150 : Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai/Juni 1933,
Aus ihren Zahlen geht hervor, daß die Anomalien der Monats- und Jahressummen
ein übereinstimmendes Verhalten insofern zeigen, als die Anzahl der negativen
Abweichungen größer ist als die der positiven, (Die Anzahl der positiven Ab-
weichungen erhält man. durch Subtraktion der Zahlen von 100.) Nur im Juni
halten sie sich das G(Hleichgewicht,
Da die Anzahl der positiven und negativen ÄAnomalien verschieden ist,
muß auch die Größe der positiven Abweichungen einen anderen Wert haben als
die der negativen, Es wird daher nötig, die mittlere positive und negative
Anomalie getrennt zu berechnen, Dadurch erhalten wir eine obere und eine
untere Grenze, zwischen denen die Regenhöhe durchgehends zu schwanken pflegt,
In folgender Übersicht 5 werden die beiden Anomalien ihrem wirklichen Betrage
nach und in Prozenten der zugehörigen Mittelwerte mitgeteilt. Es zeigt sich,
Übersicht 5.
A, Mittlere negative, B. mittlere positive Anomalie der Monats- und Jahres-Regenmengen
in Millimetern und Prozenten der zugehörigen Mittel (1896—1930).
Okt, | Nor. Dez, | Jahr
a fm] 80 | 97 | 108 90 | 202 | 397 | 277 | 253 | 301 | 231 2152 | 102 | 1303
A%| 2 | | 26 | 22 | 33 | 30 [| 18 23 | 21 | 297 2% | 35 14
B N 128 | 137 | 128 | 728 | 227 397 313 | 476 | 388 | 279 | 217 | 145 | 1845
1% SS 48 81 29 37 30 27 34 27 25 38 50 19
daß die negativen Anomalien im Laufe des ‚Jahres ihrem prozentischen Betrage
nach weit geringeren Schwankungen unterworfen sind als die positiven, daß
aber die Form ihrer Jahreskurven annähernd die gleiche ist. .
Die mittlere Veränderlichkeit der Regenmengen gestattet, die Sicherheit der
Mittelwerte annähernd zu beurteilen, indem man den wahrscheinlichen Fehler
bestimmt, den sie besitzen. Die Anwendung der Fechnerschen Formel ergibt,
daß für die extremen Monate Januar und Juli, sowie für das Jahr die wahr-
scheinlichen Fehler beziehungsweise auf + 14, + 44 und + 197 mm eingeschränkt
sind, das sind 7, 3 und 2% der betreffenden Monats- und Jahressumme,
Das Schwankungsmaß der jährlichen Regenmengen nach H. Maurer,
Der Umstand, daß der auf dem Verhältnis der extremen Jahresregenmengen
beruhende Hellmannsche Schwankungsquotient q (S. 149) bei sehr kleinen Regen-
mengen unzulänglich ist und bei einem Vergleich der Niederschlagsschwankungen
von Stationen mit verschieden hohen Regenmengen zu falschen Auffassungen
führt, hat H. Maurer!) veranlaßt, jeder Regenmenge r eine Stufenzahl s zuzu-
ordnen nach der Gleichung 5 = 164.5 (1.18* — 1), An die Stelle des Schwankungs-
quotienten <q tritt alsdann nach Maurer der Unterschied 4 der Stufenzahlen
der extremen Jahresmengen, Um ein mittleres Schwankungsmaß 5, das die
Veränderlichkeit im Laufe aller Jahre berücksichtigt, zu erhalten, setzt Maurer
SO za, wo n die Anzahl der Beobachtungsjahre, 6 die Abweichungen der
Stufenzahlen von ihrem Mittel bedeuten. Ferner führt Maurer die Prozent.
zahl p ein, welche angibt, wieviel Prozent der Regenjahre um mehr Als eine
Regenstufe vom Mittelwert der Stufenzahlen nach oben oder unten abgewichen
sind. Die wertvollste Darstellung der Regenveränderlichkeit aber sieht Maurer
in der Untersuchung, wie sich die Jahre prozentisch nach Stufenabweichungen
vom Mittelwert der Stufenzahlen verteilen,
Die Berechnung der Schwankungs-Charakteristiken liefert für Debund-
scha (n = 37 Jahre) folgende Werte:
Extreme Mittleres
Stufenzahlen?) Stafenschwankung Schwankungsmaß Prozentzahl
8
ZZ
Mittel Max, Min,
245 27.1. 226 4.5
3
u H, Maurer: Das Schwankungsmaß der jährlichen Niederschlagsmengen. Met. Zeitschr, 1928,
8. 166 ff. — *) Die Feststellung der Stufenzahlen erfolgte in sehr einfacher Weise auf Grund einer
von Herrn Dr, P. Heidke freundlichst zur Verfügung‘ gestellten, noch unveröffentlichten Tabelle.