‘56 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai/Juni 1938.
8. Größte Regenmenge eines Tages, Kurz andauernde, aber unge-
wöhnlich starke Regenfälle können unheilvolle Wirkungen zur Folge haben,
indem sie Überschwemmungen verursachen und im Gebirge die Bäche füllen,
welche mit ihren Wassermassen sowie den von Gebirgshängen abgeschwemmten
Schuttmengen zu Tal stürzen und hier erhebliche Verwüstungen anrichten,
Der Raum gestattet es nicht, hier in extenso die einzelnen Tagesmaxima des
Niederschlages in Debundscha zur Kenntnis zu bringen, Wir müssen uns viel-
mehr auf eine Zusammenstellung (Übersicht 15) beschränken, welche nur je das
größte aus der Reihe der Monate der Beobachtungszeit herausgehobene Tages-
maximum anführt, sowie das äußerste tägliche Jahresmaximum!). Schließlich
ist auch der Durchschnittswert aus den Jahresextremen aufgenommen worden;
Übersicht 15. Größte tägliche Regenmengen in Millimetern (1895—1931).
| j Absolutes | Mittleres
1Jan Febr März Apr] Mai [zunil Juli [Aug !Sept.| gan [som Dez.F Maximum Me
— mm |_% mm] %
Maximum . | 327] 148 253] 244 an) 456| 295 282 302 an! 220 247] 456 48 | 250 27
Jahr ...... |1903| 1901! 1920! 1902| 19152902 | 19061 1910 1904 1904| 1896 1911 | 1902 — | — |
denn dieser gibt uns eine beiläufige Antwort auf die Frage, welche größte
Regenmenge eines Tages in Debundscha durchschnittlich je einmal im Laufe
des Jahres zu erwarten ist, Ein Wahrscheinlichkeitsschluß in diesem Sinne ist
bezüglich der absoluten wie auch der mittleren Höchstbeträge begreiflicherweise
um so mehr berechtigt, je größer die Zahl der Beobachtungsjahre ist, auf welche
er sich stützt, Es muß aber immer im Auge behalten werden, daß die Mittel-
werte unter dem Einfluß einzelner extrem hoher Beträge meist höher ausfallen
als die wahrscheinlichen., Man hat also die aus den größten täglichen Regen-
mengen gebildeten Mittelwerte nicht streng als die wahrscheinlich zu erwartenden
Maxima der täglichen Niederschläge zu betrachten; denn diese sind tatsächlich
kleiner als die Mittelwerte, Vergleicht man das absolute und mittlere Jahres-
maximum mit der mittleren Jahressumme des Regens, indem man jene in Pro-
zente der letzteren umrechnet, so erhält man erst ein richtiges Maß für die
Bedeutung der Tagesmaxima des Niederschlages, Ziehen wir zum Vergleich die
höchsten Tagesniederschläge heran, welche bisweilen im norddeutschen Tief-
lande und anderen Teilen Mitteleuropas niedergehen, 80 ergibt sich, daß in dem
überaus regenreichen Debundscha die stärksten Tagesniederschläge relatir be-
trächtlich schwächer sind als in den wesentlich regenärmeren Gebieten Mittel-
eguropas, wo sie vielfach 20%, der Jahressumme ausmachen. Diese Tatsache
findet ihre Erklärung darin, daß in Debundscha starke Niederschläge, wie wir
gesehen haben, überhaupt so häufig sind, daß sie die Jahressummen namhaft
erhöhen, mithin die Maßeinheit vergrößern, nach welcher wir die Maxima ab-
schätzen, wenn wir sie in prozentische Beträge umrechnen.
Der jährliche Gang der Durchschnittswerte der monatlichen Tagesmaxima
des Regenfalls ist aus der Übersicht 16 zu ersehen, Die Zahlen des Teiles A
dieser Übersicht gestalten sich wesentlich anders, wenn man sie auf die ent-
Übersicht 16. Mittel der Tagesmaxima des Regens: A. In Millimetern, B. in Prozenten
der mittleren Monatssummen (1895—1931)
Jan, | Febr. | März | April | Mai | Juni | Joli | Aug, | Sept. | Okt. | Nov. | Dee.
A, 8 78 | 81 | 89 110 201 191 168 180 184 | 123 | 78
B. ...38 27 20 22 18 16 13 12 33 17 22 27
2) Die größte in 24 Stunden gefallene Regenmenge ist bisher mit 1168.1 mm im Juli 1911 in
Baguio auf der Insel Luzon, Philippinen, gemessen worden. (M. Selga: The largest 24-hour
rainfall in the world; in: The Government of the Philippine islands, Dep, of agriculture and nat, res.,
men Ha Manila 1932. 8, auch P. Heidke; Der höchste 24-stündige Niederschlag. Met.
itschr. 1933.