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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1933,
Über eine eingehende Untersuchung der gesamten Phosphatbestimmungs-
Methodik mit dem Pulfrich-Photometer wird in der III Mitteilung der vor-
liegenden Untersuchungsreihe behandelt werden.
Schrifttum,
1. Kalle, K., 19531. Meereskundlicbe chemische Untersuchungen mit Hilfe des Zeißschen
Pulfrich-Photometers. Ann, d. Hydr. usw. 1931, 313.
2. Wattenberg, H., 1931. Die Bestimmung von
Silikat im Meerwasser. Ann, d, Hydr. usw. 1931, 95,
Kleinere Mitteilungen.
1. Beeinflussung der Gewitterzugrichtung Aurch Teiche. Aufeine bemerkens-
werte Beeinflussung der Zugrichtung der Gewitter durch Teiche wurde ich
von durchaus zuverlässiger Seite aufmerksam gemacht. Südlich von Harburg
a. d. Elbe liegt bei dem Dorfe Holm eine Reihe von Fischteichen, die insgesamt
wie eine geschlossene Wasserfläche wirken. Wenn nun von SW (wohl auch die
vornehmste Zugrichtung) Gewitter aufziehen, so machen sie vor den Fischteichen
halt und ziehen dann entweder die Straße I oder die Straße II. Auf diese
Weise erhält z. B. das Dorf Schierhorn nur
einen Teil der aus SW aufziehenden Gewitter,
nämlich nur die der Straße II. Höchst inter-
essant ist es nun, daß diese Beeinflussung,
nach Aussagen älterer Leute, erst besteht seit
Anlage der Teiche um das Jahr 1900. Vorher
war eine Gabelung der Gewitterzugstraße an
dieser Stelle nicht zu beobachten. Man muß
also die Wassermassen für dieses Verhalten
verantwortlich machen. Leider befindet sich
gerade hier keine Gewitterbeobachtungsstation
des preußischen Netzes. Die nächsten Stationen
liegen zu weit von den Teichen ab, um noch
eine Beeinflussung erkennen zu lassen. Außer-
dem müßten aber die Beobachtungen der
- Stationen nicht notwendig andere Zahlen
seit 1900 ergeben, denn die Entfernung Schierhorn-—Fischteiche beträgt nur
rund 3 km, so daß Gewitter, die dort ziehen, gesehen und gehört werden können
und je nach den Beobachtungsvorschriften zusammen mit den Gewittern, die
Schierhorn überqueren, registriert werden können, Es wäre sehr erwünscht,
wenn von diesen Orten näheres und genaueres Beobachtungsmaterial vorläge,
damit man entscheiden könnte, ob sich alle Gewitter (Wirbel-, Front- und Wärme-
gewitter) gleich verhalten oder ob sich die auf verschiedene Weise entstandenen
Gewitter auch in bezug auf Wassermassen verschieden verhalten. Weiter wäre
es von Wichtigkeit zu wissen, ob Sommer- und Wintergewitter verschiedenes Ver-
halten zeigen. Könnte man Teile der Wassermassen ablaufen lassen (in der
heutigen wirtschaftlich schlechten Zeit nicht unmöglich), so ließe sich hier einmal
feststellen, wie groß eine Wassermasse sein muß, um eventuelle Bahnbeeinflussungen
hervorzurufen, Ließe man alles Wasser ablaufen, so müßte sich der Zustand
von vor 1900 einstellen. Eine ganze Reihe beachtlicher Fragen knüpft sich
also an dieses Problem der Beeinflussung der Gewitterzugrichtung durch Wasser-
massen. Durch eine stärkere Materialsammlung, die in bewußter Weise ange-
stellt wird, wäre man vielleicht in der Lage, Erklärungen zu geben, wie schon
Börnstein!) und Schmidt”) es versucht haben.
Dr, Wilhelm Witte, Hamburg,
„Wetter“ IV 1887 S. 55. — 2) „Met. Zeitschr.“ X 1893 8S. 338.