sich, abends ist es völlig wolkenlos. Es weht eine schwache Luftströmung
aus S. Im Verein mit der nächtlichen Ausstrahlung läßt sie die t bis auf 4° sinken.
Ein starker Tau benetzt die Pflanzen; es ist vor Sonnenaufgang unangenehm
kalt (11. 6.). Die hochkommende Sonne erwärmt sehr rasch, so daß um 14h schon
wieder 231/,° gemessen werden, Am Abend zeigen sich die ersien Cist, Am
nächsten Mittag setzt sich der N-Wind durch und treibt die ersten Cu vor sich
her, t steigt rasch an (um 14b: 281/,°). Es bedeckt sich bis zum Abend fast
der ganze Himmel mit regendrohenden Wolken, In der Nacht springt denn
auch der Wind auf S um, und es fallen einige schwere ©tropfen. Bei mittel-
starkem S-Wind treiben den ganzen Tag über (13. 6.) Nb gegen N; zu schwachen
fällen kommt es aber erst in der Nacht (etwa 100 km südlich des Gebirges).
Dieses Wetter hält bis zum 16. 6. an, Nachts fallen gewöhnlich geringe ©,
während es am Tage trocken bleibt bis zum 16. 6, an dem bis zum Mittag =
über den Chaco treiben und feine © (Chilchi) niedergehen. t liegt zwischen 9°
und 14°, Vom 17. 6, an beginnt eine langsame Besserung des Wetters unter
wechselnden Winden, Der N-Wind bringt jeweils den Wolkenschleier zum Zer-
reißen, so daß die Sonne zeitweise scheint. S-Winde veranlassen nachts leichte
fälle. t steigt langsam an (15, bis 22°). Erst im Laufe des 20. 6. gelingt es
den nördlichen Winden, sich völlig durchzusetzen, Es wird klar; nur über Mittag
bilden sich meist einige Cu, die gegen Abend sich auflösen. t steigt um Mittag
auf 28° bis 29° an. Am 22, 6. kommt es nochmals vorübergehend’ bei südlichen
Winden zu einer geschlossenen Wolkendecke, die sich über Tag zu Cu auflöst.
Wind und Wetter bleiben unbeständig und schwankend. In San Jose weht jetzt,
wie es häufig im Winter der Fall ist, vom Vormittage (etwa 105) ab bis nach-
mittags um 17b starker N-Wind, der um die angegebene Zeit schnell abflaut