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Full text: 61, 1933

132 Annalen der Hydrographie und Maritimerm Meteorologie, April 1933, 
Methode schematisch zusammengestellt, Dabei ist die Reduktion der Chrono- 
meterzeit auf M.G. Z. bereits vorausgesetzt, und es wird außer acht gelassen, ob 
im einzelnen ein Zeit- oder Stundenwinkel errechnet werden soll, da das für 
den prinzipiellen Vergleich nicht wesentlich ist. * bedeutet wie schon zuvor 
nicht nur Fixsterne, sondern irgendein Gestirm außer der Sonne bei 1. und dem 
Mond bei 3. 
1. Gebräuchl. Meth. 
M.G.Z. 
Länge in hmaß. 
M. 0.2. 
n. ©) « aus Eph, Eivsch. 
St. w.7 
% « aus Eph. Einsch. 
# St. w. 
'ge St. w. in maß.) 
2. Schrader 
M.G. Z. 
Länge in bmaß, 
M. 0. Z. 
br a aus Eph. 
Einsch. 
& St. w, 
(#% St, w. in °maß.) 
3. Rangel 
M,G. Z. 
M. G. Z. in °maß 
4 St, w. Oh aus Epbh. 
Einsch. 
& St. w. Greenw. 
Länge 
& St. ww. 
4. Immler 
M,G. Z. 
* St. w.© aus Eph.Einsch. 
%& St. w. Greenw. 
Länge 
& St, w. 
Man wird also dem Vorschlag von Immler für die Navigation im Flugzeug 
den Vorteil zuerkennen müssen, daß er dem Navigierenden am meisten Arbeit 
abnimmt, weil er als einziger die Verwandlung von Stundenmaß in Gradmaß spart. 
Die Deutsche Luft Hansa hat für ihre im April/Mai angesetzten Südflüge astro- 
nomische Ephemeriden bei der Seewarte angefordert und erhalten. Hierbei ist 
auch eine Zusammenstellung der Ephemeriden in der von Immler vorgeschlagenen 
Form mit einer Genauigkeit von 0.1° gegeben worden. Es wird damit auch auf 
deutscher Seite die Gelegenheit bestehen, diese Art der Angabe praktisch zu 
erproben. Und zwar wird die Beschränkung auf einen dem Bedürfnis dieser 
Flüge entsprechenden Genauigkeitsgrad dieser Erprobung förderlicher sein als 
die übertriebene Genauigkeit der von Immler zitierten Lunar Ephemeris for 
Aviators des American Nautical Almaneac, Hohe Genauigkeit der Angaben bringt 
nämlich bei Immlers Vorschlag zwei Nachteile mit sich: Großen Umfang der 
Tafeln und Schwierigkeit der Einschaltung. Um ein Bild der Ephemeriden der 
Seewarte zu geben, ist auf Tafel 18 ein Blatt dieser Zusammenstellung wieder- 
gegeben. Alles für einen Tag Benötigte steht auf nur einem Blatt. Da für die 
Fixsterne die Ausgangswerte nicht stündlich, sondern nur für 0 Uhr gegeben 
werden, um den Umfang zu beschränken, sind hier drei Einschaltwerte zu 
addieren. Deren Angabe erfolgte daher auf eine Dezimale mehr, als sie die 
Ephemeride sonst bietet, um eine Häufung von Abrundungsfehlern zu vermeiden, 
Die praktische Erprobung dieser Zusammenstellung dürfte nicht nur für die 
Luftfahrt, sondern auch für den praktischen Nautiker von Interesse sein. 
H. C. Freiesleben. 
5. Literatur-Randbemerkung. Die Geographie kommt zu ihren zahlreichen 
Hilfswissenschaften mehr und mehr in dieselbe Lage, in welche die Philosophie 
den Natur- und Geisteswissenschaften gegenüber schon seit langem geraten ist. 
Der Geograph vermag die Sonderdisziplinen nicht mehr zu beherrschen — vgl, 
Vorwort von E. Obst zur 7, Auflage von Supans „Grundzüge der Physischen 
Erdkunde“, Berlin 1927 —, und der seine Werke besprechende Sonderforscher 
ist nicht ganz selten in der Zwangslage, über offenkundige Fehler sich irgendwie 
äußern zu müssen, 
Neuerdings wird nicht nur in der geographischen Morphologie (Passarge, 
Granö), sondern auch in geophysikalischen Wissenschaften wie der Meteorologie 
erhöhter Wert auf die „Beschreibung“ gelegt — nicht mit Unrecht: eine gute 
Schilderung einer Naturerscheinung von einem mit offenen Augen begnadeten 
Beobachter ist eine hohe wissenschaftliche Leistung von zeitlosem Wert, während 
die erklärende, analysierende Betrachtung und Verarbeitung desselben Vor. 
ganges auf der Grundlage der gerade geltenden wissenschaftlichen Anschauungen 
nur relativen, zeitlichen Wert hat. Der Beobachter braucht keineswegs ein Fach- 
Akademiker zu sein — im Gegenteil: es scheint, daß die Fähigkeit, Ganzes 
innerlich aufzunehmen, es zu „erschauen‘“, durch bewußtes gelehrtes „Forschen“ 
beeinträchtigt wird. Beide Arten der Naturaufnahme haben ihre Be:-
	        
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