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Full text: 61, 1933

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai/Juni 1933, 
Übersicht 2. 
Mittlere Pentadensummen der Regenmengen in den Monaten März/April und September (26 Jahre). 
22.26. | 27.—31. | 1.—5. | 6.—10. | 6.—10. | 11.—15. | 16.—20. | 21.25, 
Pentade | 3. | I, 8 Iy. IV. IX, IX. IX. | 1x. 
Milliceeter .| 606 | 898 | 739 | 1481 217.0 | 255.9 | 244.0 | 2174 
id: 
In den Tropen wird der Gang der Jahreszeiten nicht durch die Temperatur 
bestimmt, Diese Rolle fällt vielmehr dem Niederschlag zu. Die Übersicht 1 zeigt, 
daB die eigentliche Regenzeit (Juni bis Oktober) mit 70.89, an der Gesamt- 
jahresmenge beteiligt ist, während die tornadoreichen Übergangszeiten (März bis 
Mai, zweite Hälfte Oktober/November) 21.1%, und die Trockenzeit (Dezember bis 
Februar) nur 8,1%!) liefern, Von einer wirklichen Trockenzeit kann allerdings 
in Debundscha nicht die Rede sein; denn bei der großen absoluten Niederschlags- 
menge, welche hier im Mittel eines Jahres gemessen wird, erhält der trockenste 
Monat Januar mit 2°, der Jahressumme immerhin eine Regenmenge, die etwa 
das Doppelte bis Dreifache derjenigen der feuchtesten Monate im ebenen Nord- 
und Mitteldeutschland ausmacht. Sehr gut wird der jährliche Gang des Nieder- 
schlages gekennzeichnet durch die pluviometrischen Koeffizienten, Ist ihr Wert 
größer als 1, so ist der Monat relativ naß, ist er kleiner als 1, trocken. Zudem 
haben die pluviometrischen Koöffizienten eine klare Bedeutung: Ist z. B. der 
Koöffizient 0-50, so bedeutet dieses, daß in dem betreffenden Monat nur halb 
so viel Regen fällt, wie ihm beim völligen Fehlen einer jährlichen Periode, d, h. 
bei gleichmäßiger Verteilung des Regenfalls, zukommen würde?), 
2. Die mittlere Jahresregenmenge, Mit rund 9500 mm mittlerem 
Jahresniederschlag steht Debundscha in der Reihe der regenreichsten Stationen 
der Erde an dritter Stelle, Es wird übertroffen durch die Stationen Mount 
Waiagleale auf Kauai (Hawaii-Insein) und Cherrapunji auf einem Plateau des 
Khasiagebirges (Nordindien), die eine mittlere Jahresmenge von 12090 mm*®) bzw, 
11024 mm“) aufweisen. Da aber diese beiden Stationen in 1548 m bzw. in 1313 m 
Meereshöhe liegen, dürfte Debundscha die niederschlagsreichste Station im Meeres- 
niveau sein. Es ist daher anzunehmen, daß in höheren Lagen am Südwest- 
hang des Kamerungebirges die Steigungsregen noch wesentlich größere Beträge 
erreichen, so daß möglicherweise hier*) die stärksten Niederschläge überhaupt zu 
HÄnden sein werden. 
Die übrigen Hänge des Kamerungebirges erhalten wesentlich geringere 
Regenmengen®), da sie durch die Form des Yulkanmassivs mehr oder weniger 
in Lee des regenbringenden SW-Monsuns liegen, Schon die am Südfuße in Luft- 
linie nur 18 bzw. 19 km von Debundscha entfernt gelegenen Stationen Batoki und 
Mokundange weisen kaum die Hälfte der Jahresregenmengen von Debundscha auf, 
Weiler?) hat die Ansicht vertreten, daß die jährlichen Niederschlagsmengen 
von Debundscha nicht unerheblich übertroffen werden durch diejenigen von 
Bibundi und Isobi (12 bzw. 10 km nördlich von Debundscha) sowie von Isongo 
(6 km südsüdöstlich von Debundscha) und führt als Beispiel die Ergebnisse der 
Regenmessungen aus dem Jahre 1928 an. Allerdings stand Debundscha in diesem 
Jahre hinter den drei genannten Stationen zurück, doch scheint es bei den 
beträchtlichen örtlichen und zeitlichen Schwankungen der Regenmengen am 
Kamerungebirge nicht gerechtfertigt, hieraus allgemeine Schlüsse zu ziehen, 
Vielmehr ergibt der Vergleich gleichzeitig er Beobachtungsreihen für das Ver- 
1) Die Regenmengen der Trockenzeit werden meist durch kurzdauernde heftige Gewitter geliefert, —- 
3 Hann-Süring: Lehrb, der Meteorologie, 4, Aufl. Leipzig 1926, S. 358, — 2% Summaries of 
climatological data by sections. Bd. Ill. U. ®. Dep. of agrie, Weather bureau. Washington 1926, 
Hawali section, 8. 15. -— 4) Meteorologisches Taschenbuch, Leipzig 1931. 8.245, — 5 Nach Mei- 
nung von Carlos Weiler (Wirtschaftsgeographie des britischen Mandats Kamerun. Diss. Tübingen 
1932. 8,17) in etwa 1500 m Höhe. Die Grenze des geschlossenen Regen- und Nebelwaldes (s, Über- 
sichtskarte auf S. 146) liegt am SW-Hange des Kamerungebirges annähernd 2200 m hoch (K. Hassert: 
Das Kamerungebirge. Mitt], a. d. Disch, Schutzgebieten, 24. Bd. Berlin 1911, 8.136 ff.} — % Über 
die Verteilung der Niederschlagsmengen am Kamerungebirge wird der Verfasser in einer späteren 
Arbeit berichten, — 7) a. a, ©. 58. 138,
	        
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