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Full text: 61, 1933

Semmelhack, W.: Die Regenverhältnisse von Debundscha in Kamerun. 147 
Pflanzungsleiter, Herrn G. Waldau, der mit großer Sorgfalt die Beobachtungen 
auch während des Weltkrieges weitergeführt hat. Das Pflanzungsgelände liegt 
im Regenwaldgebiet am Südwestfuße des unmittelbar aus dem Küstenvorlande 
bis zu 4070 m emporragenden Kamerungebirges. Die meteorologische Station 
Debundscha selbst liegt in 4° 6’ 40” N-Br., 8° 59’ 0” O-Lg. hart an der Küste in etwa 
10 m Meereshöhe. 
Bei der Bearbeitung wurde auf das an der Deutschen Seewarte verwahrte 
Originalmaterial zurückgegangen. 
Wenn schon in heimischen Beobachtungsnetzen streng homogene lange Reihen 
von Niederschlagsmessungen kaum zu finden sind, wird man in dieser Beziehung 
an tropische Stationen erst recht keine übertriebenen Ansprüche stellen dürfen, 
Die Auswirkungen des Tropenklimas und der Tropenkrankheiten auf den Gesund- 
heitszustand und die Widerstandskraft des Europäers bewirken einen häufigen 
Wechsel in der Person des Beobachters!), Dazu kommt als weitere Ursache der 
Inhomogenität die nicht immer hinreichende Unterweisung der Beobachter in der 
Ausführung der Messungen, die dazu führt, daß diese nicht stets mit der gleichen 
Sorgfalt und Genauigkeit gemacht werden. 
|. Der jährliche Gang der Regenmenge. Bestimmend für die Verteilung 
der Niederschläge über das Jahr sind die geographische Lage, die Windverhält- 
nisse und die Bodenplastik?), Die Lage Debundschas in Äquatornähe mit zwei- 
maligem Zenitstand der Sonne im Frühling und Herbst läßt die Ausbildung der 
tropischen konvektiven Regen zu Zenitalregen in den Zeiten des Höchststandes 
der Sonne erwarten. Da aber die inneren Teile des Golfes von Guinea das ganze 
Jahr hindurch von dem feuchten SW-Monsun bestrichen werden®), der im Hoch- 
sommer die größte Beständigkeit und Stärke aufweist, müssen die in Luv des 
SW-Monsuns am Kamerungebirge sich bildenden Stauungs- und Steigungs- 
regen um die Jahresmitte die größte Häufigkeit und den größten Betrag erreichen. 
Im Gegensatz zu der zu vermutenden sommerlichen Regenpause wird also gerade 
der Sommer die niederschlagsreichste Jahreszeit sein. Überblickt man die Über- 
sicht 1, so gewahrt man in Übereinstimmung mit den vorangegangenen Er- 
wägungen, daß neben dem überragenden Sommermaximum in der Jahreskurve 
des Niederschlages auch die beiden Frühlings- und Herbstmaxima auftreten, 
Übersicht 1. Jährlicher Gang der Regenmenge (1896 bis 1930). 
a) Monatssummen in Millimetern, \ 
» »” „ Promillen der Jahressumme, 
c) pluviometrische Koeffizienten?) 
Jan. | Febr. | März [April | Mai | Juni | Juli | Aug. | Sept. | Okt. | Nor. | Dez. | Jahr 
a) Millimeter . ® © 411 8 616 1319 | 1500 | 1385 / 1415 | N Sl al 
b) de ke 20 30 44 42 65 | 1301 158 | 146 | 149 116 60} 31 
e) Pluv. Koeffiz. | 0.24 | 0.39 | 0.52 | 0.51 | 0.76 | 1.70 | 1.86 | 1.72 | 1.82 | 1.36 } 0.73 | 0,36 
Zahl der Jahre. 33 34 34 34 34 34 32 32 34 34 34 34 
wenn auch das März-Maximum nur schwach ausgebildet ist und nicht in jedem 
Jahr klar in Erscheinung tritt. Daß es sich bei den Niederschlägen in den 
Monaten März und September tatsächlich um Zenitalregen zur Zeit der Höchst- 
stände der Sonne am 1, April und 13. September handelt, ergibt sich aus der 
Übersicht 2, in welcher die mittleren Pentadensummen des Regens um die Zenit- 
stände mitgeteilt werden. 
t) Die Beobachtungstabellen von Debundscha weisen in der Zeit von 1894 bis 1932 die Namen 
von 16 Beobachtern auf. — *%) Der Raum gestattet es nicht, in eine eingehende Erörterung und 
Würdigung der regenbringenden und -gestaltenden Faktoren einzutreten. Es muß in dieser Hinsicht 
auf die einschlägige Literatur verwiesen werden. Siehe u. a. F, Loewe: Die geographische Verteilung 
der Niederschläge in Afrika. Diss. Berlin 1926, — Hellmut Schmidt: Der jährliche Gang der 
Niederschläge in Afrika, Aus d. Arch. d. Deutsch. Seew., 46. Bd., Nr. 1. Hambg. 1928. — F. Jaeger: 
Afrika. Lpzg. 1928. S.22ff. Auch mußte durchweg davon abgesehen werden, die Regenverhältnisse 
von Debundscha zu vergleichen mit denen anderer, insbesondere tropischer Gebiete, — % Vgl. Monata- 
karten für den Nordatlantischen Ozean. Herausgeg. von d. Deutsch, Seew., sowie G. Schott: Geo- 
graphie des Atlantischen Ozeans. 2. Aufl, Hambg. 1926, Taf. XX und XXI. — *) Die pluvio- 
metrischen Koeffizienten geben an, in welchem Verhältnis die wirkliche Regenverteilung auf die 
Monate zu jener steht, wie sie bei einer gleichförmigen Verteilung über das Jahr sein würde, d.h. 
wenn auf jeden Monatstag die gleiche Regenmenge entfallen würde.
	        
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