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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

BY 
Der Archipel der Neu-Hebriden. ‘) 
(Schluss.) 
Paama oder Paum (von den Seefahrern auch Palma genaunt) besteht 
xanz aus einem noch thätigen Vulkan von 579m Höhe; ein grosser Theil der 
Insel ist nackt und kahl, die Bevölkerung ist gering. Die Ostküste ist steil und 
sicher; die Westküste hat auf 16° 26‘ 30“ S-Br, etwas nördlich des auf der Karte 
verzeichneten Riffes, einen Ankerplatz auf 22m Wasser. Ungefähr 1% Sm 
westlich von Paama, in 16° 28‘ S-Br, stiess die Brigg „Mary Stewart“ im Juni 
1874 auf ein Riff. Vorherige Anzeichen einer Untiefe wurden nicht bemerkt, 
da das Wetter zu der Zeit trübe und das Wasser durch den Regen entfärbt 
war. Am Süd-Kap (16° 30‘ S-Br, 168° 10‘ O-Lg) liegen mehrere, durch ein Riff 
eingefasste Felsen, deren grösster Ninepin genarnt ist. Dieses Riff schützt 
eine kleine Bucht mit wildem steinigem Ufer, welche westlich von der Südspitze 
liegt. Ungefähr %/4 Sm NW von der Südspitze und !/z Sm von der Küste 
entfernt ist eine nur selten sichtbare Untiefe von etwa 180m im Umfange, 
daher ist hier grosse Vorsicht geboten. Ungefähr %/4 engl. Meil. von dieser 
ist eine andere Untiefe, ebenso eine nahe dem NW-KEnde, ein wenig südlich der 
Spitze mit einem Ausläufer auf das NW-Kap. Ein Dorf ist ca 1! e. M. in 
Süd von der NW- Spitze, die Küste dagegen überall völlig unbewohnt. 
Drei e. M. östlich von Paama liegt Lopewi, aus einem mächtigen, kegel- 
förmigen, thätigen Vulkan von 1524m Höhe bestehend. Die rund herum sehr 
bedeutend brandende Seo macht das Landen schwierig, nur eine kleine Bucht 
westlich vom Pik gestattet dasselbe. Eingeborene leben hier nur in geringer 
Anzahl unter dürftigen Verhältnissen. 
Ambrym (Chinambrym), nördlich von Paama gelegen, ist von 
der Natur ausserordentlich begünstigt. In Bezug auf Fruchtbarkeit steht sie 
der Insel Vat& nicht nach; die mit reicher Vegetation geschmückten Küsten- 
ebenen dehnen sich bis an den Fuss mächtiger Berge, die von dem 1067m 
hohen Kraterberg, einem fast fortwährend thätigen Vulkan, der die ganze Um- 
gebung weithin mit Asche bedeckt, überragt werden. Der im Norden der Insel 
sichtbare schöngeformte Berg ist 948m hoch; in seiner Nähe liegt das Dorf 
Loliwar, bis zu welchem häufig die Asche des Vulkans herüberweht. SW von der 
Spitze Loliwar findet sich der unter dem Namen Rodd’s Rhede bekannte gute 
Ankerplatz, mit regelmässiger Wassertiefe und gutem haltbarem Grunde, nahe 
am Lande. Die dem Fremden freundlich gesinnten Bewohner bieten namentlich 
Mengen von Yams zu Verkauf an. Im Süden sind feindliche Eingeborene. Ein 
anderer guter Ankerplatz (jedoch nicht gegen Landwinde geschützt) auf 13m, 
dessen Wassertiefen nach seewärts allmählich bis zu 36,6m zunehmen, aus dunklem 
vulkanischem Sande bestehend, findet sich 1,25 Kblg NO vom Rande des Ufer- 
viffes entfernt, welches die leicht zu erkennende, aus dichten Lagen vulkanischen 
Sandes und Asche plötzlich zu 61m emporsteigende westliche Spitze des Landes, 
Dip Point, umfasst. — Einen zeitweiligen Ankerplatz hat man noch bei der 
SO-Küste !/a—'/2 Sm weit vom Strande. Die steile SO-Spitze der Insel liegt 
in 16° 17‘S-Br und 168° 9‘ O-Lg, die Ostspitze in 16° 18‘ S-Br und 168° 11‘ O-Lg. 
Die Brandung an der Süd- und Ostküste ist sehr heftig, so dass diese Küsten 
fast unzugänglich sind. 
Die Passage zwischen den Inseln Ambrym und Whitsuntide (Pentecost, 
Aragh, Araga, Pfingstinsel) ist gut, doch finden sich hier häufig scharfe Brisen 
mit sehr kurzer See, und muss man sich bei Ambrym dann vor dem Riff, das 
gegenüber von Loliwar auf !/» Sm die Küste einfasst, hüten; ist man bei 
Whitsuntide, westwärts der Südspitze, so vermeide man, der Küste näher als bis 
3/4 Sm zu kommen, da sich !/2 Sm von der Küste von Süden bis Nordwesten mehrfach 
Riffe ausdehnen. An der Nordseite von Ambrym ist eine ziemlich starke West- 
strömung und an der Südseite von Whitsuntide eine solche in entgegengesetzter 
östlicher Richtung beobachtet worden. Von der Ostküste der Insel Ambrym 
setzt eine starke südliche Strömung direkt gegen die Nordküste der Insel 
Paama hin, deren Nähe Segelschiffen bei leichten Winden gefährlich wird. 
1) 8. „Am. d, Hydr. etve.“, 1879, Seite 25—392,
	        
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